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Nederlands
Informationen zur niederländischen Sprache und Kultur
Stand der Bearbeitung: 7.9.2007
Zuletzt bearbeitet: 14.5.2008
Ehemalige Bezeichnung: Niederländisch Ost-Indien
Papier aus Raubbau
Borneos grünes Herz stirbt
Biosprit und Palmöl
Bedrohung der Meeresstraße von Lembeh
Natuurwonder in Indonesië
Papier aus Raubbau
Quelle:
N.N.: Papier aus Raubbau. Wie die Konzerne APP und APRIL das Ende des Regenwalds in Sumatras Provinz Riau einläuten. Regenwald Report Nr. 1/04, S. 4-7
Neben den staubigen Straßen stehen ärmliche Hütten aus Holz oder Wellblech. Das Dorf liegt am Fluß Siak, aus dem hier in der Region 11.000 Menschen ihr Trinkwasser beziehen und es zum Baden und Wäschewaschen nutzen. "Es gibt immer mehr Flußbewohner, die unter Hautkrankheiten leiden," berichtet Jens Wietig. Der Mitarbeiter von Robin Wood war kürzlich unter anderem am Siak, der durch die Provinz Riau auf der indonesischen Insel Sumatra fließt. Der Papier- und Zellstoffgigant "Asian Pulp and Paper" (APP) leitet seine giftigen Abwässer aus dem veralteten Chlorbleicheverfahren in den Fluß. "die Fische sterben, damit fehlt vielen Menschen eine wichtige Nahrungsquelle."
Der Boom der Zellstoff- und Papierindustrie in Indonesien hat katastrophale ökologische und soziale Folgen... Obwohl Riau reicht an Öl, Gas und Holz ist, hat die Ausbeutung der Ressourcen der Mehrheit der heute rund fünf Millionen Einwohner überwiegend Nachteile gebracht.
Mit Milliardenkrediten und Bürgschaften versorgt - auch aus Deutschland - zerstören die Konzerne die natürlichen Reichtümer und verschärfen die Armut des Landes. Vor allem in den ländlichen Regionen gibt es kaum Infrastruktur. Die Straßen sind holprig und verwandeln sich nach tropischen Regenfällen in Schlammpisten. Die Versorgung mit Strom, Wasser und Telefonleitungen ist dürftig.
Lastwagen, beladen mit wertvollen, meist illegal geschlagenen Hölzern für die Sägewerke oder Rest- und Plantagenholz für die Zellstoffabriken, sind Tag und Nacht auf Riaus Straßen unterwegs. Auf den Flüssen werden zusätzliche Baumstämme zu Flößen zusammengebunden transportiert - nachts, wenn keine Schiffe unterwegs sind.
Die Fläche des Tieflandregenwaldes auf Sumatra schrumpfte zwischen 1990 und 2002 um 60 Prozent. Hauptverantwortlich sind die Zellstoff-. Palmöl- und Holzindustrie sowie die Regierung, die keine Kontrolle ausübt.
Den größten Holzhunger aller Beteiligten hat die Zellstoffindustrie. Zwischen 1988 und 2000 wurden in Indonesien etwa 120 Millionen Kubikmeter Holz zu Zellstoff verarbeitet, davon kamen nur zehn Prozent aus Plantagen.
... Jens Wieting. "Im Tiefland der Provinz Riau sind die natürlichen Waldökosysteme bis auf kleine Gebiete verschwunden. Trotzdem wird auch der Rest in atemberaubenden Tempo entwaldet..."
Die Folgen sind unübersehbar: Wo einst urwüchsige Regenwälder standen, ist das Land von eintönigen Ölpalm- und Akazienplantagen bedeckt oder liegt brach. Die Umweltzerstörung gefährdet das Überleben vor allem der ärmeren Teile der Bevölkerung, die noch unmittelbar auf saubere Flüsse und intakte Wälder angewiesen sind. Mit den Wäldern sind auch viele Tiere und Heilpflanzen verschwunden, die früher von der lokalen Bevölkerung genutzt wurden. Die Opfer der Katastrophe beklagen, daß sie durch Landraub und Umweltverschmutzung ihre traditionellen Lebensgrundlagen verloren haben und daher gezwungen sind, sich am illegalen Holzeinschlag zu beteiligen.
Bei der Konzessionsvergabe herrschen chaotische Zustände, da sowohl auf nationaler als auch auf lokaler Ebene Genehmigungen zum Holzeinschlag vergeben werden. Aufsicht durch Behörden findet nicht statt oder wird durch Korruption umgangen, bei vielen illegalen Holzgeschäften ist das Militär beteiligt.
Holzhunger wird in Regenwäldern gestillt
Von allen Beteiligten haben die Fabriken von APP und Asia Pacific Ressources International Holdings Ltd. (APRIL) in der Provinz Riau den größten Holzhunger. Für ihre jährliche Produktion von jeweils zwei Millionen Tonnen Zellstoff verbrauchen sie neun Millionen Kubikmeter Holz. Noch immer beziehen sie rund zwei Drittel dieser Menge aus Naturwäldern. Laut Zahlen aus dem Forstministerium, die Robin Wood vorliegen, will APP bis 2007 weitere 160.000 Hektar und APRIL bis 2009 noch 200.000 Hektar Naturwald in Plantagen umwandeln. Bisher hat die Zellstoffindustrie auf Sumatra mindestens 835.000 Hektar Wald zerstört (zum Vergleich: mehr als die zehnfache Fläche Hamburgs). Außerdem machen die Konzerne durch ihren Wegebau viele Gebiete für den illegalen Holzeinschlag erst zugänglich...
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Der WWF Indonesien versucht seit geraumer Zeit, durch Vereinbarungen mit beiden Konzernen besonders sensible Waldgebiete vor der Zerstörung zu bewahren. Als vor allem schützenswert gilt das Tesso Nilo Gebiet, das die weltweit höchste Pflanzenvielfalt aufweist. Nachdem APP hier noch bis 2001 wertvollen Regenwald in Plantagen umwandelte, beschloß der Konzern 2002 ein zeitweiliges Moratorium für den Holzeinschlag in diesem Gebiet.
Im Februar 2004 gab der WWF allerdings bekannt, daß APP sich nicht an die getroffene Vereinbarung zum Schutz der lezten Regenwälder auf der Insel Sumatra hält.
Der von APP vorgelegte Aktionsplan sieht vor, innerhalb der nächsten zwei Jahre weitere 160.000 Hektar Regenwald auf Sumatra kahl zu schlagen - was der doppelten Fläche Berlins entspricht. Ob die dafür vorgesehenen Wälder schutzwürdig sind und deshalb von der Rodung ausgenommen werden müßten, will APP nicht vorab prüfen. Auch bei den Rechten der lokalen Bevölkerung und bei der Legalität aller Operationen erfüllt der Konzern die bisherigen Abmachungen mit dem WWF nicht.
Die indonesische Regierung spielt den Waldzerstörern in die Hände. Sie hat es bisher nicht geschafft, einen Teil von Tesso Nilo offiziell unter Schutz zu stellen. Deswegen wird der verbliebene Wald von illegal operierenden Holzfällern Tag für Tag weiter zerstört. Diese benutzen dabei den von den Konzernen gut ausgebauten Sandpisten, die das Waldgebiet durchschneiden, zum Tansport und als Ausgangspunkt für ihren eigenen Wegebau.
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"Legale" Umwandlung von Regenwald in Plantagen
APP und APRIL behaupten, sie würden nur "degradierte" Flächen und keine Wälder mit besonderem Naturschutzwert ("High Conservation Value Forest") zerstören. Tatsächlich vernichten die Konzerne zum großen Teil Regenwald mit hoher Artenvielfalt. Selbst der Sekundärwald, der bereits in der Vergangenheit genutzt wurde, bietet Lebensraum für viele gefährdete Tiere und Pflanzen, die in den Plantagen nicht überleben können.
Beide Konzerne beziehen derzeit einen Teil ihres Rohstoffs aus Torfwäldern im Osten Riaus... Nach APP-Angaben werden jeden Tag etwa 20.000 Tonnen (Tropen-)Holz von 16 bis 18 Schiffen abgeladen. Auf die Frage nach der Herkunftskontrolle erfuhr der Robin-Wood-Mitarbeiter lediglich, daß diese bei der Beladung stattfinde.
APRIL beutet derzeit die knapp 80.000 Hektar große Pelalawan-Konzession aus, in der Torfwald in Plantagen umgewandelt wird. Zwar hat APRIL eine Untersuchung der ökologischen Bedeutung dieses Gebietes bei der Bogor Universität in Auftrag gegeben, doch wurde das Ergebnis nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
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Der Wald in diesem Gebiet war lange Zeit ungestört und beinahe undurchdringlich. Aus der Untersuchung der Universität, die Robin Wood auszugsweise vorliegt, geht hervor, daß hier geschützte Baumarten wie Ramin vorkommen sowie bedrohte Tierarten, darunter 78 Vogel-, acht Reptilien- und 20 Säugetierarten einschließlich Sumatra-Tiger. Bisher sind etwa 50.000 Hektar Regenwald in dieser Konzession vollständig zerstört und ein Kanalnetz von 800 Kilometern zur Bewirtschaftung der Akazienplantagen geschaffen worden.
Aus der Luft sieht das Gebiet aus wie ein Schachbrett - rechtwinklig mit Kanälen durchzogen. Pausenlos arbeiten Bagger daran, frischen Schlamm aus den etwa fünf Meter breiten Wasserstraßen zu holen. Schleusen regulieren den Wasserstand und entziehen der Torfschicht die Feuchtigkeit. Damit wird die Waldbrandgefahr dramatisch erhöht. Die isolierten Restwaldbestände, die von der Nutzung ausgenommen werden sind nicht groß genug, um das Überleben der bedrohten Arten zu gewährleisten. Die Randbereiche und die Waldkorridore sind schon jetzt stark beeinträchtigt, hinzu kommen Eingriffe in den Wasserhaushalt sowie das Risiko des illegalen Holzeinschlags, wenn Holzfäller über Straßen oder Kanäle des Konzerns in das Gebiet kommen. Die Akazienplantagen bieten kaum Lebensraum für Tiere und Pflanzen, und auch diese Flächen werden etwa alle sieben Jahre per Kahlschlag geerntet und unter Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden wie "Roundup" neu bepflanzt.
Wie schon zuvor in Tesso Nilo hat APRIL nun auch im Osten Riaus zur Zerstörung und Parzellierung eines zusammenhängenden Waldgebietes beigetragen und damit die Ausrottung von Tieren und Pflanzen auf Sumatra beschleunigt.
Noch ist kein Ende dieser Entwicklung in Sicht, denn es kursieren Gerüchte, daß APRIL Richtung Osten expandieren will: Weitere 50.000 Hektar Wald sollen demnach Plantagen weichen, und es soll eine Straßenverbindung entlang des Kampar-Flusses zur Ostküste gebaut werden, um in Zukunft den Export und Import von Holz zu ermöglichen. Es steht zu befürchten, daß APRIL dann Tropenholz aus Borneo für seine Fabrik einführen wird.
Auch APP...
Noch aber bedient sich das Unternehmen ebenfalls im Tieflandregenwald Sumatras. Dabei plane der Konzern, wie ein Mitarbeiter gegenüber Robin Wood zugab, auch Wälder einzuschlagen, die wahrscheinlich einen hohen Schutzwert hätten, aber aufgrund ihrer Lage nicht vor den illegalen Holzfällern zu schützen seien.
Die bittere Erkenntnis der Recherche: Während APP und APRIL sich ein bißchen als "Ökokonzerne" präsentieren, geht der Raubbau am Regenwald ungebremst weiter. APP und APRIL machen die Waldzerstörung nach und nach legal. Die einzige Rettung für die Regenwälder wäre, daß die Konzerne den Holzeinschlag in den restlichen natürlichen Wäldern beenden und ihre Produktion auf die Kapazität der bestehenden Plantageflächen reduzieren.
Postkartenaktion von Rettet den Regenwald e.V.: "Wir kämpfen gegen Papier aus Raubbau"
Karte an:
Papier Union GmbH
Geschäftsleitung
Warburgstr. 28
D-20354 Hamburg
Text:
Keine Geschäfte mit dem Raubbau-Konzern APRIL!
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ihr Haus bezieht Papier vom indonesischen Konzern APRIL. Der hat für seine Zellstoffproduktion bereits 220.000 Hektar Regenwald vernichtet und plant, bis 2008 mindestens weitere 147.000 Hektar Tropenwald zu zerstören. APRIL hat zudem in der Vergangenheit Menschen von ihrem Lebensraum vertrieben und Schlägerbrigaden bezahlt, die brutal gegen indigene Völker vorgegangen sind.
Ein führender deutscher Papiergroßhändler wie die Papier Union darf keine Geschäfte mit Unternehmen machen, die Menschenrechte mit Füßen treten und einzigartige Regenwälder für immer zerstören. Ich fordere Sie daher auf, ihre Geschäftsbeziehungen zu APRIL sofort zu beenden.
Mit der Bitte um baldige Stellungnahme und freundlichen Grüßen
Name / Anschrift / Unterschrift
Die tropischen Regenwälder von Sumatra sind 2004 zum Weltkulturerbe erklärt worden. S. Weltkulturerbe - Werelderfgoed: Indonesien
Gesunde Umwelt ist Menschenrecht
N.N.: Gesunde Umwelt ist Menschenrecht. Portrait unserer indonesischen Partnerorganisation Walhi. Regenwald Report 1/2005, S. 5
Schwarze Rauchwolken verhüllten im Frühjahr 2003 den Blick auf den Himmel über der Provinz Riau auf der indonesischen Insel Sumatra. Wieder einmal wurden die Regenwälder abgefackelt. Dieses Mal sollten die Täter zur Verantwortung gezogen werden. Walhi erstattete gegen 20 Unternehmen Strafanzeige, die im Verdacht standen, die Waldbrände gelegt zu haben. Die Klage wurde vom zuständigen Gericht angenommen - ein Urteil steht noch aus.
Der Bedarf der Papierindustrie an Holz in Riau liegt bei 14,7 Millionen Kubikmetern jährlich, die konzessionierten Wälder produzieren aber nur 7,7 Millionen. Die Differenz holen sich die Konzerne durch illegale Einschläge. Anschließend werden die großen Waldflächen verbrannt, um Platz für Holzplantagen zu schaffen...
Früher kämpfte Walhi vor allem gegen die Papierkonzerne, die die Böden und das Trinkwasser der ländlichen Bevölkerung vergiften und die Regenwälder plündern. Inzwischen müssen sich die Menschen auf Sumatra auch gegen die Machenschaften der Palmöl-Industrie wehren. Der größte Konzern ist Sinar Mas... Meist stehen Militär und Polizei bei Landkonflikten mit Bauern auf der Seite der Palmölindustrie... Jeden Tag kommen Menschen in das Büro von Walhi, die ihr Land verloren haben und um Rechtshilfe bitten...
Auch im Kirinci Nationalpark an der Westküste Sumatras fressen sich Motorsägen durch den vermeintlich geschützten Regenwald. Illegaler Nachschub für den europäischen Markt...
"Die Verbraucher in Europa sollten sich darüber im klaren sein, daß über 70 Prozent des Holzes in Indonesien illegal geschlagen wird", sagt Longana Ginteng. In zwei Fällen ist es ihm vor kurzem gelungen, einen Deal mit illegalem Holz aufzudecken. Seitdem beschäftigt der Sperrholzproduzent Psut die Gerichte und das Parlament in Jambi. Tausende Bauern fordern für ihren von Psut abgeholzten Wald Entschädigung. Auch die Tanjung Johor Gruppe muß sich wegen illegaler Abholzung im Kirinci Nationalpark vor Gericht verantworten.
Dank Walhi können sich heute Kommunen und Einzelpersonen juristisch gegen Umweltzerstörung wehren. Walhi hatte mit einem Prozeß gegen fünf Behörden und eine Zellstoffabrik 1998 einen Präzedenzfall geschaffen. Der Oberste Gerichtshof gab damals Walhi recht, Klagen im Namen der Umwelt zu führen. Im Fall des Koto Panjang Staudamms in West-Sumatra, der mit einem staatlichen japanischen Kredit gebaut wurden, zwang Walhi mit einer erfolgreichen Klage die japanische Regierung, Umweltschäden zu kompensieren.
Fakten
Das Indonesian Forum for Environment (Walhi - Friends of the Earth Indonesia) ist das größte Netzwerk von Umwelt- und Menschenrechtsgruppen im Land mit 440 Mitgliedsorganisationen. Walhi ist in 25 indonesichen Provinzen vertreten und kämpft für eine sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung.
Indonesien besitzt die weltweit drittgrößte Regenwaldfläche und beherbergt etwa 10 Prozent aller bekannten Tier- und Pflanzenarten.
Das 1980 von zehn Umweltgruppen gegründete Netzwerk Walhi ist heute das einflußreichste Umweltforum in Indonesien. Walhi führt Kampagnen gegen Pestizideinsatz, Luft- und Wasserverschmutzung und vor allem zum Schutz der Regenwälder durch...
N.N.: Proteste gegen Papiermulti gehen weiter. Der finnische Konzern UPM und seine deutsche Tochter haben auf unsere Kampagne reagiert. Die Argumente sind dürftig.. Regenwald Report 1/2005, S. 14
Mehr Informationen zu APRIL unter http://www.tropenwald.org und bei ROBIN WOOD, Referat Tropenwald, Nernstweg 32, 22765 Hamburg, Tel.: 040 / 380 892-15, Fax: 040 / 380 892-14, E-Mail: jens.wieting@robinwood.de
Der Zellstoff- und Papierkonzern APRIL hat eine neue Konzession in den letzten tropischen Tieflandwäldern Sumatras beantragt. Das ökologisch unersetzliche Gebiet umfaßt 215.000 Hektar Torfwald im Osten der Provinz Riau. Der Konzern plant, den Regenwald per Kahlschlag zu vernichten und das geschlagene Tropenholz für die Papierherstellung zu verwenden. Seit 1997 kooperiert APRIL eng mit dem finnischen Papierriesen UPM-Kymmene, zu dem auch die emsländische Nordland Papier GmbH gehört, die größte Feinpapierfabrik in Europa.
APRIL hat für seine Zellstoffproduktion bereits mindestens 300.000 Hektar Regenwald vernichtet und dabei viele Menschen von ihrem angestammten Land vertrieben...
UPM schreibt: "Nordland Papier ist Mitglied der UPM-Gruppe, unterhält jedoch keinerlei Geschäftsbeziehung zu APRIL. Die von Ihnen angesprochene Allianz wurde 1997 zwischen UPM und APRIL vereinbart und endete 1999. In der Folge bestand zwischen UPM und APRIL ein Darlehensvertrag (loan agreement). Diese Vereinbarung wurde am 19. April 1999 geschlossen und wird am 31. Dezember 2006 auslaufen. Unter anderem sieht der Darlehensvertrag Zellstofflieferungen an die UPM Papierfabrik Changshu in China vor."
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UPM schreibt: "Die Akazienplantagen von APRIL befinden sich auf Waldflächen, die seinerzeit im Rahmen der von indonesischen Behörden erteilten Konzessionen teilweise abgeholzt wurden."
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UPM schreibt: "Bei der Lieferantenüberprüfung im November 2004 hat UPM folgende Punkte angesprochen: Vermeidung illegalen Holzeinschlags in Gebieten, die unter Naturschutz stehen."
"Rettet den Regenwald" meint: Das ist nicht mehr als eine windelweiche Absichtserklärung. Tatsächlich kann UPM nicht hundertprozentig garantieren, daß APRIL illegales Holz verarbeitet. Zum Problem des illegalen Holzeinschlags in Gebieten, die nicht unter Naturschutz stehen, sagt UPM gar nichts.
UPM schreibt: "Der Liefervertrag für Zellstoff ist bis Ende 2006 gültig. Er enthält eine Reihe umweltbezogener Regelungen, nach denen UPM die Tätigkeiten von APRIL regelmäßig überprüft. Die letzte Kontrolle fand im November 2004 statt. Die Ergebnisse bilden für UPM die Basis dafür, weitere Verbesserungen bei APRIL einzufordern."
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Weil uns die UPM-Antworten nicht überzeugt haben, bleiben wir bei unserer Forderung an das finnische Mutterhaus und seine deutsche Tochter, die Geschäftsbeziehungen zu APRIL sofort abzubrechen. Unsere Protestmail-Aktion unter http://www.tropenwald.org läuft deshalb weiter. Solange UPM nicht zufriedenstellend reagiert, werden die Mitarbeiter/innen von "Rettet den Regenwald" kein Papier der Marken UPM kaufen.
N.N.: Hermes finanziert kriminellen Papierkonzern. Illegaler Einschlag in indonesischem Nationalpark
Untersuchungen im stark bedrohten Tesso Nilo Nationalpark auf der indonesischen Insel Sumatra haben aufgedeckt, daß dort illegal eingeschlagene Bäume an die PT Indah Kiat Papiermühle geliefert wurden. Die Mühle gehört zum Papierriesen Asian Pulp and Paper, der Millionen von meist europäischen Kreditagenturen erhalten hat, darunter auch von der deutschen Hermes.
Der Tesso Nilo Park beherbergt die größten noch zusammenhängenden Flachland-Regenwälder auf Sumatra und ist Lebensraum für eine einzigartige Flora und Fauna. Im Park leben unter anderem die stark von Ausrottung bedrohten Sumatra-Elefanten und -tiger.
Indonesiens Regenwald und der Tsunami
N.N.: Hände weg von Tropenholz aus Indonesien!. Protestbrief an das Präsidium des Deutschen Bundestages. Regenwald Report 3/2005, S. 3
Sehr geehrter Herr Bundestagspräsident Thierse,
sehr geehrte Damen und Herren,
ich protestiere gegen den Einbau von Fensterrahmen aus asiatischem Merantiholz am Gebäude der Bundestagsverwaltung in Berlin. Das Holz für die rund 500 Fenster stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus illegalen Einschlägen und nicht aus nachhaltiger Forstwirtschaft.
Die gerade vom WWF veröffentlichte Studie "Heiße Ware Tropenholz" über illegale Holzimporte aus Südostasien belegt, daß drei Viertel der in den indonesischen Export gehenden Hölzer aus illegalen Quellen stammen. Nach Auswertung von Außenhandelsdaten der EU beziffert der WWF den Wert des Tropenholzes, das illegal aus Indonesien nach Deutschland kommt, auf jährlich 150 Millionen Euro.
Ich fordere Sie auf, dafür zu sorgen, daß in der gesamten Bundestagsverwaltung nur noch Holz eingesetzt wird, das aus nachweislich nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.
Mit der Bitte um baldige Stellungnahme verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
... Name, Anschrift, Datum und Unterschrift
Senden Sie den Protestbrief an folgende Mitglieder des Präsidiums des Deutschen Bundestages (Deutscher Bundestag, Platz der Republik 1, 11011 Berlin):
Herrn Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse
Frau Dr. Susanne Kastner, SPD
Herrn Dr. Norbert Lammert, CDU/CSU
Frau Dr. Antje Vollmer, Bündnis 90/Die Grünen
Herrn Dr. Hermann Otto Solms, FDP
Tropenholzmöbel
Borneos grünes Herz stirbt
Quelle:
Moritz Kleine-Brockhoff: Affen, Brot und Bäume. Borneos grünes Herz stirbt. Jahr für Jahr holzen Malaysia und Indonesien zwei Millionen Hektar Regenwald ab und nehmen Tieren den Lebensraum. Aber gerade geschieht ein kleines Wunder. Der Tagesspiegel Nr. 18857, 8.6.2005, S. 3
Sich mit der Holzmafia anzulegen, ist gefährlich. Selbst für einen Präsidenten.
... ...
Cede ist in diesem Wald aufgewachsen - ausgerechnet in einem Holzfäller-Lager. Sein Vater hat für eine Holzfirma gearbeitet, so wie vor 40 Jahren alle Männer in Sabah. "Wir haben uns nichts Böses dabei gedacht", sagt Cede, "wir haben geglaubt, der Wald hätten nur einen Wert: Holz."... Wo Bäume blieben, treffen sich die Tiere. Aber solche Orte werden immer seltener.
150 Jahre lang haben Menschen Borneo Gewalt angetan. Es war in Millionen Jahren gewachsen. Die Insel ist so groß wie die Türkei. Früher fällten Kolonialherren Bäume und schufen Kautschuk-, Kaffee- und Zuckerplantagen. Jetzt teilen sich die Staaten Malaysia, Indonesien und Brunei die Insel. Nur das winzige Öl-Sultant Brunei braucht weder Holzexport noch Landwirtschaft - die beiden anderen Länder umso mehr, besonders Indonesien, wo die Hälfte der 220 Millionen Einwohner mit nur zwei US-Dollar pro Tag überleben muß. "Wir holzen jährlich zwi Millionen Hektar ab", sagt Soetiono Wibowo, Generaldirektor im indonesischen Forstministerium. Zwei Millionen Hektar - eine Fläche so groß wie Israel. Pro Minute sieben Fußballfelder. 90 Millionen Hektar Wald hat Indonesien noch - zweieinhalb Mal Deutschland.
... Es ist eine Station der RAE. Die Abkürzung steht für "Red Ape Encounters", hier werden Treffen mit "Waldmenschen" arrangiert, mit Orang-Utans. "Das ist nicht einfach, sie sind scheu", sagt Sheena James, die Biologin, die hier Affen-Forschung betreibt. 27 Menschenaffen leben im RAE-Gebiet, auf sechs Quadratkilometern zwischen Plantagen und Fluß. "Das Gebiet ist zu klein" sagt Sheena, "vielleicht pflanzen sie sich deshalb nicht fort. In fünf Forschungsjahren gab es keinen Nachwuchs." Orang-Utans brauchen Korridore, sie müssen wandern können, sagen Experten.
... Es ist sehr feucht, so lieben es Orang-Utans. Auf über 1000 Meter Höhe frieren sie. Leider. Denn in den Bergen Borneos fänden die Menschenaffen noch viele Bäume, Steigungen schützen vor Menschen und Maschinen...
Vor 7000 Jahren sollen noch fünf Millionen Orang-Utans in Ostasien gelebt haben. Heute gibt es sie nur noch auf zwei indonesischen Inseln: 55.000 Tiere auf Bornea, 7.000 auf Sumatra, schätzt der WWF, der World Wide Fund For Nature. Seit 1990 sei der Bestand um zwei Drittel geschrumpft, und wenn das so weitergeht, dann seien sie 2020 endgültig ausgestorben. Der WWF will, daß die Naturschutzgebiete aufgeweitet und verbunden werden. Ein grenzübergreifendes "Herz von Bornea" soll entstehen. Und vielleicht klappt das ja sogar. In der indonesischen Inselmitte zumindest gibt es einen Ort, in dem vor kurzem ein kleines Wunder passiert ist.
Die Reise vom malaysischen Norden Borneos zur indonesischen Inselmitte dauert zwei Tage. Drei Zwischenlandungen, eine Übernachtung, fast fünf Flugstunden. Von oben sieht man: Im Gebirge und manchmal noch im Tiefland stehen noch viele Bäume. Wie Samt bedeckt ihr Grün die Erde, Schatten von Wölkchen ziehen über den Teppich. Anderorts klaffen Wunden, dort, wo abgeholzt wurde. Tagebau-Minen liegen kreidebleich im Sonnenschein. Aber die größten Umweltzerstörer sind grün: Es sind die Palmen. Millionen von Ölpalmen. In Reih und Glied stehen sie da, wie ein Heer, von oben betrachtet.
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Ölpalmen, aus Westafrika geholt, wachsen nirgends so gut wie auf den malaysischen und indonesischen Plantagen. Spülmittel, Hautcreme, Käsekuchen, Lippenstift - überall ist Palmöl drin. Weltweit werden jährlich fast 30 Millionen Tonnen verbraucht, 25 kommen aus Indonesien und Malaysia. Die beiden Länder haben allein für ihre Palmölplantagen eine Waldfläche vernichtet, die drei Mal so groß ist wie Belgien. Und die Nachfrage steigt noch.
Anlegestelle am Fluß, Hauptstraße, Hotel, Tante-Emma-Läden, Polizeistation und einfache Wohnhäuser - das ist Putussibau. Eigentlich müßte der bescheidene Ort in der Mitte Borneos reich sein. Putussibau ist immerhin die Hauptstadt des indonesischen Distriktes Kapuas Hulu, und hier verschwand in den vergangenen Jahren Holz im Wert von vielen hundert Millionen Dollar - fast alles ohne Konzession gefällt. Noch im Wald oder an den Straßenrändern wurden aus großen Stämmen kleine Kanthölzer, vier Meter lang, zwanzig Zentimeter breit, zehn Zentimeter hoch - gerade die richtigen Abmessungen für die Ladeflächen der Lastwagen, die zu tausenden ungehindert über die Grenzen nach Malaysia rollten; indonesische Beamte verdienten ordentlich Schmiergeld daran. In Malaysia wurden dann die Holzmafia reich daran, die Ware teuer an Exporteure zu verkaufen. Aber die Fäller, die Bauern und die Dorfbewohner bekamen nur wenig für die Bäume aus ihrer Gegend.
"Sie alle: Bevölkerung, Politiker, Polizisten, Grenzer, Militärs und die Holzmafia, sie alle haben den Wald wie einen Supermarkt behandelt, in dem man nicht bezahlen muß", sagt Hermayani Putera. Er arbeitet in Putussibau für den WWF - und gilt zusammen mit seinen Kollegen als Geschäftsverderber. Im April waren plötzlich Männer im Büro aufgetaucht, die nach den Namen aller lokalen WWF-Leute gefragt hatten, bedrohliche Gestalten. Sie waren sauer, denn für die WWF-Leute war ein Wunder geschehen: Indonesiens neuer Präsident Yudhoyono hatte plötzlich den Wald-Supermarkt von Kapuas Hulu geschlossen. Nun rollen kaum noch Kantholzlaster, fast alle Kettensägen sind stumm. Außerdem hatte der Polizeichef neun malaysische Händler verhaften und allerlei beschlagnahmen lassen. Vor seiner Polizeistation stehen neben Kanzholzhaufen ein paar Laderaupen und sogar ein roter Tanklaster mit malaysischem Kennzeichen, früher wohl mobile Tankstelle der Holzmafia.
In Kapuas Hulu und in einigen anderen Landesteilen herrscht Entsetzen und Verwirrung. Nie hatte ein indonesischer Präsident etwas gegen das illegale Abholzen unternommen. Sind Yudhoyonos umweltfreundliche Anweisungen nur Kosmetik und bald wieder vorbei? Meint er es ernst? Niemand weiß, wie weit er gehen wird. Sich ernsthaft mit all denen anzulegen, die am Milliardengeschäft mit dem illegalen Holz verdienen, ist gefährlich. Selbst für einen Präsidenten.
dpa: Umweltsprit gefährdet Regenwald. Der Tagesspiegel Nr. 19018, 17.11.2005, S. 33
... Der tropische Regenwald auf Borneo oder am Amazonas in Brasilien werde abgeholzt, um auf den Flächen Palm- oder Sojaöl herstellen zu können, berichtet das Magazin "New Scientist" (Band 2016, Seite 19).
... In Deutschland hat sich die Produktion von Biodiesel laut "New Scientist" seit 2003 verdoppelt. Es gebe Pläne, auch Palmöl zu verwenden...
Marianne Klute: "Löst eure Energieprobleme nicht auf unsere Kosten". Regenwald Report 1/2007, S. 10-15
Das Boot fährt den Kapuas hoch, ins Innere von Borneo. Die Sicht ist schlecht, kaum 20 Meter. Die Passagiere sind vermummt, nur die Augen sind zu sehen. Mund und Nase sind hinter nassen Handtüchern versteckt. Rauch reizt die Schleimhäute. Der Husten ist schwarz
Von Marianne Klute von der Menschenrechts- und Umweltgruppe Watch Indonesia http://home.snafu.de/watchin/
Der indonesische Biodieselboom
Kalimantan brennt. Jahr für Jahr fressen die Feuer den Regenwald. Ungeheure Mengen an Treibhausgasen werden frei. Die Wälder brennen, damit Platz für Ölpalmplantagen entsteht, aus deren roten Früchten "erneuerbarer" Treibstoff, sogenannter "Bio"diesel, hergestellt wird. Ölpalmen (Elaeis guinensis) haben gegenüber anderen ölhaltigen Pflanzen Vorteile: Verglichen mit Raps liefern sie viermal mehr Biodiesel pro Hektar. Ölpalmplantagen werden außerdem in Gebieten angebaut, wo Arbeitskräfte billig sind und wo Nachhaltigkeit und Menschenrechte einen schweren Stand haben, vor allem in Malaysia und Indonesien.
Biodiesel boomt in Indonesien. Präsident Susilo Bambang Yudhoyono nennt den Biodieselsektor die "Lokomotive für das wirtschaftliche Wachstum". Die Geschäftswelt investiert wie schon lange nicht mehr. Der Export nach Europa stieg im vergangenen Jahr um fast 20 Prozent, die Preise für Palmöl entwickeln sich nach oben und Indonesiens Börse spielt verrückt. Dutzende Palmölraffinerien und Biodieselfabriken sind im Bau, schweres Gerät und Brandstifter sind unterwegs, um den Wald "urbar" zu machen...
Eine Ursache ist Indonesiens eigenes Energiedefizit und seine wachsende Abhängigkeit von Erdölimporten. Indonesien verfügt zwar selbst über Erdöl-, Gas- und Kohlelagerstätten, doch diese schwinden. Schon heute reicht die landeseigene Produktion nicht mehr aus, den Energiebedarf des Binnenmarktes zu decken, und Indonesien ist daher zum Net-Importeur geworden. Im Vergleich zu den 90er-Jahren ist die Erdölförderung um ein Drittel gesunken; entsprechend importiert Indonesien heute 30 Prozent seines Diesels.
Als Alternative zum Erdöl setzt Indonesien auch auf Palmöl – neben den höchst aktuellen Plänen, Atomreaktoren zu bauen. Hauseigenes Diesel soll sukzessive mit Biodiesel vermischt werden. Bis zum Jahre 2020 soll Biodiesel sogar 20 Prozent der Gesamt-Kraftstoffmenge ausmachen. Einige der notwendigen gesetzlichen Regelungen sind seit 2006 in Kraft. (Inpres No.1/2006 regelt die Umwandlung von Wald in Plantagen und die Bepflanzung unproduktiven Waldlandes; Perpres No. 5/2006 setzt fest, dass die Biodieselquote an der Energieproduktion mindestens 5 Prozent betragen soll.)
Die zweite, ausschlaggebendere Ursache ist der steigende Bedarf in den Industriestaaten, die ihre Abhängigkeit vom Erdöl der OPEC-Staaten und im selben Atemzug ihre Emissionen von Treib-hausgasen reduzieren müssen. Nicht zu vergessen die steigenden Erdölpreise! Die Regierung Japans hat 2005 beschlossen, den Anteil von Biodiesel am Erdöl-Diesel auf 3 bis 5 Prozent zu steigern. Ähnliche Entscheidungen sind in der EU gefallen; bis 2010 soll der Biodieselanteil auf 5,75 Prozent erhöht werden. (Mischungen von Palmöl mit Diesel bis zum Verhältnis 1 zu 10 erfordern keinerlei Veränderungen an der Technik der Kraftfahrzeugmotoren.) Diese Ziele können die Staaten allerdings nicht mit den eigenen zur Verfügung stehenden Agrarflächen erreichen. Biodiesel und Rohpalmöl müssen daher importiert werden.
Malaysia und Indonesien beherrschen schon heute mit zusammen 80 Prozent den weltweiten Palmölmarkt. Zurzeit sind in Indonesien 6,5 Millionen Hektar mit Ölpalmen bepflanzt, die 110 Millionen Liter Rohpalmöl liefern (2006), wovon drei Viertel in den Export gehen. Hauptabnehmer sind derzeit noch die Lebensmittel-, Kosmetik- und Waschmittelbranchen. Dieser Sektor wächst und wächst; in den kommenden Jahren soll die Produktion für die Schokoriegel und Kekse, die Feuchtigkeitscremes und Waschmittel der genannten Industrien verdoppelt werden. Kein Wunder, dass Sumatras Palmölindustrie zu den wenigen zufriedenen Branchen Indonesiens gehört, auch ganz ohne Absatz auf dem Kraftstoffmarkt.
Gesamtwirtschaftlich sieht es nicht so gut aus und die Lokomotive Biodiesel soll Indonesien endlich aus seiner Talfahrt ziehen. Pläne des indonesischen Landwirtschaftsministeriums sehen vor, die Produktion von Rohpalmöl in den kommenden zwanzig Jahren auf das Dreiundvierzigfache zu steigern. Dafür müssen neue Plantagen angelegt werden. Auf Sumatra aber ist eine Expansion kaum noch möglich; die Insel ist bereits dicht an dicht mit Plantagen überzogen. Also auf nach Kalimantan und Papua! Langfristig sind weitere 20 Millionen Hektar anvisiert und zum Teil schon genehmigt. Nach Angaben des Staatlichen Statistischen Amtes verfügt das Land über genau diese Fläche (22 Millionen Hektar) an degradiertem Land, kahl geschlagen, erodiert und wüst.
... 40 Prozent des Palmöls sollen im Lande zu Biodiesel verarbeitet werden. Mit diesen Aussichten fühlt sich Indonesien so euphorisch wie ein Kleinbauer, der in seinem Wald eine sprudelnde Ölquelle entdeckt hat. Das öl ist für den Export gedacht, während andererseits fast die Hälfte (45 Prozent) aller Indonesier bis heute keinen Zugang zu Elektrizität hat.
Rechts und links des Flusses sind Holzlager mit Vierkanthölzern, zugeschnitten in den mobilen Sägewerken weiter oben. Dahinter, bis zum Horizont, Ödland, auf das Asche regnet. Aus dem fernen Wald das Geräusch von Kettensägen.
Energie versus Wald
Visionäre, die über die Verteilung der Ressourcen der Welt nachdenken, gehen davon aus, dass Indonesien die Rolle des Palmöllieferanten zukommt, zusammen mit Malaysia. Die degradierten 22 Millionen Hektar Land – noch bis gestern Regenwald –, mit Ölpalmen bepflanzt, könnten zur Lösung der Energieprobleme Chinas, Japans, der USA und auch Europas beitragen. Und sogar der Indonesiens. Oder? Die Realität sieht anders aus.
Rechnungen ergeben, dass Biodiesel aus Palmöl erst dann richtig profitabel ist, wenn es subventioniert wird oder wenn andere Finanzierungen die Profitspanne erhöhen. In Indonesien kommen diese zusätzlichen Gelder aus der Ausbeutung der Wälder. Das Geschäft lohnt sich, wenn vorher am Tropenholz verdient werden kann, für das weder Steuern noch Abgaben bezahlt werden. Das heißt Kahlschlag.
Dann wird Feuer gelegt und der restliche Wald, Kleinholz und Buschwerk abgebrannt, um degradiertes Land zu schaffen. Das indonesische Umweltnetzwerk Walhi hat herausgefunden, dass etwa 80 Prozent aller Waldbrände von Plantagenunternehmen gelegt werden. Dahinter steckt die Absicht, degradiertes Land zu schaffen, auf dem Plantagen angelegt werden dürfen. Gleichzeitig sind Ölpalmen die billigste Variante der Wiederaufforstung und ermöglichen es den Unternehmen, staatliche Unterstützung aus dem Wiederaufforstungsfonds zu bekommen.
In der letzten Feuer-Saison 2006 gab es allein in Kalimantan mehr als 5.000 Brände, bezeichnenderweise in den für die Plantagenindustrie noch interessanten Gebieten, und fast eine Million Hektar Wald sind den Schätzungen Walhis zufolge ein Opfer der Flammen geworden. Die Prognosen für dieses Jahr (2007) sind düster; der El Nino könnte Indonesien eine längere Trockenzeit bescheren, mit noch mehr Feuern.
Eine Folge von globaler Bedeutung sind die ungeheuren Mengen von Kohlendioxid, die durch die Waldbrände frei werden. 25 bis 30 Prozent der weltweiten Treibhausgase sind, Schätzungen der FAO (United Nations Food and Agriculture Organization) zufolge, das Resultat von Abholzung und Waldbrand. Besonders hoch ist der Ausstoß von Treibhausgasen, wenn die meterdicken Torfschichten brennen; die Torfbrände pumpen wesentlich mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre, als das Kyoto-Protokoll einsparen will. Die Idee, erneuerbare Energien zur Reduktion von Treibhausgasen zu nutzen, wird so durch die indonesische Praxis konterkariert.
Der tropische Regenwald Südostasiens gehört zu den biologisch vielfältigsten und wertvollsten ökosystemen der Erde. Ein Verlust dieser Wälder bedeutet das Ende vieler Arten, denn mit dem Wald sterben die Tiere oder sie fliehen vor den Feuern in Dörfer und Plantagen, wo sie oft elendig umkommen... 70 Prozent, ja örtlich sogar 90 Prozent des Holzes stammen aus illegalen Quellen. Jeder Eingriff in den Wald müsste nach Ansicht von Umweltschützern und verantwortlichen Politikern sofort verhindert, der Restwald geschützt werden. Eine Vielzahl von Programmen, den Kahlschlag zu stoppen, sind allesamt gescheitert an den spezifisch indonesischen Gegebenheiten: der international verstrickten Holzmafia, die sich um die Staatsmacht nicht schert; Korruption bis in höchste politische Ebenen und fehlender Rechtssicherheit.
Nun werden die letzten unberührten und schwer zugänglichen Waldgebiete interessant, ungünstige Lagen, steile Abhänge, Bergwald, Sumpf- und Torfwald. Nach zwanzig Jahren sind die Böden ausgelaugt, der Wasserhaushalt gestört und die Umwelt mit Düngemitteln und Pestiziden vergiftet. Zurück bleibt verwüstetes Land, grün zwar, aber biologisch so gut wie tot. Auf den degradierten unfruchtbaren Böden wächst oft nur noch Alang-Alang-Gras, das andere Pflanzenarten verdrängt. Nur ein Bruchteil der in den letzten Jahren abgeholzten und abgebrannten Flächen ist je wieder bepflanzt worden... Allein in Kalimantan sind vor dem Biodieselboom drei Millionen Hektar Regenwald gezielt oder angeblich für die Anlage von Plantagen vernichtet und nur ein Zehntel davon, 300.000 Hektar, wirklich bepflanzt worden. Die von westlichen Banken mitfinanzierte Expansion der Plantagenkonzerne hat also weitaus mehr Regenwald vernichtet, als die 6,4 Millionen Hektar vermuten lassen. Sie hat dazu geführt, dass der Tieflandregenwald Sumatras vernichtet ist und Kalimantan nur noch Restbestände aufweist.
Im Wettkampf um Agrarflächen steht der Regenwald Indonesiens auf der Verliererseite. Die Insel Sumatra ähnelt jetzt schon einer einzigen Megaplantage. Es entstehen grüne Wüsten, in denen hauptsächlich für den industriellen und den Energiebedarf der Industriestaaten produziert werden soll. Dies hat gravierende Folgen: Kahlschlag, Verlust an Biodiversität, Veränderungen von Wasserkreislauf und Grundwasserspiegel, Katastrophen wie Dürre und überschwemmungen, Anstieg von Treibhausgasen und damit globale Erwärmung.
Diesel versus Livelihood
Die Liste der indonesischen Konglomerate, die eine Genehmigung für ölpalmplantagen beantragt haben, liest sich wie das "Who is Who" der indonesischen Business- und Politikelite, plus staatliche chinesische Unternehmen, Firmen aus den Nachbarstaaten Singapur und Malaysia und internationale Konzerne. Der Zellstoffmulti Sinar Mas (APP), der auf Sumatra für ein "multidimensionales Desaster", so ein deutscher Banker, verantwortlich ist, gehört dazu, die Bakrie-Gruppe des koordinierenden Ministers für Volkswohlfahrt, London Sumatera ist ein Gemischtwarenkonzern des Militärs, diverser Tabakkönige und der Suharto-Cronies...
Furore macht der Plan, entlang der fast 2000 Kilometer langen Grenze zu Malaysia eine Zwei-Millionen-Hektar-Plantage anzulegen, in der das Militär und mit ihm verbandelte Konzerne walten werden. Doch nach den weltweiten Protesten gegen die sogenannte Malindo-Megaplantage scheint der Plan nicht mehr offen realisiert zu werden. Statt einer Megaplantage werden derzeit mehrere "kleinere" ins Auge gefasst. Natürlich hat das Militär weiterhin großes Interesse an einer auch profitablen "Sicherung" der Grenze zu Malaysia, die schon seit den 60er-Jahren unter direkter militärischer Kontrolle steht. Das Militär verfügte hier über riesige Holzeinschlagskonzessionen zur Finanzierung seines Etats. Damit war 1999 Schluss, als unser German boy Habibie dem Militär die Konzessionen entzog und es damit einer für die Finanzierung des Militärhaushalts notwendigen Einnahmequelle verlustig ging. Seither, so wird dem Militär vorgeworfen, ist es massiv in den grenzüberschreitenden illegalen Holzeinschlag verwickelt. Jeder Investor muss davon ausgehen, dass er mit dem Militär kooperieren muss, das bisher für begangene Menschenrechtsverletzungen immer noch straffrei ausgeht.
Die neu entstehenden Wirtschaftsinteres-sen scheinen den militärischen den Rang abzulaufen. Es gibt nur ein Ziel: an der Geldpalme zu verdienen. Die Arbeitsbedingungen in den Plantagen sind kaum besser als die verheerendsten zur holländischen Kolonialzeit. Gern werden Arbeitsmigranten aus Java beschäftigt, davon hauptsächlich Frauen, und weniger die lokale Bevölkerung. Fünf Millionen neue Arbeitsplätze würden geschaffen, so argumentieren die Verantwortlichen gern. Zum Teil könnten die Arbeitslosen aus der Holzindustrie von der Palmölindustrie aufgefangen werden. Doch hält Walhi dagegen, dass immerhin 40 Millionen Indonesier direkt vom Wald und seinen Produkten abhängig sind und eine noch größere Anzahl indirekt.
Bauern aus der Umgebung sollen mit Hilfe staatlicher Programme und Kredite an die Großplantagen angebunden werden. Die Unternehmen verkaufen dieses Modell als ein sozial-nachhaltiges. Den Bedenken, sie würden rücksichtslos gewachsene landwirtschaftliche und dörfliche Strukturen zerstören und die arme ländliche Bevölkerung dem globalen Boom opfern, können sie so erfolgreich mit den Argumenten ihrer Kritiker entgegentreten. Tatsächlich werden gerade die kleinbäuerlichen ölpalmbetriebe extrem abhängig. Neue wirtschaftliche Monopolstrukturen, die den Kleinbauern kaum Chancen bieten, stecken ihre Terrains bereits ab.
Nach der Grünen Revolution erleben wir derzeit eine grüngoldene. ähnlich wie in den 70er-Jahren die Diversität traditioneller Landwirtschaft durch Mono-Reiskulturen ersetzt wurde, treten jetzt Monokulturen für die Produktion von Kraftstoffen an die Stelle der Nahrungsmittelproduktion und der Wälder. Sie verbrauchen riesige Flächen, das für den Anbau von Nahrungsmittelpflanzen nicht mehr zur Verfügung steht. Tropenwald und Landwirtschaft werden den grünen Wüsten Platz machen müssen. ähnlich wie bei der industriellen Landwirtschaft sind diese grünen Wüsten nur mit hohem Verbrauch an Pestiziden und Herbiziden existent.
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Eindeutiger dagegen ist die Haltung von Indigenen, Nomaden und Waldmenschen. Sie werden buchstäblich mit Gewalt aus ihren Wäldern vertrieben und verlieren ihre Lebensgrundlage. Sie werden sozusagen von Wirtschaft und Politik schlicht übersehen. Für ein Plantagenunternehmen und auch für die Forstbehörden ist Urwald eben Produktionswald. Vorteilhaft aus deren Sicht ist die "Erschließung" von angeblich ungenutztem Wald auch deshalb, weil so keine Ausgaben für den Erwerb von Land gemacht werden müssen und komplizierte und möglicherweise kostspielige Verhandlungen mit Landbesitzern umgangen werden können.
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Werner Paczian: Nachwachsender Wahnsinn. Regenwald Report 3/2007, S. 4-9
Die "Biosprit-Lüge" entwickelt eine katastrophale Dynamik, die die Welt erschüttert. Doch auch der weltweite Widerstand wächst.
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Bio, Business oder Big Bio-Business?
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Aus deutschen Landen frisch in den Tank – das ist der Trend. Die Verbio AG verwandelt hauptsächlich Rapsöl in Agrardiesel, arbeitet aber an Verfahren, um verstärkt Soja- und Palmöl verwenden zu können. Andere deutsche Unternehmen investieren in Holland und Belgien, die mit ihren Häfen Rotterdam und Antwerpen die größten europäischen Umschlagsplätze für Agrarsprit werden wollen. E.ON und RWE planen den Bau kombinierter Steinkohle- und Biomassekraftwerke. Die Südzucker-Tochter CropEnergies errichtet eine Ethanolfabrik im belgischen Wanze.
Mitte August 2007 teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster mit, in Deutschland würden immer mehr Produktionsanlagen zur Herstellung von Agrardiesel errichtet, die Kapazitäten würden in diesem Jahr auf ein Rekordniveau steigen. Nach einer aktuellen Analyse seien für das laufende Jahr zusätzliche Anlagen mit einer Jahreskapazität von 1,54 Millionen Tonnen geplant, so das IWR. Die gesamte Kapazität zur Produktion von Agrardiesel steige bis Ende des Jahres um über 40 Prozent auf rund 5,4 Millionen Tonnen (2006: 3,8 Millionen Tonnen).
Frankenstein-Sprit
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Klimaschutz durch Klimakiller
Agrarenergie bremst nicht den Klimawandel, sie heizt ihn kräftig an. Allein durch das Abfackeln von Regenwäldern und Torfgebieten in Südostasien, um Platz für Palmölplantagen zu schaffen, werden Megatonnen CO2 freigesetzt, bevor auch nur ein Gramm CO2 bei uns eingespart werden kann.
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Schon heute ist ein wesentlicher Grund für die Klimakatastrophe das Agrobusiness selbst und das damit verbundene globale Ernährungssystem. Die Landwirtschaft ist für 14 Prozent der weltweiten Treibhausgase verantwortlich. Wichtigster Einzelgrund ist der Einsatz gigantischer Mengen Kunstdünger, wodurch permanent Stickoxide in die Atmosphäre gelangen, die sogar noch wesentlich schädlichere Klimagase sind als CO2.
Laut "Stern Review", eine Studie zu Ökonomie und Klimawandel im Auftrag der britischen Regierung, werden die gesamten Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft bis zum Jahr 2020 um etwa 30 Prozent ansteigen. Die sogenannten Entwicklungsländer werden ihren Verbrauch von chemischen Düngemitteln während desselben Zeitraums verdoppeln, Folge auch des Agrarenergie- Booms. Die Klimakatastrophe ausgerechnet mithilfe der Agrarindustrie bekämpfen zu wollen, ist wie den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben – vielleicht noch schlimmer.
Die Erdöl-Lüge
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Völlig unrealistisch ist daher die Annahme, dass die weltweiten Acker den globalen Energieverbrauch decken können. Selbst wenn die USA ihre gesamte Mais- und Soja-Ernte in Agrarsprit verarbeiteten, könnten damit lediglich 12 Prozent des nationalen Benzinverbrauchs und nur sechs Prozent des nationalen Dieselverbrauchs gedeckt werden. Weshalb klar ist, dass die Agrotreibstoffdiskussion vor allem auf die sogenannten Entwicklungsländer abzielt.
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Die Entwicklungshilfe-Lüge
Agrartreibstoffe bekämpfen nicht die Armut in den Ländern des Südens – sie bekämpfen vielmehr die Armen. Die große Mehrheit der Bauern dort besitzt nur wenig Land. Die Produktion auf kleinen Flächen zur Deckung des weltweiten Energiebedarfs ist nicht rentabel. Für Agrarkraftstoffe werden daher ganze Landstriche in industrielle Monokulturen umgewandelt. Das Geschäft machen Konzerne und Großgrundbesitzer. Die Folge sind schwerste Menschenrechtsverletzungen und Vertreibungen.
In Kolumbien wurden Dörfer von Flugzeugen und Hubschraubern aus bombardiert. Sobald die überlebenden ihre Heimat verlassen haben, wird ihr Land konfisziert, der Wald abgeholzt und in Palmölplantagen verwandelt. Diese dienen dann der Produktion von pflanzlichem Diesel für die Reichen. Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen haben gewaltsame Vertreibungen und Drohungen durch die Agrarsprit-Mafia auch in Indonesien, Malaysia, Ecuador, Peru, Kamerun, Uganda und anderen Ländern des Südens dokumentiert.
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Benzin statt Brot
"Die Produktion von Agrartreibstoffen kann weltweit zu Hunderttausenden zusätzlichen Hungertoten führen", warnte im Juni 2007 Jean Ziegler, UN-Sonderbotschafter für das Recht auf Nahrung. Der bekannte Soziologe und frühere Schweizer Parlamentarier beschuldigt die EU, Japan und die USA der "totalen Heuchelei", weil sie Agrartreibstoffe förderten, um ihre eigene Abhängigkeit von Ölimporten zu verringern. Dadurch erhöhe sich der Druck auf Land, das für Nahrungsmittelproduktion benötigt werde.
Weil weltweit immer mehr Nahrungsmittel zur Energiegewinnung verbrannt werden, hungern noch mehr Menschen auf der Erde. Die ärmsten der Armen können finanziell mit Autobesitzern nicht konkurrieren...
US-Agronomen haben berechnet, dass bei fortgesetzter Verbrennung von Nahrungspflanzen die Zahl der Hungernden von rund 850 Millionen auf 1,2 Milliarden Menschen im Jahr 2025 steigen könnte. Das Getreide, das umgewandelt in Ethanol zur Füllung des Tanks eines Oberklassewagens notwendig ist, kann einen Menschen während eines ganzen Jahres ernähren. In Indonesien kochen inzwischen immer mehr Menschen mit gebrauchtem Pommesfett, weil sie sich das traditionell verwendete und nährstoffreiche Palmöl nicht mehr leisten können, seit der Palmölpreis im Zuge der Agrarsprit-Revolution sprunghaft angestiegen ist.
Agrartreibstoffe konkurrieren mit Nahrungsmitteln nicht nur um Land, sondern auch um das Wasser, das die Ackerfrüchte zum Wachsen brauchen...
... Weltweit ist nicht ausreichend Wasser vorhanden, um den Bedarf an Lebensmitteln zu decken und außerdem große Mengen Pflanzen für die Gewinnung von Agrarsprit anzubauen.
Todes-Sprit
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Die BtL-Lüge
... Alle Biomasse, die zum Beispiel für die Ethanolproduktion verbrannt wird, kehrt nicht mehr in die Erde zurück. Die ohnehin durch die agro-industrielle Landwirtschaft verarmten Böden werden dadurch noch stärker erodiert und benötigen eigentlich die organischen Reststoffe zur Regeneration.
Jede Sekunde werden schon heute 2.420 Tonnen Boden in die Weltmeere gespült. Was das bedeutet, spüren vor allem diejenigen Ureinwohner und Kleinbauern weltweit, die seit Generationen ihre Böden angepasst bewirtschaften.
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... Beim Sozialforum in Mali im Februar 2007 schließlich sagten Hunderte von Aktivisten den Monokulturen der Energiepflanzen, den sogenannten "Grünen Wüsten", den Kampf an. In Europa haben vor wenigen Wochen über 100 Umweltgruppen von der EU ein sofortiges Moratorium für Agrarkraftstoffe gefordert.
Mehr Informationen:
http://www.regenwald.org/pdf/Agrarenergie.pdf
N.N.: Orang-Utans sterben für Treibhausgemüse. Regenwald Report 3/2007, S. 10-14
Agrarenergie aus Palmöl vertreibt Kleinbauern, vernichtet Regenwälder und rottet unsere nächsten Verwandten aus. Dank eines deutschen Gesetzes erhalten die Palmöl-Verheizer bei uns trotzdem satte Zuschüsse.
Seit März 2007 kann Birgit Busigel nicht mehr ruhig schlafen. In der benachbarten Gärtnerei brummt pausenlos ein dicker Dieselmotor. "Manchmal riecht es ranzig wie nach altem Fett", erzählt die Frau. Welche Luftschadstoffe ausgestoßen werden, weiß Birgit Busigel nicht. Auch der Gemeinderat im fränkischen Albertshofen und die Kreiszeitung beschäftigen sich immer wieder mit der Maschine in der Gärtnerei.
Was die Stimmung in dem Dorf mit 2.500 Einwohnern anheizt, ist kein gewöhnliches Kraftwerk. Hier wird die Zukunft verbrannt und die soll grün sein. So grün wie der Schriftzug auf dem Tanklastwagen der "Tiroler Natur-Energie", der alle zehn Tage in Albertshofen vorfährt und 30.000 Liter öl in das Kraftwerk der Gärtnerei pumpt – Palmöl.
Auf 330 Kilowatt Leistung bringt es das Blockheizkraftwerk (BHKW). Die erzeugte Wärme temperiert die Gewächshäuser der Gärtnerei, in denen überwiegend Tomaten und Gurken gezogen werden. Der überschüssige Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Dafür kassiert der Kraftwerksbetreiber saftige Zuschüsse nach dem "Erneuerbare Energien Gesetz" (EEG*1), denn Palmöl ist ein nachwachsender Rohstoff...
Geliefert wurde das BHKW von "Jowimat GmbH Energiesysteme" aus Österreich. Die Firma wirbt gezielt bei Gärtnern, die Gewächshäuser unterhalten, für ihre kleinen BHKWs mit einer Leistung deutlich unter einem Megawatt. Für Anlagen dieser Größenordnung ist es relativ einfach, eine Betriebsgenehmigung zu erhalten. Allein im Landkreis Kitzingen, zu dem auch Albertshofen gehört, wurden bisher zehn solcher Anlagen genehmigt.
Kleine und große BHKWs, die mit Palmöl befeuert werden, schießen derzeit in Deutschland wie Pilze aus dem Boden. Wurden 2003 nur rund 130 Pflanzenöl-Kraftwerke bei uns betrieben, waren es 2006 bereits weit über 700. Die deutschen Importe von Palmöl haben sich seit 2000 auf gut 800.000 Tonnen jährlich mehr als verdoppelt. Das Leipziger Institut für Energie und Umwelt hat berechnet, dass bundesweit dieses Jahr etwa 1,3 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Palmöl erzeugt werden. Dafür erhalten die Kraftwerksbetreiber rund 200 Millionen Euro Zuwendungen über das EEG, die auf die Stromrechnung aller Haushalte umgelegt werden.
Bundeskanzlerin Merkel hat als EU-Ratsvorsitzende im ersten Halbjahr 2007 den rasanten Ausbau von so genannten Erneuerbaren Energien in der EU durchgesetzt, wozu auch der massenhafte Verbrauch von Palmöl für Stromerzeugung und Autodiesel zählt. Bis 2020 soll Agrarsprit bis zu zehn Prozent aller Transportreibstoffe in der EU ausmachen. Erst durch die Nachfrage aus dem Ausland wird es für Länder wie Indonesien wirtschaftlich interessant, die Palmöl-Plantagen auszuweiten. Mit ihrer Politik für so genannte "nachwachsende Rohstoffe" hat Merkel den Run auf Agrarenergie weiter angeheizt.
Die wachsende Beliebtheit von Palmöl hat vor allem wirtschaftliche Gründe: Es ist um etwa 120 Euro pro Tonne billiger als Rapsöl – bei einem nur minimal geringeren Heizwert. Da die staatliche Förderung von der Art des eingesetzten Pflanzenöls unabhängig ist, lassen sich so wesentlich höhere Gewinne als mit dem öl aus Raps erzielen, denn die Umweltschäden im Herkunftsland fließen nicht in den Preis ein. Tatsächlich sind Strom und Wärme aus Palmöl reine Kahlschlagenergie, an der menschliches Leid und Regenwaldzerstörung kleben.
Landraub für volle Autotanks
Ortswechsel: Barto, Oberhaupt der Dayak-Gemeinde Kanayan, steht vor seinem Haus im Herzen von Borneo und starrt auf große Flächen frisch angepflanzter Ölpalmen. "Das war seit Menschengedenken das Land unserer Vorfahren, aber jetzt haben wir es für immer verloren", sagt er mit trauriger Stimme. Bartos Dorf liegt im indonesischen Kalimantan, direkt an der Grenze zu Malaysia, mitten im tropischen Regenwald. Die Regierung in Jakarta hat in der Region den Anbau von Palmöl-Plantagen im großen Stil geplant, um die weltweit boomende Nachfrage zu befriedigen. Deswegen ist Kanayan nur eines von vielen Dörfern in der Gegend, wo traditionelle indigene Rechte von Palmöl-Konzernen mit Füßen getreten werden.
Bartos Cousin, der 35-jährige Alexander,hat bereits vergangenes Jahr seinen Besitz verloren. "Eines Morgens ging ich zu meinen Feldern und alles war gerodet. Meine Gummibäume, alle meine Pflanzen", erzählt er unter Tränen. Das verantwortliche Unternehmen, eine Tochter der indonesischen Duta Palma-Gruppe, hat ihm nur eine miese Entschädigung angeboten. "Jetzt muss ich als Bauarbeiter in Malaysia arbeiten, damit meine Frau und unsere drei Kinder nicht verhungern." 25 vergleichbare Fälle, in denen Landbesitzern gegen ihren Willen ihre Grundstücke genommen wurden, habe es allein in ihrem Dorf gegeben, berichten die Bewohner.
"Die Zahl an Landkonflikten hat dramatisch zugenommen, seit die Nachfrage nach Palmöl in die Höhe geschossen ist", sagt Feri Irawan von Walhi, der größten unabhängigen indonesischen Umwelt- und Menschenrechtsgruppe. "Seit 2005 sind allein in Westkalimantan 50 Dörfer betroffen, im ganzen Land sind es mindestens 400." In den 90er-Jahren gab es in Westkalimantan rund 500.000 Hektar Palmöl-Plantagen, inzwischen sind Konzessionen für 3,2 Millionen Hektar vergeben.
"Der weltweite Palmöl-Boom ist einer der größten Flüche für die Regenwälder und ihre Bewohner. Waldzerstörung, Vergiftung von Böden, Wasser und Luft durch Agrargifte sowie Landkonflikte und Verarmung der betroffenen Menschen sind die Folgen", urteilt Feri Irawan. Etwa 100 Millionen Menschen sind in Indonesien auf Wälder und ihre natürlichen Ressourcen zum überleben angewiesen, darunter rund 40 Millionen Indigene. Sie brauchen die Wälder für den täglichen Bedarf, aber auch für das überleben ihrer Kultur und Traditionen. Doch die riesigen grünen Wüsten aus Palmöl-Monokulturen fressen sich in dem südostasiatischen Land immer tiefer in die Regenwälder: Seit 1999 wurde die Plantagenfläche von drei auf rund sechs Millionen Hektar ausgedehnt.
Die Lizenzen werden meist zum Nachteil der lokalen Bevölkerung vergeben. Die Plantagen werden häufig mithilfe von paramilitärischen Gruppen gewaltsam realisiert, die sich für die Interessen der Konzerne einsetzen. "Seit 1998 haben wir über 500 Fälle von Gewalt dokumentiert im Zusammenhang mit Palmöl-Plantagen. Opfer waren jeweils Leute, die lokale Rechte verteidigt haben. Im selben Zeitraum wurden als Folge von Landkonflikten Dutzende Menschen ermordet", berichtet die Umweltgruppe "Sawit Watch" ("Palmöl-Wächter"), die sich vor allem auf Borneo um Palmöl- Opfer kümmert.
Die ölhaltigen Pflanzen wachsen in Monokulturen, eine Folge ist die Verarmung der Böden, was die Nährstoffe betrifft. Der großflächige Einsatz von Kunstdünger und Agrargiften schadet der Umwelt, er verseucht Wasser und Böden. Durch den enormen Wasserverbrauch der Plantagen werden die Trink- und Nutzwasserressourcen der Lokalbevölkerung zerstört. Außerdem sind die Sumpf- und Torfwälder von Borneo wichtige CO2-Senken. Werden sie durch Brandrodung zerstört, wird CO2 frei. Das führt die angeblich neutrale Klimabilanz von Treibstoffen aus Palmöl ad absurdum.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Produktion von einer Tonne Palmöl-Diesel auf Moorflächen in Südostasien zwei bis acht Mal mehr CO2 freisetzt als das Verbrennen von einer Tonne fossilem Diesel. "Wir konnten nachweisen, dass durch das Anlegen von Plantagen, durch das Abbrennen der Regenwälder und der Torfgebiete ein Vieltausendfaches an CO2 freigesetzt wird, als wir bei uns durch die Verbrennung von Palmöl zur Energiegewinnung einsparen können. Damit ist die Klimabilanz desaströs", so der Klimaforscher Florian Siegert von der Universität München.
Ausrottung für Badewasser
Während bei uns dank Palmöl Schwimmbäder beheizt werden, Stadtwerke wie in Schwäbisch Hall vermeintlichen "Ökostrom" produzieren und unsere Spritschlucker "umweltfreundlich" über die Autobahnen rasen, stirbt am anderen Ende der Welt ein einzigartiges Ökosystem. Ölpalmen wachsen nur in tropischen Regionen und fast immer auf Kosten von Regenwäldern. Akut bedroht sind dadurch neben den Waldbewohnern auch Millionen von Pflanzen- und Tierarten, darunter unsere nächsten Verwandten.
Die Videobilder, die Ende Juli 2007 in Jakarta der Presse vorgestellt wurden, zeigen schockierende Aufnahmen: Tote Orang-Utans mit Einschusslöchern in den Köpfen und schwer verletzte Tiere, die von Mitarbeitern vom indonesischen "Zentrum für Orang-Utan-Schutz" (COP) gerettet werden konnten. "Mindestens 1.500 Orang-Utans wurden 2006 auf Borneo und Sumatra getötet", sagt COP-Direktor Hardi Baktiantoro. "Fast immer als Folge neuer Palmöl-Plantagen auf Kosten der Regenwälder."
Die Menschenaffen suchen zwangsläufig Nahrung in den Plantagen, weil ihr natürlicher Lebensraum, die Wälder, zerstört wurde. Landarbeiter töten die Orang-Utans, um Ernteausfälle zu vermeiden. Vor allem in Kalimantan auf Borneo breiten sich die Palmöl-Plantagen derzeit rasend schnell aus. "Wenn die Waldzerstörung so weitergeht, werden die Orang-Utans schon bald für immer ausgerottet sein", warnt Hardi Baktiantoro. Auf der Nachbarinsel Sumatra, die heute stellenweise einer einzigen, riesigen Palmöl-Plantage gleicht, ist die Zahl der Menschenaffen seit 1990 um 91 Prozent zurückgegangen. Obwohl der Abschuss der streng geschützten Menschenaffen ein klarer Verstoß gegen indonesisches Gesetz ist, "wurde bisher niemand für die Verbrechen verantwortlich gemacht", beklagt Baktiantoro.
Subventionen für Kahlschlag-Strom
Die wahren Täter sitzen ohnehin in den Industriestaaten, unter anderem in den deutschen Metropolen. Angelockt durch die Zuschüsse des EEG, steigen immer mehr deutsche Unternehmen in den Bau und Betrieb von Palmöl-Kraftwerken ein. Damit wird der Großangriff auf die verbliebenen Regenwälder verschärft. Sämtlichen Tieflandregenwäldern Borneos, Heimat von Orang-Utans, Waldelefanten und Millionen teils endemischer Tier- und Pflanzenarten, droht binnen kurzer Zeit die Vernichtung.
"Es ist absurd", sagt Achim Steiner, Generaldirektor beim UNEP, dem Umweltprogramm der UN. "In seinem Wunsch, das Klima zu schützen, fördert Deutschland die Zerstörung von Ökosystemen und die Emissionen von großen Mengen an Kohlendioxid durch die Brandrodung von Regenwäldern." Ein Palmöl-Kraftwerk ist bei uns auf rund 20 Jahre Laufzeit angelegt. Das wissen auch die Investoren in Indonesien.
Das Land erlebt, angefacht durch den Run auf Agrarenergie, einen beispiellosen Palmöl-Boom. Indonesien, das Mitte der 1980er-Jahre nur auf rund einer halben Million Hektar Ölpalmen angebaut hat, plant die Plantagen auf über 20 Millionen Hektar in den nächsten zwanzig Jahren auszuweiten. "Palmöl ist jetzt wie grünes Gold", sagt der indonesische Millionär Sukanto Tanoto, Besitzer des Energie-, Holz- und Palmöl-Konzerns Corporation RGM International.
Millionen für Agrarsprit-Wahnsinn
In Malaysia und Singapur, Heimat von einigen der weltweit größten Palmöl-Produzenten, befinden sich die Agrardieselinvestitionen auf einem an Wahnsinn grenzenden Niveau. Firmen entstehen, kaufen andere auf und kreieren alle möglichen Formen von Allianzen, um die Vorteile des neuen Marktes zu nutzen. Anfang 2007 kaufte Südostasiens reichster Einwohner, Robert Kuok, verschiedene Palmöl-Segmente für sein Empire unter einem einzigen Namen: Wilmar International. Die Kuok- Firmengruppe ist zwar ein wichtiger, aber weitgehend unbekannter Spieler im Agrartreibstoff-Business, sowohl im Diesel- wie im Ethanolbereich. Wilmar International besitzt rund 435.000 Hektar Palmöl-Plantagen und 25 Raffinerien in Indonesien, Malaysia und Singapur.
Im Juli 2007 stellte "Friends of the Earth Niederlande" einen 100 Seiten Bericht vor, in dem Wilmar International Ltd. vorgeworfen wird für die illegale Brandrodung indonesischer Wälder verantwortlich zu sein, um Platz für Palmöl-Plantagen zu schaffen. Durch die Brände hätten viele Kleinbauern und Indigene hätten ihre Lebensgrundlage für immer verloren. In dem Bericht wird Unilever, ein Großkunde von Wilmar, aufgefordert, die Geschäftsbeziehungen mit dem Konzern zu beenden.
Zertifikate für Raubbau
In Berlin rühmt sich derweil die Bundesregierung, sie habe "mit der Einführung einer Biokraftstoffquote ihre Präferenz gesetzt und die wichtige Voraussetzung geschaffen, einen steigenden Absatz von Biokraftstoffen sicherzustellen." Inzwischen bastelt die Bundesregierung an einem Ablasshandel für Agrardiesel auch aus Palmöl. Das Landwirtschaftsministerium hat vermeintliche Experten mit der Erarbeitung eines Zertifizierungssystems beauftragt, das eine nachhaltige Produktion des importierten Öls garantieren soll. Dem Team gehören Vertreter des Agrobusiness, der Auto-, Agrarsprit- und Mineralölindustrie aus Europa, Malaysia, Indonesien und Brasilien an. Daneben sitzen der Deutsche Bauernverband, das Ökoinstitut sowie der WWF mit am Tisch. Vertreter der betroffenen Palmöl- Opfer sucht man vergeblich.
Der kürzlich bekannt gewordene Vorschlag für ein deutsches Zertifizierungssystem ist ein schlechter Scherz. Danach könnten Agrartreibstoffe ein Nachhaltigkeitssiegel erhalten, selbst wenn bei ihrer Herstellung Gentechnik und hochgiftige Pestizide eingesetzt und die Gewerkschaftsrechte verletzt werden. Zertifiziert werden könnten auch Ölpalmen, Zuckerrohr oder Soja sogar dann, wenn sie aus Regionen stammen, in denen noch vor wenigen Jahren Menschen lebten oder Urwälder standen. Völlig ausgeklammert bleiben Kriterien wie Wasser- und Luftverschmutzung, Bodenversauerung, Landnutzungskonflikte, Vertreibungen oder Nahrungsmittelkonkurrenz. Berlin ist dabei, den Raubbau zu besiegeln.
Anmerkung:
*1: EEG - das Erneuerbare Energien Gesetz
N.N:: Wie wir den Regenwald verheizen Regenwald Report 3/2007, S. 14
Gesetzlich geförderte Abholzung durch das Erneuerbare Energien Gesetz
"Zweck dieses Gesetzes ist es, insbesondere im Interesse des Klima-, Natur- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen." So lautet die einleitende, offizielle Beschreibung des deutschen Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG). Klima- und Naturschutz sind also wichtige Ziele des 2000 eingeführten Gesetzes. Tatsächlich aber ist das EEG seitdem zu einer Bedrohung für Regenwälder und traditionelle Bevölkerungsgruppen in den tropischen Ländern rund um den Globus geworden – und schadet de facto dem Klima. In seiner bisherigen Fassung fördert das EEG die Nutzung jeglicher Biomasse, selbst wenn dadurch Regenwälder zerstört werden und mehr Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen als durch die vergleichbare Menge fossiler Treibstoffe.
Der katastrophale Palmöl-Boom in deutschen Kleinkraftwerken geht also paradoxerweise auf Bestimmungen zurück, mit denen die Regierung eigentlich den Absatz umweltfreundlich erzeugten Stroms sichern wollte. Im Rahmen des EEG müssen die großen Elektrokonzerne den Strom aus Wind, Sonne und Biomasse abnehmen und eine Vergütung von 11,5 Cent je kW/h zahlen. Dazu kommen im Rahmen der "Nachwachsende Rohstoffe-Verordnung" zusätzlich 6 Cent NaWaRo-Bonus pro kW/h. Rettet den Regenwald hat schon vor Monaten von Umweltminister Gabriel gefordert, sofort eine EEG-Novellierung auf den Weg zu bringen, die den derzeitigen, subventionierten Umweltfrevel mit Energiepflanzen aus Raubbau wie etwa Palmöl zur Stromerzeugung beendet.
Mehr Infos: http://www.regenwald.org/regenwaldreport.php?artid=185: Kahlschlag-Diesel, nein danke!
ANGST VOR HUNGERKRISEN. Reaktionen auf steigende Lebensmittelpreise. dpa/AFP/rtr: Scharfe Kritik an Agrarsubventionen. Finanzministerium offenbar für Umbau des EU-Etats. / UN: Allein in Lateinamerika 20 Millionen neue Arme. Der Tagesspiegel Nr. 19880, 20.4.2008, S. 5
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Moritz Kleine-Brockhoff: Philippinen stellen Biosprit in Frage. Kritiker sehen Gefahr für Lebensmittelproduktion / Präsidentin Arroyo will Reisanbau zusätzlich fördern. ebd.
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Malaysia und Indonesien setzten sich zum Ziel, gemeinsam 20 Prozent des Biospritbedarfs der EU zu decken, vor allem durch öl aus Palmen. Die beiden Länder decken zusammen 85 Prozent des Palmöl-Weltmarktes ab. Indonesien kündigte an, mit ölpalmen, Jatrophabüschen, Maniokpflanzen und Zuckerrohr bis 2010 jährlich 1,3 Milliarden Liter Biokraftstoff zu produzieren.
Aufgrund der gestiegenen Nahrungsmittelpreise prüfen nun manche Regierungen, inwieweit forcierter Anbau von Pflanzen für Biosprit die traditionelle Agrarwirtschaft bremst. Ein am Dienstag veröffentlichte internationaler Bericht zur landwirtschaftlichen Forschung und Technologie für Entwicklung rief die Weltgemeinschaft zu fundamentalen Veränderungen in der Landwirtschaft auf, um rasant steigenden Preisen, Hunger, sozialer Ungerechtigkeit und ökologischen Desastern Einhalt zu gebieten.
Bedrohung der Meeresstraße von Lembeh
N.N.: WestLB im Goldrausch Regenwald Report 1/2007, S. 7-9
Die Düsseldorfer Bank beteiligt sich finanziell an einer Goldmine auf Sulawesi. Bedroht sind Fischereiwesen und Naturtourismus in der ökologisch einzigartigen Meeresstraße von Lembeh.
Schneeweiße Sandstrände, dahinter tropischer Regenwald und vorne schimmert das kristallklare, blaue Meer. Die Gewässer vor Lembeh, Pulisan und Bangka im Norden der indonesischen Insel Sulawesi sind bei Tauchern als Topziel bekannt, denn hier finden sie eine einzigartige Vielfalt an Meereslebewesen. Der glotzäugige Sterngucker zählt dazu, das Pygmäen–Seepferdchen, der behaarte Anglerfisch, der Blauring–Oktopus oder der blättrige Skorpionfisch.
Auch die Landfauna, bekannt als Wal-lacea–Region, ist einmalig. Die Dschungelreservate Tangkoko und Dua Saudara beherbergen das scheue Großfußhuhn Maleo, den kleinsten Primaten der Welt, bekannt als Koboldmaki, oder den schwarzen Makaken. Dreizehn seltene Säugetierarten kommen hier vor, 155 Vogel- und 17 Reptilienarten – viele davon endemisch. Die Strände um Tangkoko und Dua Saudara zählen zudem zu den wenigen auf der Welt, die von der bedrohten Lederschildkröte zur Eiablage aufgesucht werden.
Jetzt ist dieses Paradies akut bedroht. Der australische Bergbaukonzern Archipelago Resources Plc mit seiner indonesischen Tochterfirma PT Meares Soputan Mining (MSM) will in Nordsulawesi so schnell wie möglich die Toka Tindung Goldmine in Betrieb nehmen. Das ökologisch katastrophale Projekt ist mit Korruption und massiver Einschüchterung der betroffenen Bevölkerung verbunden. Und wieder einmal sitzt die WestLB mit im Boot. "Es ist zutreffend, dass die WestLB Teil des Konsortiums zur Finanzierung des Goldminenprojekts ist", bestätigt die Düsseldorfer Bank schriftlich und glänzt ansonsten mit nichtssagenden Floskeln.
"Bei der Finanzierung des Bergbauprojekts Toka Tindung achtet die WestLB streng darauf, dass alle nationalen Umwelt- und Sozialvorschriften eingehalten und alle notwendigen Genehmigungen im Umwelt- und Sozialbereich eingeholt werden", versichert die Bank aus NRW.
Offenbar hat die WestLB beim Goldminenprojekt aber nicht genau genug hingeschaut, ob vor Ort tatsächlich alles mit Recht und Ordnung zugeht. Die für den Betrieb erforderliche Umweltverträglichkeitsstudie stammt noch aus der Suharto-Diktatur von 1998 und wurde vor einem Jahr vom indonesischen Umweltministerium zurückgenommen. Trotz der Aufforderung des Ministeriums und auch des Provinzgouverneurs, dass MSM alle Arbeiten einzustellen hat, bis eine neue Prüfung vorliegt, hat das Unternehmen unbeirrt von den staatlichen Auflagen die Konstruktionsarbeiten vorangetrieben. Eine Straße sowie der Hafen, über die die Schwertransporte für die Konstruktion der Produktionsanlage laufen sollen, sind inzwischen – ohne Genehmigungen – gebaut worden.
Die WestLB hatte dagegen behauptet, Geschäftsvoraussetzung bei der Kreditvergabe sei gewesen, dass ihrem Kunden eine behördlich genehmigte Umweltverträglichkeitsstudie vorliege. Dass MSM auch ohne eine solche die Konstruktionsarbeiten vorangetrieben hat, müsste die WestLB eigentlich als Vertragsbruch werten.
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Die australische Betreiberfirma Archipelago Resources Plc und ihre Tochterfirma MSM werden in Jakarta protegiert und auf Ministerialebene lobbyiert durch den indonesischen Minister für Gesundheit und Soziales, Aburizal Bakrie, der einer der reichsten Männer Indonesiens ist. Seine Firma Bakrie Constructions ist für die Schlammkatastrophe in Sidoarjo/Ostjava verantwortlich, wo 2006 durch verantwortungslose Bohrungen Zigtausende von Menschen ihre Existenz, Arbeit und Wohnungen verloren haben...
Abgesehen von dem rechtlich äußerst bedenklichen Status des Minenprojektes, wehrt sich die Bevölkerung des Gebietes gegen eine bloße Revision der Umweltverträglichkeitsstudie, da sie befürchtet, dass mit einer revidierten Version staatliche Auflagen umgangen und negative Umweltauswirkungen ungenügend beachtet werden und zudem die Menschen ihre Lebensgrundlagen in Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus verlieren. Das betroffene Gebiet weist die zweithöchsten Fischfangquoten der Provinz auf. Neben dem Fischereiwesen ist der Tauch- und Naturtourismus in dem weltweit berühmten Tauchgebiet in der Meeresstraße von Lembeh, welche auf der UNESCO-Liste der zu schützenden Weltregionen steht, ein bedeutender Wirtschaftszweig der Provinz. Aus Furcht vor wirtschaftlichen Einbrüchen lehnen daher sowohl die Bevölkerung als auch die Provinzregierung die Goldmine ab.
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... Tausende von Arbeitsstellen im Tourismussektor, der nachhaltige Entwicklungseffekte gewährleistet, sind gefährdet, wenn die Goldmine in Betrieb gehen sollte, deren Lebensdauer lediglich auf fünf bis sechs Jahre angesetzt ist. Entgegen ihrer Versprechen, nur neueste und umweltschonende Technologie einzusetzen, hat MSM eine gebrauchte Verarbeitungsanlage aus El Tambo/Chile erworben, die nun in Toka Tindung zum Einsatz kommen soll.
"Die WestLB ist Mitglied beim UN Global Compact und in der Finanzinitiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen", schrieb die Bank Ende 2006. "Dadurch hat sie sich freiwillig dazu verpflichtet, bei allen Finanzierungen auf die Einhaltung internationaler Umwelt- und Sozialstandards hinzuwirken." Welche Folgen Goldabbau in ökologisch hochsensiblen Regionen hat, weiß die WestLB unter anderem aus Papua-Neuguinea. Dort, auf der Insel Niolam, befindet sich eine der größten Goldminen der Welt. Weil sich die Regierung des Landes an dem Projekt beteiligen wollte, arrangierte die WestLB schon vor Jahren einen Kredit über 110 Millionen US-Dollar.
Für die Einrichtung der Mine wurden nicht nur die Brutgebiete endemischer Vogelarten, sondern auch Gebiete großer religiöser und kultureller Bedeutung für die Inselbewohner wie Ahnenfriedhöfe und heiße Quellen zerstört. Die Entsorgungspraktiken der Lihir-Mine führen zur Zerstörung der Korallenriffe und zu einem Rückgang der Fischvorkommen und stellen darüber hinaus eine enorme gesundheitliche Gefährdung für die lokale Bevölkerung dar. Wirbellose Meerestiere werden hohen Zyanid- und Schwermetallkonzentrationen ausgesetzt, sodass sich toxische Stoffe über die Nahrungskette anreichern.
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Auch in Nordsulawesi sind Menschen, Flora und Fauna durch die dort geplante Goldmine in großer Gefahr. Der Fischereiwirtschaft, von der Zigtausende von Existenzen in der Region abhängig sind, droht irreparabler Schaden. Die Bucht von Batuputih ist das Zentrum der Fischereiwirtschaft...
"Unsere Familien leben vom Fischfang, vom Anbau und vom Tourismus. Was sollen wir machen, wenn die Goldmine nach sechs Jahren Betriebsdauer abzieht und eine ökologische Wüste zurücklässt? Was sind 700 Arbeitsplätze auf sechs Jahre gegen die Vernichtung Tausender Existenzen, unserer Gesundheit und einer einzigartigen Umwelt? Bitte nehmen Sie Ihre Kredite zurück!"
Moritz Kleine-Brockhoff: Auf Java sprudelt weiter Schlamm aus der Erde. Ist die Natur oder eine Bohrung die Ursache? Der Tagesspiegel Nr. 19943, 24.6.2008, S. 28
Der Schlamm, täglich 100.000 Kubikmeter, schießt seit zwei Jahren aus der Vulkanerde. Wie lange "Lusi", wie die Indonesier im Osten der Insel Java ihren Schlammvulkan nennen, noch spuken wird, kann niemand sagen.
Die Schäden schätzt die Regierung auf zwei Milliarden Euro. 6,5 Quadratkilometer wurden mit der hellbraunen Brühe überschwemmt. Dörfer, Fabriken, Schulen und Moscheen versanken. 36.000 Menschen verloren ihre Heimat.
Über die Ursachen des Ausbruchs gehen die Meinungen unter den Experten auseinander. Die einen machen ein Erdbeben verantwortlich, das sich am 27. Mai 2006 südlich der Stadt Yogyakarta ereignete. 140.000 Häuser stürzten ein, Straßen brachen auf, 5800 Menschen starben. Das Epizentrum lag vor der Küste im Meer. Die Stärke wird zwischen 5,9 und 6,3 auf der Richterskala angegeben. Dutzende Nachbeben folgten.
Doch die Schlammeruption könnte auch durch eine Bohrung verursacht worden sein, als am 28. Mai 2006 250 Kilometer nördlich des Epizentrums Mitarbeiter der Firma Lapindo in 2834 Meter Tiefe nach Erdgas suchten. Plötzlich traten Wasser und Gas ins Bohrloch. Experten nennen das "Kick". Die Ingenieure stellten die Bohrung ein.
Tags darauf brach 200 Meter neben dem Bohrloch die Erde auf. Heißer Matsch sprudelte, der Schlammvulkan Lusi war geboren. Die stinkende Brühe stammt aus 2000 bis 3000 Metern Tiefe.
1000 Betonkugeln sollten den Vulkan verstopfen – vergeblich. Nun leiten neue Dämme und Kanäle einen Teil der Soße in einen Fluss. Die Umweltorganisation Greenpeace befürchtet "irreversible ökologische Folgen", hat aber auch keinen besseren Rat.
... Der Italiener Adriano Mazzini, ein Geologe der Universität Oslo, widersprach. Der Schlamm enthalte keinen Kalkstein. Lusi liege auf einer geologischen Bruchlinie, was typisch für Schlammvulkane sei. "Dies deutet auf ein Beben hin. Lusis Ausbrüche scheinen im Zusammenhang mit seismischer Aktivität zu stehen", urteilte Mazzini. Sein Kontrahent Davies entgegnete, das Beben sei zu schwach und zu weit weg gewesen, um eine Rolle zu spielen. "Wir sind sicherer denn je, dass Lusi durch Bohrung ausgelöst wurde", schreibt er in seiner Studie.
Polizeiermittler fordern, dass die Firma strafrechtlich wegen Fahrlässigkeit belangt werde. Der Staatsanwalt lehnt das mit Hinweis auf die konträren wissenschaftlichen Aussagen ab. Zudem wiesen Richter Zivilklagen von Umweltgruppen gegen die Firma Lapindo ab, der Schlamm sei ein "natürliches Desaster".
Pikant ist, dass Lapindo zur Zeit des Lusi-Ausbruches Sozialminister Aburizal Bakrie gehörte. Der laut "Forbes" mit 2,9 Milliarden Euro reichste Mann Indonesiens hatte den Wahlkampf von Präsident Susilo Bambang Yudhoyono mit finanziert. "Es war nicht Lapindo, es war das Erdbeben", sagte Bakrie, "obwohl wir nicht verantwortlich sind, stellen wir 420 Millionen US-Dollar zur Verfügung." Mit den umgerechnet 271 Millionen Euro, 14 Prozent des Schadens, soll die Sache für Lapindo erledigt sein. Präsident Yudhoyono erließ ein Dekret, das Lapindos Beitrag begrenzt. Die Bohrfirma soll sich nun nur um Umsiedlungen und Schlammabfluss kümmern. Für die anderen Schäden kommt der Staat auf.
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Natuurwonder in Indonesië
Marieke Aarden: Duiker met geld moet nieuwe epaulethaai redden. de Volkskrant, maandag 18 september 2006
In de zee rond Vogelkop op Irian Jaya zijn tientallen nieuwe vissen en koraalsoorten ontdekt. Onderzoeker dr. Gerry Allen von Conservation International (CI) kwam tijdens duikexpedities rond het Indonesische schiereiland onder meer een nieuwe soort epaulethaai op het spoor, die op zijn vinnen over de zeebodem schuifelt.
De wateren bij het schiereiland Vogelkop, zo genoemd vanwege de vorm, zijn uitzonderlijk rijk aan direnleven; inmiddels zijn er al meer dan 1200 vis- en bijna 600 koraalsoorten ontdekt.
Nieuw in deze menagerie, behalve de epaulethaai, zijn onder meer een zeegrondel, een rifbaars, vermoedelijk een ronde vleermuisvis en vissoorten die zijn verwant aan kardinaalvissen, ..., juffersvissen en lipvissen.
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Expeditieleider dr. Mark Erdmann van Conservation International onderstreept de koraalrijkdom in het Vogelkop-gebied: 'Zes van onze onderzoekslocaties hadden elk meer dan 250 soorten hard koraal. Dat is vier keer meer dan de aantallen in de hele Caribische Zee en dan ook nog in een gebied ter grootte van twee voetbalvelden.'
Het kustgebied van Vogelkop is dunbevolkt. Vooral vissers uit Sulawesi zijn er actief. Met dynamiet blazen ze de koralen op om de vissen te doden. Daarom is het hoog tijd dat het zeegebied wordt beschermd, stelt Feldmann.
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Pieter Borkent, directeur van Conservation International in Nederland, is voorstander van hoogwaardig duiktoerisme rond Vogelkop. 'Door toerisme krijgt een gebied bekendheid. Dan ontstaat ook de motivatie om de natuur te beschermen.'
In februari (2006) werd in het Fojo-gebergte op Irian Jaya een tiental nieuwe plant- en diersoorten ontdekt, waaronder een uitgestorven gewaande paradijsvogel...
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