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Nederlands
Informationen zur niederländischen Sprache und Kultur
Stand der Bearbeitung: 13.8.2006
Zuletzt bearbeitet: 24.12.2011
Rüdiger Schaper: High auch ohne Fisch. Brandauers "Dreigroschenoper" fällt durch im Berliner Admiralspalast. Doch das Haus glänzt. Mit dem alten Johannes Heesters. Der Tagesspiegel Nr. 19279, 13.8.2006, S. 32
Anderthalb Stunden nach Mitternacht, Brandauers Brecht-Pleite ist schon fast Geschichte - und die neuen Hausherren vom Admiralspalast schenken ohne Ende Alkohol aus -, um ein Uhr dreißig betritt ein Herr die Bühne.
"Bier ist gut für die Stimme", sagt er und nippt an einem Glas. Der Frack sitzt. Die Stimme trägt, in dem riesigen Theatersaal für 1700 Menschen. An die Titel seiner Lieder könne er sich nicht mehr so gut erinnern. Aber er singt sie ohne Furcht und Tadel, sobald ihn seine ein halbes Jahrhundert jüngere Frau Simone Rethel den Anfang souffliert. Er steht, gegen den Flüger gelehnt. Er macht Conference. Knödelt mit strahlenden Augen seine tenorigen Leibspeisen für das Publikum. Das ist längst aufgesprungen und überschüttet den 102-jährigen mit Ovationen.
Was für ein Coup! Johannes Heesters, Jopi leibhaftig, gibt dem wiedereröffneten Admiralspalast die Ehre. Hier hat er 1940, und da bekommt man schon ein flaues Gefühl für Zeit und Raum und Geschichte, seinen Grafen Danilo in der "Lustigen Witwe" geschmettert, der Kapellmeister damals in der Reichshauptstadt hieß Franz Lehär. Von dem weiß Heesters, da kennt er keine Gedächtnislücken, noch hübsche Anekdoten zu erzählen. Von Champagner in der Garderobe und so weiter. Und dann reicht ihm seine Zauberassistentin Stock und Zylinder, legt ihm den weißen Schal auf die Schultern, das Capital Dance Orchestra setzt behutsam ein, und der Herr geht tatsächlich noch einmal ins "Maxim".
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Aber kaum einer aus dem Brandauer-Ensemble hat die Kraft, die Raffinesse eines Johannes Heesters...
sast: 102 Jahre als Gesamtkunstwerk. Ausstellung über Johannes Heesters in der Akademie der Künste eröffnet. Der Tagesspiegel Nr. 19291, 25.8.2006, S. 11
Vor zwei Wochen noch begeisterte er die Gäste bei der Wiedereröffnung des Admiralpalastes, gestern nun gehörte der Abend ganz ihm: Im Haus der Akademie der Künste am Hanseatenweg (in Berlin) wurde die Ausstellung über Johannes Heesters eröffnet. Es ist die erste Ausstellung über das Gesamtkunstwerk des 102-jährigen. Motto: "Auf den Spuren eines Phänomens". Damit wird erstmals das Archiv präsentiert, das Heesters vor zwei Jahren der Akademie schenkte. Gezeigt werden 300 Exponate, darunter Fotos, Rollenbücher, Kostüme, Filmplakate und persönliche Dokumente.
... Die Schau spare nicht Heesters' Verhältnis zu den Nationalsozialisten aus, "weil es nichts zu verheimlichen gibt", so (Wolfgang) Trautwein (Direktor des Akademie-Archivs).
Regisseur Rolf von Sydow nannte Heesters vor dem mit einigen hundert Gästen gefüllten Saal "einen wahren Gentleman", der zeige daß ein Leben "als Berühmtheit ohne Allüren möglich ist."
Der so geehrte Heesters, der von den Rednern und Gästen immer wieder "lieber Jopi" genannt wurde, sagte: "Ich bin ein bißchen verlegen, daß ich so viel Lob über micht gehört habe." Und dann begann er, wie schon im Admiralspalast, wieder zu singen, mit kräftiger Stimme, begleitet vom Salon Orchester Berlin.
Der rührenste Moment des Abends ist erreicht, als Heesters von den Erinnerungen singt: "Sie sind die Kraft meines Lebens."
dpa/AP: Johannes Heesters. Der Tagesspiegel Nr. 19297, 31.8.2006, S. 28
Johannes Heesters, Entertainer, möchte, "daß mein Heimatland Holland endlich mit mir Frieden schließt. Daß die bösen Vorwürfe, die man mir dort macht, endlich enden mögen. Aber ich fürchte, daß mein sehnlichster Wunsch unerfüllt bleibt", sagte der 102 Jahre alte Künstler der "Neuen Post".
Viele, vor allem ältere Holländer, können ihm nicht verzeihen, daß er 1934 nach Deutschland ging und zu den Stars der "Ablenkungsfilme" in den Kriegsjahren zählte.
mho: Heesters stellt Bildband über sein Leben vor. Der Tagesspiegel Nr. 19368, 11.11.2006, S. 13
Als 17-Jähriger betrat er das erste Mal die Bretter, die die Welt bedeuten. 1921 war das. Auf der Bühne ist Johannes Heesters, der im Dezember seinen 103. Geburtstag feiern wird, auch heute noch zuhause... der gebürtige Holländer...
Moritz Honert: Der beswingte Klassiker. Morgen und am Freitag tritt Johannes Heesters im Admiralspalast auf. An seiner Seite singt Schauspielerin Katja Riemann. Der Tagesspiegel Nr. 19406, 19.12.2006, S. 9
... Der 103-jährige männliche Gegenpart jedoch hat zwei Tage vor der Premiere noch keinen Ton mitgesungen. Auch welche Lieder er morgen bei der Weihnachtsgala „Stars go Swing“ zusammen mit Katja Riemann und dem Capital Dance Orchestra singen wird, wusste Johannes Heesters am Montag noch nicht...
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Admiralspalastchef Falk Walter ging es darüber hinaus darum, die Historie seines Hauses am Leben zu halten. Heesters und den Admiralspalast verbinden eine lange gemeinsame Geschichte. Bereits vor 66 Jahren gab der gebürtige Holländer hier den Danilo in der Operette "Die lustige Witwe"...
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Kurt Rötgen: Ein Tag und sechs Klimmzüge mit Johannes Heesters. Der Tagesspiegel Nr. 19571, 10.6.2007, S. S2-S3
Im März meldeten alle Zeitungen, dass er das Rauchen aufgibt. Mit 103 Jahren! Im April hat er dann wieder angefangen. Er arbeitet ja auch noch: lernt Texte auswendig, hält sich fit. Und er hofft auf neue Rollen. - Ein Besuch beim berühmtesten Senior der Republik.
... leicht gehen ihm die 24 Verse aus dem zweiten Akt der "Lustigen Witwe " über die Lippen. Heesters ist wieder ganz Graf Danilo, der mit dem "schwachen, koketten Geschlecht" abrechnet. Und der aus Rache an der vermeintlich Untreuen mit einem höhnischen "Haha" ins Nachtleben entschwindet: "Heut geh ich ins Maxim, da bin ich sehr intim, ich duze alle Damen, ruf sie beim Kosenamen."
In 3000 Aufführungen von Franz Lehárs berühmtester Operette war Heesters der flotte Graf im Frack, mit weißem Schal und Zylinder. Ein "König der Eleganz", so die "Süddeutsche Zeitung". Jedes Detail seiner Paraderolle hat der 103-Jährige noch präsent. Er genießt an diesem warmen Frühsommertag den Applaus der kleinen Zuhörerrunde und belohnt sich wie früher: "Jetzt möchte ich rauchen", sagt er zu Ehefrau Simone.
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... Seine Augen, vom Grünen Star und der Makula-Degeneration, einer Netzhauterkrankung, befallen, sind immer schwächer geworden. Inzwischen ist er blind, sieht weder die blühenden Bäume noch die vielen Blumen, die er auf dem rund 4000 Quadratmeter großen Grundstück zum Teil selbst gepflanzt hat...
Heesters ist der Bekannteste der fast 8000 Menschen in Deutschland, die 100 Jahre oder älter sind. Im Jahr 2050 sollen es weit über 100 000 sein. Wer heute geboren wird, hat laut Max-Planck-Institut eine über 50-prozentige Chance, 100 Jahre alt zu werden. Ob das Leben im hohen Alter tatsächlich ein Segen ist?
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Für Heesters, der nach abgebrochener Banklehre schon als 17-Jähriger in Shakespeares "Sommernachtstraum“ auf der Bühne stand und seither das Rampenlicht gewohnt ist, ist die Blindheit seiner späten Jahre eine ganz besondere Tragödie. "Ich sitze im Dunkeln, das ist manchmal schlimm", sagt er. Es sind die Momente, in denen die Depression auch diesen sonst so unverwüstlichen Optimisten anfällt. Besonders arg war es vor einem Jahr, als er mit der Familie seine alte Heimatstadt Amsterdam besuchte: mit Simone, den Töchtern Wiesje und Nicole aus erster Ehe, Schwiegersöhnen, drei Enkeln, vier Urenkeln. "Sie sagten", erzählt er, ",Jopie, schau dies und schau das.’ Aber ich habe nichts gesehen von den Dingen, auf die ich mich so gefreut hatte."...
Der von Generationen hauptsächlich weiblicher Fans umschwärmte Film- und Bühnenstar Heesters allerdings lebt im Heute. "Wir sprechen beide nicht von früher", sagt Simone Rethel, seit 1992 mit ihrem 46 Jahre älteren "Jopie" verheiratet. Im Haus erinnert allein ein Lehár-Foto mit Widmung für "den wirklich besten Danilo" an die glanzvolle Karriere des Schauspielers und Sängers. Eitle Selbstdarstellung ist ihm fremd. Wenn er Kollegen über ihre früheren Erfolge reden höre, so Heesters, "denke ich: Mensch, halt die Klappe."
Nur wenn Gäste kommen, ist die Vergangenheit ein Thema. Dann gibt Heesters den Grafen oder stimmt ein Lied aus dem Musical "Gigi" an, mit dem er vor 40 Jahren im Berliner Theater des Westens gefeiert wurde: "Der dämmernde Tag umschimmert mich, kein Kummer in Blond mehr kümmert mich. Ich bin Gott sei Dank nicht mehr jung."
Den Holländer, der sich gleichsam mit dem Champagnerglas in der Hand durch fast ein ganzes Jahrhundert sang, interessieren künftige Erfolge mehr als die von einst. Er sucht ein Theaterstück, das zu ihm passt. "Ich will wieder auf die Bühne, will spielen", sagt er. Am liebsten zusammen mit Simone, wie zuletzt 2002 in Tschechows "Kirschgarten" oder davor in der schwarzen Komödie "Ein gesegnetes Alter" von Curth Flatow. Die feste Überzeugung, in seinem Beruf noch immer gefragt zu sein, hält ihn am Leben. Dafür arbeitet er Tag für Tag mit der Willenskraft eines jungen Schauspielers, der die großen Rollen haben möchte.
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"Nach dem Aufstehen", erzählt er, "mache ich Atemübungen und singe. Aber keine Lieder, nur Töne. So!" Er demonstriert, wie er seine Tenorstimme trainiert, die trotz nachlassender Kraft noch einen vollen, weichen Klang hat. "Nur weil ich so viel Sport getrieben habe", sagt er; die Stimme sei auch Ausdruck dafür, wie man sich insgesamt fühle.
Der junge Heesters hat geboxt und beim holländischen Renommierklub Ajax Amsterdam Fußball gespielt. Jetzt geht er zweimal in der Woche ins Fitnessstudio, stemmt insgesamt eine Stunde lang Gewichte, fährt Rad oder bewegt sich auf einem Laufband. "Durch Sport ist ein Tag schnell vorbei. Ich bin danach selig, fühle mich so gesund", sagt er. Daheim macht Heesters jeden Tag ausgiebig Gymnastik. Und wenn es nicht zu kalt ist, steigt er in den unterhalb des Hauses gelegenen Pool. Dann wachen Ehefrau Simone und Amalia Benneckenstein darüber, dass der blinde Schwimmer nicht die Orientierung verliert.
Es ist Heesters wichtig, nicht gebrechlich zu wirken. Sonst hätten ja die Leute recht, die seine jüngsten Auftritte kritischer sehen als sein gerührtes Publikum. Ob im Berliner Admiralspalast, in Hamburg, München oder Weiden in der Oberpfalz – überall dankten die im Durchschnitt gut 50 Jahre alten Besucher mit Standing Ovations, wenn Heesters "Ich knüpfte manche zarte Bande" sang oder "Man müsste Klavier spielen können". Doch das Boulevardblatt "tz" fragte nach dem Abend in der Münchner Philharmonie, ob man nicht eher Mitleid mit Heesters haben sollte. Und Karl Dall, erzählt Simone Rethel empört, lästere sogar, "Jopie" werde auf der Bühne ans Klavier gedübelt. Das gehe ohnehin, glaubt sie, hauptsächlich gegen sie, die Ehefrau.
Wenn Simone Rethel ihren Mann zum Konzert führt, haben manche Betrachter offenbar das Bild vom betagten Tanzbären vor Augen, der am Nasenring noch mal in die Manege gezogen wird. "Sie macht es doch nur, weil ich nichts sehe", sagt dagegen Johannes Heesters. Stehe er erst mal am Klavier, brauche ihm keiner mehr zu helfen: "Dann singe ich und die Leute hören nicht auf zu klatschen, und ich denke: Wie wunderschön, sie mögen dich noch, immer noch."
Bei der Feier zum 103. Geburtstags am 5. Dezember 2006 mit fast 2000 Gästen im Wiener Konzerthaus sagte ihm der große Theatermann Otto Schenk: "Du kannst noch so langsam zum Klavier gehen, aber in deinem Gesicht leuchtet der kleine Junge."
Heesters liebt seinen Beruf, sein Publikum, und dieser Funke ist immer übergesprungen. In seinen Berliner Jahren von 1936 bis 1943 belagerten Verehrerinnen seine Villa an der Hubertusbader Straße in Grunewald stundenlang. Sie gingen erst, wenn sich ihr Held nach der Heimkehr vom Theater oder den Ufa-Filmstudios in Babelsberg wenigstens am Fenster gezeigt hatte.
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Sicher, man merkt Heesters das hohe Alter an. Man muss laut mit ihm reden und möglichst nicht zu kompliziert fragen. Seine Hände sind übersät mit Altersflecken. Wenn er beim Erzählen oder Rezitieren ins Stocken gerät, hilft die Ehefrau als Souffleuse weiter. Vor zwei Jahren konnte Heesters noch extrem vergrößerte Schriften auf einem Bildschirm lesen. Auch das ist vorbei. Jetzt spricht Simone ihm die Texte vor und er repetiert, bis sie sitzen.
Heesters weiß, dass sein Leben mit dem von anderen sehr alten Menschen schwerlich vergleichbar ist, die im Heim allein auf die Hilfe eines oft überforderten Pflegepersonals angewiesen sind. Während er erzählt, seufzt er manches Mal: "Wenn ich Simonchen nicht hätte." Sie gibt seinen Tagen, die er allein nicht bewältigen könnte, eine Struktur. Einen Engel, nennt Heesters-Tochter Nicole die zweite Frau des Vaters: "Es ist ein Engel vom Himmel gefallen, der meinen Vater bei der Hand nimmt", sagt sie, inzwischen selbst 70 Jahre alt.
Man steht staunend vor dieser ungewöhnlichen Liebesgeschichte, die begann, als Simone Rethel elf Jahre alt war. Sie sah damals Heesters im Fernsehen, fortan ließ sie "diese Mischung aus Lausbub und elegantem Herrn" nie wieder los: Sie dekorierte ihr Zimmer mit Heesters-Fotos, nicht wie ihre Freundinnen mit den Beatles oder Rolling Stones. Sie fuhr als 16-Jährige im Holland-Urlaub nach Zandvoort, wo Heesters ein Haus besaß und sie ihm tatsächlich begegnete. Zurück in München rannte sie mehrmals in die Vorstellung, wenn er im Theater am Gärtnerplatz oder in der Kleinen Komödie gastierte.
Simone Rethel wurde auch Schauspielerin, hatte Beziehungen mit Männern, doch "die Liebe zu Jopie war immer in meinem Herzen". Ein Freund brachte die beiden zusammen, als Heesters aus Trauer über Wiesjes Tod kaum noch unter Leute ging. 55 Jahre waren sie verheiratet gewesen, im Haus in Söcking empfand er nur noch Leere. "Ich glaube, meine Heiterkeit hat ihm gutgetan", sagt Simone.
Sie ist Botschafterin der Initiative "Altern in Würde", die sich intensiv mit dem Thema Alzheimer und Demenz befasst. Auch deshalb weiß sie, dass es richtig ist, ihren Mann bei seinen Anstrengungen zu unterstützen anstatt ihm einzureden, sich im Lehnstuhl auszuruhen. Geistige und körperliche Aktivitäten sowie soziale Kontakte fördern die Bildung neuer Nervenzellen im Gehirn. Das sagen auch Mediziner. Wenn die Neuronen-Produktion stoppt, drohen Depression und Demenz. Auch das Gefühl, gebraucht zu werden, stärkt die Lebenskraft alter Menschen. Trotzdem ärgert es Simone Rethel, wenn in Zeitungsartikeln durchklingt, es sei peinlich, dass der müde Alte immer noch auf die Bühne müsse. "Das Gegenteil stimmt", sagt sie. "Wer keine Aufgabe mehr hat, baut ab." ...
Und der Altersunterschied, 46 Jahre liegen zwischen Heesters und seiner Frau, spielt im Zusammenleben keine Rolle? "Andere empfinden das so, wir nicht", sagt Simone Rethel. Sie habe sich zwar früher Kinder gewünscht, aber es sei halt anders gekommen. Die 57-Jährige sieht sich auch nicht als Samariterin, die nur für ihren Mann da ist. Sie habe durchaus ein eigenes Leben. Simone Rethel malt, fotografiert, publiziert Bücher. "Schönheit des Alters" zum Beispiel oder "Ein Mensch und ein Jahrhundert" – Heesters Biografie in opulenten Bildern, umrahmt von den wichtigsten Ereignissen dieser Zeit.
Mit 27 Fotos ist darin auch der Tag festgehalten, von dem Heesters sagt, dass er sich für den bis heute schäme: der Besuch des Konzentrationslagers Dachau am 21. Mai 1941. Sie zeigen, wie ein SS-Sturmbannführer das Ensemble vom Münchner Gärtnerplatz-Theater begrüßt oder wie kahlgeschorene Häftlinge für die Gäste musizieren. Aber sie zeigen nicht, dass Heesters im KZ gesungen hat, was ihm in Holland unterstellt wurde.
"Das sind alle Bilder, die von meinem Besuch in Dachau existieren", sagt Heesters. Simone Rethel entdeckte das Album im Keller des Stiefsohnes vom damaligen Gärtnerplatz-Intendanten. Auch Heesters niederländische Landsleute akzeptieren es als Beweis. Damit könne dieses Kapitel endlich geschlossen werden, schrieb 2006 die Tageszeitung "De Volkskrant". Holland hat Heesters lange verübelt, dass er im Nazireich sang und tanzte, während seine Heimat von der Wehrmacht besetzt war. Die späte Versöhnung sei für ihn "eine Gnade, die ich noch erleben darf", sagt er.
Heesters beteuert: Die SS habe seinerzeit auf die KZ-Visite gedrängt, er habe keine Wahl gehabt. Auch habe er nicht die Nähe zu den Nazis gesucht. Aber wie Zarah Leander, Hans Albers oder Heinz Rühmann verbreitete er auf Befehl des Propagandaministers Joseph Goebbels im Kino eine "Davon geht die Welt nicht unter"-Stimmung, die vom alliierten Bombenhagel ablenken sollte.
Am Ende eines langen Tages und nach beinahe sechsstündigem Gespräch kommt Johannes Heesters richtig auf Touren: "Herrr Heesterrrs, Sie warrren wiederrr ein wunderrrbarrrerrr Danilo", imitiert er Adolf Hitler. Die "Lustige Witwe" war die liebste Operette des Diktators, der des öfteren die Aufführungen am Gärtnerplatz besuchte. Ein- oder zweimal habe der "Führer" den Sänger zu einer kurzen Audienz gebeten.
Der witzige Plauderer Heesters begegnet der Mühsal des Alters meist mit Gelassenheit und Humor. So wie einst Krimi-Autorin Agatha Christie, die verkündete: "Je älter ich werde, desto interessanter werde ich für meinen Mann. Er ist Archäologe." Jeden Tag bittet Heesters, der als Junge Priester werden wollte, Gott im Gebet, ihm noch ein paar Jahre zu geben. Das erscheint ihm sicherer als die Aussicht, sich am Jüngsten Tag wiederzusehen. Am Weiterleben nach dem Tod zweifelt er ebenso wie an der biblischen Botschaft von der Auferstehung des Fleisches – "so katholisch bin ich auch wieder nicht".
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... Heesters rezitiert Texte aus Operetten oder parodiert Goebbels, wie der ihn zur Aufgabe der holländischen Staatsbürgerschaft bewegen wollte. Oder er erzählt vom erholsamen Leben am Starnberger See, wo die meisten Millionäre Deutschlands wohnen. Allerdings in Ufernähe und nicht – wie er – hoch am Hang. Die Steine für die Terrasse, sagt er, habe er übrigens selbst aus der Kiesgrube geholt.
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"Woran denkst du, Jopie?", fragt seine Frau, als er eine Weile schweigend im Sessel sitzt. "An den 5. Dezember", entgegnet Heesters, "ob ich meinen 104. Geburtstag noch erleben werde." Doch die Melancholie dauert nur einen Augenblick. "Ich lade Sie zu meinem Fest ein", sagt er beim Abschied.
Jan Hoedeman: Een beetje eenzaam. de Volkskrant, 16 augustus 2007, blz. 13
Johannes Heesters zit ondanks zijn 103 jaar vol plannen. Zo wil de operettezanger en acteur in Duitsland én in Nederland nog een keer op de planken staan. Maar dan duikt altijd weer Dachau op. 'Het is gelogen. Ik heb daar nooit een toon gezongen.'
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Het Guinnes Book of Records memoreert hem als de langst optredende artiest, 86 jaar staat hij op de planken. De tijdas in zijn hoofd is ongekend. Hij debuteerde kort na de Eerste Wereldoorlog op het witte doek van de stomme film, hij speelde bal met prinses Juliana, politieke kopstukken uit het Derde Rijk kwamen naar zijn optredens, Don Johnson uit Miami Vice en de zanger Placido Domingo hebben hem recent gelukkig gemaakt met complimenten over wat hij op het toneel doet met zijn stem. Twee weken geleden zei hij het gesprek plotseling af: er stonden optredens gepland. En in september speelt hij in een theater bij Berlijn.
Zijn rechterarm wordt vastgehouden door zijn 46 jaar jongere vrouw, Simone Rethel, (58) actrice. Klein van stuk, vrolijke, onderzoekende ogen en een beweeglijk spreekster. Ze is zijn steun en toeverlaat, ze zijn twintig jaar samen. Zij regelt interviews, optredens en verzorgt haar man. Tijdens het gesprek belt Bildzeitung. Of ze vanavond terug kan bellen? Ze zijn op de hoede, want Heesters en Rethel kennen de keerzijde van de media. Ze kunnen zich koesteren in de warme belangstelling, maar de hitte van de publiciteit kan ook schroeien op de ziel. Enkele dagen later verschijnt het betere komkommernieuws in Bild am Sonntag: 'Jopie Heesters: ik wil nog tien jaar optreden!'
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Heesters is somber over de toestand van de wereld, maar hij is er de man niet naar om in zijn zetel weg te zakken. Hij heeft nog steeds een grote levensdrift en ambieert doelen.
Op 5 december [2007] wil hij 104 worden. Maar minstens zo belangrijk - hij zal er in het gesprek meermalen op terugkomen - zijn hartenwens om voor zijn dood nog één keer op te treden in Nederland.
Vorig jaar oktober was hij weer even in zijn vaderland: hij logeerde met zijn familie in het Amsterdams Pullitzer-hotel. Simone: 'We waren op een rondvaartboot en riepen: kijk eens hoe mooi! Maar voor Jopie werd dat steeds traumatischer, omdat hij niet meer goed ziet.'
Werd u nog herkend in Nederland?
Johan: 'Dat weet ik niet.'
Simone: 'Je bent regelmatig aangesproken.'
Johan: 'Ik krijg regelmatig aardige brieven uit Nederland, van mensen die het jammer vinden dat ik niet in Holland optreed. Eerlijk gezegd, ik zou heel graag nog een keer in Nederland willen zingen. Als een schouwburgdirecteur mij uitnodigt, zou ik komen. Ik heb heimwee, ik ben daar mijn carrière begonnen in de theaters, maar ik ga er niet om bedelen. Ik heb hier genoeg optredens. Hoe praten ze over mij in Nederland?'
Simone: 'De artikelen in de Nederlandse pers worden steeds positiever, er is een omslag. Vorig jaar bracht het NOS-journaal op een dag drie gunstige berichten over zijn optreden.'
De aarzeling heeft er mee te maken dat u in de jaren zeventig door een Nederlandse journalist is verweten in 1941 tijdens een rondleiding van de SS voor de joden in het concentratiekamp Dachau te hebben gezongen.
Johan: 'Het is niet waar, het is gelogen en heel gemeen gelogen. Ik heb er spijt van dat ik mij heb me laten lokken door de SS. Tientallen jaren later heeft iemand gezegd: Heesters heeft daar gezongen, maar ik heb daar nooit één toon gezongen. Ik ben in de namiddag weer naar München gegaan.'
Simone: 'Voor het boek dat ik heb gemaakt, Johann Heesters. Ein Mensch und ein Jahrhundert vond ik dat het hoofdstuk van zijn bezoek aan Dachau niet mocht ontbreken. Ik heb na tegenwerking van instanties en een Nederlandse journalist Jules Huf, die Jopie van het zingen in Dachau heeft beschuldigd, toch de hand weten te leggen op een album waarin die foto's staan. Die heb ik gepubliceerd, ik wilde alles neutraal beschrijven. Jopie was daar in trenchcoat, het koor dat die avond zong was in kostuum. Maar ik heb ook het toneelprogramma van Jopie: hij speelde in april en mei avond aan avond in München. De onderzoeksjournalist Jules Trimborn, die een boek over Jopie heeft gemaakt, heeft gezegd: als ik bewijs had gevonden dat hij daar had gezongen, zou ik erover hebben geschreven.'
U bent twintig jaar samen. Wat is het geheim van uw huwelijk?
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U dweepte met Jopie Heesters, ter wijl uw generatiegenoten zwijmelden bij de Beatles en de Rolling Stones.
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Wat adviseert u mensen die samen verder willen, maar tientallen jaren in leeftijd verschillen?
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Als u het eeuwige leven zou hebben, ziet u daar dan tegenop?
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Wat vindt u van het hedendaagse entertainement?
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U hebt ooit geweigerd Duitser te worden.
Johan: 'Na een succesvol optreden in Nederland in de Haagse Schouwburg moest ik bij doktor Göbbels komen. Hij kwam binnengehinkt en zei: 'Herr Heesters, u hebt veel aanhang. U hebt in Nederland met joden gewerkt.' Maar ik heb altijd met joden gewerkt, het zijn grote kunstenaars, herr Doktor. Daarop zei hij: 'Moet het zo zijn dat u geen Duitser bent?' Dat kan ik mijn koningin niet aandoen... wat zou Hitler zeggen als het meedeelde dat u Nederlander werd? Toen mocht ik niet meer in optreden in speelfilms.'
Zou het voor de betrekkingen met uw vaderland helpen als u koninklijk werd onderscheiden vanwege uw verdiensten als Nederlander in buitenland?
Johan: 'Natuurlijk zou ik een lintje dankbaar aannemen. Maar het eerste lintje moet ik nog zien, dat verwacht ik ook niet. Ik geef wel toe dat ik graag naar Nederland ga om bij de dames en heren op te treden.'
Simone: 'Dan moet je weer een beetje Nederlands leren!'
Johan: 'Dan zing ik Duitse en Nederlandse volksliedjes, van De Jantjes. (In onvervalst Amsterdams schalt het:)
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Johannes Marius Nicolaas Heesters:
| jaar | gebeurtenis |
| 1903 | geboren in Almersfoort |
| 1921 | eerste toneeloptreden |
| 1924 | eerst filmoptreden in de stomme film Cirque Hollandais |
| 1930 | getrouwd met Belgische actrice Louise Ghijs |
| 1941 | bezoek van Dachau |
| 1946 | Geallieerden vonden zijn optredens en films in de oorlog geen propaganda, hervatte zijn werk |
| 1978 | Memoires 'Es kommt auf die Sekunde an' |
| 1985 | Echtgenote Ghijs overlijdt |
| 1989 | Trouwt met Simone Rethel |
| 2003 | Honderd jaar Heesters, wordt gevierd met boeken en optredens |
dpa. LEUTE. Der Tagesspiegel Nr. 19775, 4.1.2008, S. 28
Johannes Heesters, 104-jähriger Sänger und Entertainer, geht es zwei Tage nach seinen Rippenbrüchen deutlich besser. Er sei im Innsbrucker Krankenhaus ... von der Intensiv- auf die Normalstation verlegt worden, berichtete der Sender ORF.
dpa. Der Tagesspiegel Nr. 19775, 4.1.2008, S. 28
Reportage.
Hein Janssen: Auf Wiedersehen, roept Heesters nog. de Volkskrant 18 februari 2008, blz. 11
Met staande ovaties en bravo's verwelkomt het publiek in Amersfoort de verloren zoon Johan Heersters.
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Het duurde uiteindelijk ruim twee uur voordat het publiek zaterdagavond door de detectiepoortjes en paspoortcontrole heen was. Die veiligheidsmaatregelen waren nodig om te voorkomen dat actievoerders van het comité Heesters Raus! naar binnen konden komen om de comeback van de zanger na veertig jaar afwezigheid in Nederland te verstoren.
Niets daarvan deze avond, integendeel. Geen enkele wanklank, geen luid en geen stil protest, niet één keer boegeroep. De 104-jarige artiest werd in zijn geboortestad Amersfoort als een verloren zoon binnengehaald.
De vraag of Heesters, die zijn glansrijke carrière in Duitsland en Oostenrijk in de jaren 1940-1945 gewoon doorzette en zelfs met zijn theatergroep het concentratiekamp Dachau bezocht, al dan niet fout was in de oorlog, deed hier binnen in De Flint in het geheel niet ter zake. Daar gingen de actievoerders buiten over. Heesters was hier gekomen om nog één keer in zijn eigen stad en vaderland te zingen. Uit een soort halsstarrigheid die wel vaker voorkomt bij oude mensen, die de dingen niet voorbij willen laten gaan.
Wie vooraf volkomen terecht had gedacht dat een 104-jarige nauwelijks nog een enigszins redelijke klank uit zijn strot zou kunnen persen, kwam hier bedrogen uit. De tenor van weleer kon het nog steeds – en zong op zijn manier de sterren van de hemel: met veel pathos, een stevig vibrato, en vooral ingeleefd. Hier stond een zanger die kon acteren, en een acteur die kon zingen.
Zijn bescheiden repertoire – Heesters zong uiteindelijk ongeveer tien nummers – bestond uit een mengeling van Nederlandse en Duitse liederen. Heel slim begon hij met O mooie, oude Wester, de ode aan de Westertoren in Amsterdam, en sloot af met Daar bij die molen, waarbij de hele zaal meezong. Verder natuurlijk diverse beroemde operette-aria's uit Der Bettelstudent en Die lustige Witwe, alsmede het nummer Erinnerungen, dat bijna een persoonlijk statement werd doordat de zanger daarin terugkijkt op zijn leven en constateert nergens spijt van te hebben.
Tijdens zijn optreden stond Heesters als het ware vastgeklonken aan de piano, bijna als een in stelling gebracht wassenbeeld. Zijn vitaliteit zat 'm niet meer in het lichamelijke, maar wel degelijk nog in de geest. Hij dronk een slokje bier, zwierde zijn ene been bevallig over het andere, maakte kleine grapjes en elke handeling, elke woord, elk lied werd beloond met een gul applaus, een staande ovatie dan wel bravo's.
Meer nog dan aan het zingen, werd veel tijd besteed aan het digitaal bladeren door het fotoboek van Heesters' leven en carrière. Dit onderdeel werd gepresteerd door zijn 57-jarige vrouw Simone, een even charmante als doortastende Duitse. Alle hoogtepunten kwamen voorbij, maar ook het dieptepunt werd niet vermeden - op serene wijze werd stil gestaan bij dat ene, specifieke en heikele moment: Heesters bezoek aan Dachau. Ook die foto's werden vertoond, met daarbij de verklaring dat hij zich voor dat bezoek zijn hele leven diep heeft geschaamd.
In de pauze liepen de cameraploegen en fotografen elkaar bijna omver om twee bezoekers vast te leggen die op hun overhemden de tekst 'Welkom thuis, Jopie!' hadden geschilderd. Na het concert mocht de voltallige pers de inmiddels zichtbaar vermoeide zanger nog uitgebreid fotograferen en filmen, waarbij Simone niet van zijn zijde week. Of Nederland hem nu wel of niet had uitgekotst, wilde iemand weten. Met plotselige felheid: 'Uitgekotst? Hoezo? Ik heb niets, helemaal niets gedaan waarom ik uitgekotst zou moeten worden.' Toen het doek al dicht was, riep hij nog 'Auf Wiedersehen! Auf Wiedersehen!' naar de inmiddels nagenoeg lege zaal.
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AP/dpa: Die Heimat ruft. Johannes Heesters ist unter Jubel und Protesten in seiner niederländischen Geburtsstadt aufgetreten. Der Tagesspiegel Nr. 19820, 18.2.2008, S. 28
Johannes Heesters ist bei seinem ersten Auftritt in seiner niederländischen Heimat seit 44 Jahren sowohl mit Protesten als auch mit Jubel empfangen worden. Vor dem Theater in seiner Geburtsstadt Amersfoort versammelten sich am Samstag zahlreiche Demonstranten und warfen dem 104-Jährigen vor, in Deutschland für die Nazis gesungen zu haben...
"Er hat für das Nazi-Regime gesungen, für die Wehrmacht, und er hat Millionen verdient", sagte einer der Demonstranten, Peit Schouten, dem Rundfunksender NOS. Einige Neonazis marschierten unangekündigt für Heesters auf und bewarfen andere Demonstranten mit Eiern. Die Polizei nahm mehrere von ihnen zeitweise fest.
Heesters war 1935 nach Deutschland gezogen und hatte unter den Nazis eine steile Karriere gemacht. Kritiker konzentrieren sich besonders auf einen Besuch seiner Theatergruppe im Konzentrationslager Dachau 1941. Er enthüllte diesen Besuch nicht selbst, allerdings wurde er bekannt, als 1978 Fotos veröffentlicht wurden... Einer der Demonstranten trug am Samstag ein Plakat mit der Aufschrift "Mein Großvater war auch in Dachau". Heesters hat erklärt, er sei nicht für die Soldaten aufgetreten und habe nichts von den Zuständen im Lager gewusst. Nach dem Krieg habe er sich geschämt und schäme sich noch immer, schrieb er in seiner Biographie... Da er sich nicht für die offizielle NS-Propaganda eingesetzt hatte, ließen ihn die Alliierten nach dem Krieg seine Karriere fortsetzen.
Aber es hagelte Proteste, als er 1964 in den Niederlanden in dem Stück "The Sound of Music" die Rolle eines Antifachisten spielte. Seitdem wurde er dort boykottiert. Bis sich im November vergangenen Jahres Direktor Pieter Erkelens vom Theater "De Flint" in Heesters' Geburtsort Amersfoort hervorwagte und dem verstoßenen Sohn der Stadt die Gelegenheit zum Comeback bot. Am Samstagabend war es so weit. In dem Saal, in dem 800 Zuhörer warteten, spielten die Proteste und Vorwürfe keine Rolle mehr...
Dann hob sich der Vorhang. Steif an einen Konzertflügel gelehnt, stand der 104 Jahre alte Sänger im Scheinwerferlicht. Tosender Applaus. Blumen fliegen auf die Bühne. Lebhaft beteuerte der Heimkehrer auf Deutsch: "Ich kann euch sagen, wie glücklich ich bin". "Auch wir sind darüber glücklich", rief ein Mann auf Niederländisch. Wieder Applaus. "Großartig! Seit 65 Jahren habe ich ihn nicht mehr gesehen", freute sich eine Frau in der Loge. Aber auch viel jüngere Zuschauer waren gekommen, um "Jopie" zu erleben. Sie langweilten sich nicht einmal bei einer schier endlosen Bilderschow über Heesters' Bühnenleben, für die sich seine Frau, Simone Rethel, ein paar niederländische Erläuterungen zurechtgelegt hatte.
Doch vor allem, wenn der greise Tenor mit unglaublicher Stimmkraft die hohen Töne traf, donnerte es Beifall. Dass Rethel und Pianist Uli Kofler ab und zu den Text vorflüstern mussten, störte niemanden. Sobald Heesters den Einstieg findet, scheint der Rest wie von selbst aus ihm herauszusprudeln.
Geschickt begann Heesters das Programm mit einem niederländischen Traditionslied und beendete es mit einem anderen - das Publikum sang mit...
dpa: Sorge um Johannes Heesters. Der 108-Jährige liegt im Krankenhaus. Der Tagesspiegel Nr. 21192, 20.12.2011, S. 24
Johannes Heesters liegt seit Sonnabend auf der Intensivstation des Klinikums Starnberg, wie der Geschäftsführer der Klinik, Thomas Weiler, am Montag der Nachrichtenagentur dpa sagte. Zum Gesundheitszustand des Schauspielers wollte er sich nicht äußern. Am Abend sei Heesters mit einem Rettungswagen in die Klinik gebracht worden, bestätigte sein Agent Jürgen Ross am Montag in Berlin einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Auch ein Notarzt sei dabei gewesen. Das Blatt hatte auch Fotos von Heesters gezeigt, wie er auf einer Trage geschoben wurde. Den Gesundheitszustand des 108-Jährigen wollte auch Ross nicht kommentieren.
Heesters musste bereits kurz vor seinem Geburtstag am 5. Dezember wegen eines Schwächeanfalls mehrere Tage im Krankenhaus verbringen...
"Jopie" lebt mit seiner mehr als 45 Jahre jüngeren Frau, der Schauspielerin und Buchautorin Simone Rethel, am Starnberger See. Auf Geburtstagsfeiern der vergangenen Jahre schmetterte der Grandseigneur der Operette mit noch erstaunlich kräftiger Stimme seine Lieder wie "Ich knüpfte manche zarte Bande" oder "Man müsste Klavier spielen können". Gerade kam ein neuer Kurzfilm mit ihm in der Rolle des "Petrus" heraus, und das neueste Filmprojekt war bisher die Verfilmung einer Geschichte von Anton Tschechow ("Wankas heiliger Abend").
Der einstige Ufa-Filmstar ("Hallo, Janine") wollte immer spielen bis zum Ende, soweit es die Gesundheit zulässt. "Soll ich zu Hause sitzen und warten, bis man mich holt?"
dpa: Heesters in "kritischem Zustand". Die Familie hat sich um ihn versammelt. Der Tagesspiegel Nr. 21193, 21.12.2011, S. 24
Der Gesundheitszustand des Schauspielers Johannes Heesters hat sich weiter verschlechtert. "Er befindet sich in einem kritischen Zustand", erklärte der Geschäftsführer des Klinikums Starnberg, Thomas Weiler, am Dienstag. "Seine Familie ist bei ihm." Der 108-Jährige liegt seit dem Wochenende auf der Intensivstation. Am Samstagabend war Heesters mit einem Rettungswagen in die Klinik gebracht worden.
Bereits kurz vor seinem Geburtstag am 5. Dezember musste er wegen eines Schwächeanfalls mehrere Tage im Krankenhaus verbringen. Seit diesem Aufenthalt vor rund drei Wochen habe sich sein Zustand akut verschlechtert, hieß es in der Mitteilung des Klinikums Starnberg.
Seinen 108. Geburtstag hatte "Jopie" noch mit seiner Familie in seinem Haus in Starnberg gefeiert. Er lebt dort mit seiner über 45 Jahre jüngeren Frau, der Schauspielerin und Buchautorin Simone Rethel.
Ursprünglich wollte Heesters, der als ältester aktiver Schauspieler der Welt gilt, an seinem Geburtstag ein Konzert im südbadischen Breisach geben. Der Auftritt wurde abgesagt, sollte aber nachgeholt werden...
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