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Nederlands
Informationen zur niederländischen Sprache und Kultur
Stand der Bearbeitung: 12.9.2008
Zuletzt aktualisiert:
13.9.2008
Andreas Morbach: In Mannschafts-Pferdestärke. Der Tagesspiegel Nr. 19956, 7.7.2008, S. 21
Trotz mancher Probleme beim CHIO reisen die deutschen Reiter optimistisch zu den Olympischen Spielen
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... Am Ende eines dramatischen Stechens mit acht Paaren war Michaels-Beerbaum mit ihrem Wallach Shutterfly zwar fehlerlos geblieben, aber trotzdem nur Fünfte – hinter dem siegreichen Niederländer Albert Zoer auf Sam, der um den Wimpernschlag von vier Hundertstelsekunden schneller war als der vierfache Olympiasieger Ludger Beerbaum aus Riesenbeck auf All Inclusive.
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... Isabell Werth ... In Abwesenheit ihrer schärfsten Konkurrentin Anky van Grunsven gewann Deutschlands beste Dressurreiterin nach dem Mannschaftstitel auch den Großen Preis.
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Nikolaus Schmidt: Finale mit Fehlern. Die deutsche Equipe enttäuscht im Springparcours. Der Tagesspiegel Nr. 19999, 19.8.2008, S. 19
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Die deutsche Mannschaft landete gemeinsam mit den Niederländern auf dem fünften Platz. Seit 1992 ist dies das schlechteste Ergebnis für die deutschen Springreiter. Die hochfavorisierten Deutschen, amtierende Europameister und Sieger beim CHIO in Aachen vor sechs Wochen, hatten mit der Entscheidung um Medaillen schnell nichts mehr zu tun. Immerhin konnten sie sich mit insgesamt 34 Fehlern noch vom achten auf den fünften Platz hinter der Schweiz verbessern, bei der allerdings wegen Verletzungen zwei der besten Reiter fehlten.
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Mit knapper Mühe konnten sich Ludger Beerbaum auf All Inclusive (33.) und Christian Ahlmann mit Cöster (31.) noch für das Einzelfinale am Donnerstagabend qualifizieren. Dort sind die 35 besten Reiter aus den bisherigen Springen startberechtigt. Meredith Michaels-Beerbaum ist auf Platz 16 zur Zeit beste Deutsche. Nicht mehr dabei ist Marco Kutscher auf dem augenscheinlich überforderten Hengst Cornet Obolensky. Glück für die deutschen Reiter, dass am Donnerstagabend zur Einzelentscheidung die Wertung wieder bei Null beginnt.
Bevor jedoch die Springreiter die schlechte Mannschaftsleistung im Einzel wieder wettmachen können, treten am Dienstag in Hongkong die beiden derzeit erfolgreichsten Dressurreiterinnen gegeneinander an. Minimal ist der Punktevorsprung, den die Deutsche Isabell Werth, fünffache Olympiasiegerin, vor ihrer Dauerkonkurrentin Anky van Grunsven aus den Niederlanden hat. Am Samstag ritten beide nicht ganz fehlerfrei durch die erste Qualifikationsprüfung. Heute entscheidet sich in der Musikkür, welche der beiden die Goldmedaille gewinnen kann. In Athen 2004 ging sie an Anky van Grunsven, Isabell Werth wird sie sich nun zurückholen wollen.
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Nikolaus Schmidt: Der Chilischoten-Schock. Der deutsche Springreiter Christian Ahlmann wird wegen Doping seines Pferdes disqualifiziert. Der Tagesspiegel Nr. 20002, 22.8.2008, S. 21
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Bei Cöster [Pferd] wurde die verbotene Substanz Capsaicin gefunden, ein Mittel, das aus der Chilischote gewonnen wird und die Durchblutung fördern kann [*siehe unten]... Auf die Pferdebeine aufgetragen, kann es allerdings auch die Empfindlichkeit der Haut steigern. Schlägt das Pferd dann mit seinen Beinen an ein Hindernis, schmerzt das besonders - und veranlasst beim nächsten Sprung zu größerer Vorsicht...
... Capsaicin kann erst seit zwei Jahren nachgewiesen werden... Sollte Capsaicin zum Zwecke der Hypersensibilisierung auf die Pferdebeine aufgebracht worden sein, ist der Tatbestand des Dopings erfüllt, ansonsten handelt es sich um eine minderschwere Medikation.
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Der Deutsche Tierschutzbund warnt davor, die nun aufgedeckten Dopingfunde als Einzelfälle darzustellen. Im Gegenteil: Es sei ein dauerhaftes Problem des Hochleistungsreitsports, sagte Bundesgeschäftsführer Thomas Schröder dieser Zeitung. Die Dunkelziffer sei vermutlich deutlich höher. "Schon unter den üblichen Bedingungen werden die Reitpferde bis zum Äußersten gefordert, oft über natürliche Leistungsgrenzen hinweg. Doping ist kein Kavaliersdelikt. Das beweist erneut, dass der menschliche Medaillenehrgeiz offenbar auf dem Rücken der Tiere ausgetragen wird", kritisierte Schröder.
*DOPING IM REITSPORT
Frank Bachner: Wie Capsaicin den Schmerz der Pferde erhöht. ebd.
... Aber Capsaicin ist auch ein Reizstoff. Wenn er in Form einer Salbe auf die Haut aufgetragen wird, brennt es enorm. Wie heftig dieser Effekt ist, kann jeder an sich selbst testen. Man muss nur eines der beliebten ABC-Pflaster auf die Haut kleben...
Wenn Capsaicin auf die Vorderbeine der Pferde aufgetragen wird, erhöht sich der Schmerz, wenn das Pferd gegen ein Hindernis, also eine Stange, stößt. Das zwingt das Tier dazu, höher zu springen. Und damit hat ein Reiter größere Chancen, fehlerfrei zu bleiben...
"Das Mittel war wohl der Szene bekannt, und man hatte im Verlauf der Zeit gemerkt, dass es effektiv ist", sagt der Pharmakologe [Fritz Sörgel]. Sörgel vermutet, dass deshalb in der Szene Capsaicin eingesetzt wurden - in der Hoffnung, dass man es nicht findet. "Dann hat wohl jemand den Fahndern einen Tipp auf Capsaicin gegeben."...
Capsaicin wirkt allerdings nur bei Pferden wie ein Dopingmittel.
... Der Reizstoff [Capsaicin] wird in ... in solchen Sprays [Pfeffersprays] verwendet.
Katja Reimann: Gefühle gesucht. Der Tagesspiegel Nr. 20003, 23.8.2008, S. 25
Der Dopingfall im Reiten zeigt, wie schnell ein Pferd zum Werkzeug degradiert werden kann.
... Bei Cöster, dem Schimmel des deutschen Reiters Christian Ahlmann, wurden Spuren des verbotenen Wirkstoffs Capsaicin gefunden. Das Schmerzmittel fördert die Durchblutung und erzeugt auf der Haut ein Brennen, wenn es als Salbe aufgetragen wird. Damit steht Ahlmann unter Dopingverdacht. Und mit ihm drei weitere Reiter, deren Pferde ebenfalls Capsaicin-Spuren aufwiesen...
[Lars] Nieberg warnt allerdings vor voreiligen Urteilen. Noch sei nicht klar, ob Capsaicin als verbotene Medikation oder als Dopingmittel eingesetzt worden sei. Das klären nun Juristen. Fest steht aber, dass viel Capsaicin eingesetzt wurde. Fritz Sörgel, Leiter des Instituts für Pharmazeutische Forschung in Nürnberg, sagt: "Capsaicin wird über die Haut nur schlecht aufgenommen. Wenn es trotzdem bei einem Pferd mit seinem großen Körper nachgewiesen wird, zeigt das, dass es hochdosiert eingesetzt wurde." Die Aussage des deutschen Mannschaftstierarztes Björn Nolting, Capsaicin sei "leicht flüchtig", bezeichnete er als "kompletten Quatsch". Capsaicin siede erst bei 210 Grad.
Sollte in Peking wirklich gedopt worden sein, dann ist das für Nieberg "sehr unfair". Als Reiter habe man eine "unheimliche Verantwortung" gegenüber dem Tier. Natürlich sei der Leistungsdruck hoch. "Aber deshalb muss man sich nicht zu so etwas hinreißen lassen."
Niebergs Kollege Otto Becker kann sich "nicht vorstellen, dass Christian bewusst gedopt hat". Becker war Mitglied der Equipe, die 2004 in Athen Mannschaftsgold gewann – und die Medaillen zurückgeben musste. Damals war Teammitglied Ludger Beerbaum disqualifiziert worden, weil er sein Pferd mit einer unangemeldeten Salbe behandelt hatte.
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Aber wann beginnt Doping? Wann wird das Pferd zum hilflosen Werkzeug degradiert? Wenn das Pferd nicht mehr als Geschöpf gesehen wird, sagt Fachbuchautor und Pferdezüchter Elmar Pollmann-Schweckhorst. Die höchste Verantwortung habe ein Reiter gegenüber seinem Pferd, nicht gegenüber der Nation, für die er starte. In ein Pferd müsse man sich "reinfühlen". Und mit besonders viel Gefühl müsse man beim Touchieren vorgehen. Dabei wird dem Pferd über dem Hindernis eine leichte Bambusstange an die Vorderbeine geklopft. So soll das Pferd lernen, höher zu springen. Eine übliche Trainingsmethode.
Paul Schockemöhle, der renommierte Springreiter, zeigte wenig Gefühl. Anfang der 90er Jahre wurde heimlich gefilmt, wie er seine Pferde im Training "barrte" – er schlug über dem Hindernis schwere Stangen gegen die Beine.
Aber auch beim Dressurreiten ...
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