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Nederlands
Informationen zur niederländischen Sprache und Kultur
Stand der Bearbeitung: 14.7.2007
Zuletzt bearbeitet: 22.8.2007
Hg.: Ministerie van de Vlaamse Gemeenschap / Armand de Troyer: BRÜSSEL. Ein warmes Willkommen. Begegnung mit Flandern in seiner Hauptstadt. Broschüre. Die vollständige Broschüre finden Sie unter http://brussel.vlaanderen.be/documenten/06%20%20050860%20brussel%20Du.pdf
deBuren (Die Nachbarn): zusammen
zu Hause in einer Sprache, (ebd. S. 15)
Die Förderung der niederländischen Sprache und Kultur in
Europa und in der Welt ist die Aufgabe von deBuren , dem
flämisch-niederländischen Haus,das im Jahre 2004 eröffnet
wurde in der Leopoldstraat, direkt neben dem
Muntschouwburg. Mit etwa 22 Millionen Niederländischsprachigen
in Flandern und in den Niederlanden ist
Niederländisch eine mittelgroße Sprache in der
Europäischen Union. DeBuren ist eine gemeinsame
Initiative von Flandern und den Niederlanden und bietet
eine Plattform für die Debatte über ein kulturelles Europa,es
bietet Informationen über die niederländische Sprache und
Kultur und präsentiert sie den Europäern.
Ein Haus für das Niederländische, (ebd. S. 16)
Immer mehr Brüsseler interessieren sich für das
Niederländische. Wer nach einem geeigneten Niederländischkurs
auf der Suche ist,sollte bestimmt mal das Haus
der niederländischen Sprache (Huis van het Nederlands)
besuchen.Dort finden Sie Informationen über alle bestehenden
Ausbildungen und können Sie prüfen,welcher Kurs am
besten zu Ihnen passt.
Niederländischkenntnisse sind tatsächlich eine große
Stärke bei der Jobsuche. Es gibt allerdings weitere mögliche
Gründe,warum man Niederländisch lernen sollte:Weil die
Kinder eine niederländischsprachige Schule besuchen,weil
die Freunde niederländischsprachig sind oder ganz einfach,
weil man ohne Niederländischkenntnisse einen wichtigen
Teil des Stadtlebens verpasst.
Das Haus der niederländischen Sprache sucht nach
Möglichkeiten, die Qualität der Kurse zu verbessern und
diese noch besser auf die Bedürfnisse abzustimmen. Es werden
beispielsweise maßgeschneiderte Niederländischkurse
für Händler und Verkäufer aus dem Zentrum von Brüssel
organisiert. Das Haus der niederländischen Sprache möchte
außerdem jeden dazu anregen, in der Stadt Niederländisch
zu sprechen. Viele steigen ja zu schnell auf Französisch um.
Wenn Sie Ihre Niederländischkenntnisse auch außerhalb
des Klassenzimmers üben möchten, dann sind die
Aktivitäten von Bru-TAAL etwas für Sie. In einem gemütlichen
Gespräch in der Kneipe, in kulturellen
Abendveranstaltungen und bei anderen Aktivitäten von
Bru-TAAL können Sie Ihre Niederländischkenntnisse auf
eine angenehme Weise in der Praxis testen.
Adressen, ebd. S. 19
Haus der niederländischen Sprache (Huis van het Nederlands),
Philippe de Champagnestraat 23, 1000 Brüssel, Tel. 02 501 66 60,
info@huisnederlandsbrussel.be
http://www.huisnederlandsbrussel.be
deBuren, (Die Nachbarn - Flämisch-Niederländisches Haus), Leopoldstraat
6, 1000 Brüssel, Tel. 02 212 19 33,
info@vl-nl.be
http://www.vl-nl.be
Bru-TAAL, Het Huis van het Nederlands, Philippe De Champagnestraat
23, 1000 Brüssel, Tel. 02 501 66 90,
info@bru-TAAL.be
http://www.bru-TAAL.be
Hauptstadt
Flanderns, ebd. S. 29-35
Zwei Gemeinschaften
in einer Region
Brüssel ist die Hauptstadt von Flandern, aber gleichzeitig ist Französisch in den Brüsseler Straßen prominent
vertreten. Um die Brüsseler Realität zu verstehen, muss man einige Jahrhunderte in die Zeit zurückgehen. Auch
das komplexe Verwaltungssystem in Brüssel hat seine Wurzeln in der Geschichte.
Bis Ende des 18. Jahrhunderts
war Brüssel eine vorwiegend
niederländischsprachige Stadt.
Heutzutage ist Brüssel eine internationale und multikulturelle
Stadt, wo Französisch die wichtigste Rolle spielt. Dennoch ist
Brüssel ursprünglich eine niederländischsprachige Stadt, und
außerdem ist es heute die Hauptstadt Flanderns. Wenn man
eine Karte von Belgien etwas eingehender betrachtet, fällt
sofort auf, dass Brüssel wie eine Insel im niederländischsprachigen
Flandern liegt. Und auch in der Brüsseler Mundart und
in den Namen der Brüsseler Gemeinden - Schaarbeek,
Anderlecht, Watermaal-Bosvoorde, Oudergem – ist deutlich
noch der flämische Charakter der Stadt zu erkennen.
Seit der Entstehung der Stadt im 10.Jahrhundert und bis zum
Ende des 18. Jahrhunderts war Brüssel eine vorwiegend niederländischsprachige
Stadt. Selbstverständlich befand sich da
eine französischsprachige Hofhaltung, aber das galt genauso
gut für z.B. Sankt-Petersburg und Den Haag. Erst im neunzehnten
Jahrhundert, nach der Unabhängigkeit von Belgien, änderten
sich die Sprachverhältnisse auch wirklich. Das junge
Königreich hatte eine starre, in Brüssel zentralisierte
Verwaltung und entschied sich im Jahre 1830 für Französisch
als Amtssprache. Französisch beherrschte allmählich das
öffentliche Leben und wurde die Sprache des Gerichts, der Verwaltung, der Armee, des kulturellen Lebens und der
Medien. Als Sprache der politischen und wirtschaftlichen Elite
entwickelte sich das Französische zu einem Statussymbol. Im
Jahre 1860 sprachen in Flandern gut 95 Prozent der
Bevölkerung Niederländisch, aber diese Niederländischsprachigen
hatten kaum politische oder wirtschaftliche Macht.
Sie wurden verwaltet, unterrichtet und gerichtet in einer
Sprache, die die meisten nicht verstanden.
19. Jahrhundert: Französisch als
Voraussetzung für den sozialen Aufstieg
Belgien wurde von der zentral gelegenen Hauptstadt Brüssel
aus verwaltet. Dort hatten der Hof, die Regierung und das
Parlament ihren Sitz. In der Nähe dieses politischen Zentrums
entstand allmählich auch eine finanziell-wirtschaftliche Elite. In
einem rasanten Tempo erhielt Brüssel eine frankophone Oberund
Mittelschicht. Primar- und Sekundarunterricht gab es fast
nur in französischer Sprache, so dass diese Sprache allmählich
auch die niedrigeren sozialen Klassen eroberte.
Gleichzeitig zog Brüssel auch zahlreiche Einwanderer an,
hauptsächlich aus Flandern. Flandern war Jahrhunderte lang
eine der reichsten Regionen Europas gewesen, erlebte aber im
19. Jahrhundert eine Periode des wirtschaftlichen Verfalls und der Hungersnot. Auch diese Einwanderer wurden französiert:
Wer einsprachig Niederländisch war, hatte keine einzige
Chance, auf der sozialen Leiter aufzusteigen. Flämische Eltern
sorgten dafür, dass ihre Kinder perfekt Französisch konnten.
Wenn sie sich das erlauben konnten, schickten sie die Kinder in
französischsprachige Schulen. Die Folge war, dass die Kinder
zweisprachig wurden, ihre Enkel aber später oft einsprachig
französisch. Die Französierung verbreitete sich auch außerhalb
des historischen Zentrums: Die benachbarten Gemeinden wie
Elsene, Schaarbeek, Molenbeek und Anderlecht wurden allmählich
französiert.
Flandern kommt in Bewegung
Ende des 19. Jahrhunderts kam eine breite Emanzipationsbewegung
in Flandern in Gang. Diese drängte zuerst darauf,
dass Niederländisch als gleichwertig mit dem Französischen
betrachtet wurde und dass beide Sprachen in ganz Belgien
offizielle Amtssprachen wurden. Das war für die
Französischsprachigen undenkbar: Wallonien war einsprachig
französisch, und das musste so bleiben. Die Flamen
passten anschließend ihre Forderungen an: Flandern musste
auch einsprachig werden. Diese Forderung wurde Anfang der
sechziger Jahre erfüllt.
Inzwischen hatte sich aber die Französierung Brüssels fortgesetzt.
In den fünfziger Jahren hatte sich Brüssel schon auf neunzehn
– früher flämische – Gemeinden erweitert. Die Flamen
sahen ein, dass Maßnahmen erforderlich waren, um zu verhindern,
dass noch mehr flämische Gemeinden französiert würden.
Sie wollten außerdem vermeiden, dass Brüssel, die
Hauptstadt eines zweisprachigen Landes, selber einsprachig
französisch wäre. Ein erster Schritt war die Begrenzung von
Brüssel auf die neunzehn Gemeinden. Brüssel sollte anschließend
einen zweisprachigen Status bekommen, und die Flamen
sollten auf eine angemessene Art und Weise in der Verwaltung
vertreten sein. Ein bedeutender Teil dieser Forderungen wurde
realisiert im Jahre 1963, als das belgische Parlament die
Sprachgesetzgebung genehmigte.
Neue Impulse für die niederländische Sprache
Im Laufe all dieser Jahre wohnten in den Brüsseler
Gemeinden selbstverständlich noch viele Niederländischsprachige.
Sie sahen, wie die Stadt französiert wurde, und sie
bauten ein Netzwerk von niederländischsprachigen Einrichtungen
und Initiativen aus. Auf diese Weise konnten auch die
flämischen Einwohner von Brüssel ihre eigene Kultur erleben
und in ihrer eigenen Sprache Unterricht bekommen, gepflegt
und bedient werden.
Als Flandern in kultureller und politischer Hinsicht allmählich
an Selbständigkeit gewann, haben die flämischen
Behörden damit angefangen, das flämische Netzwerk in
Brüssel aktiv zu unterstützen. Es wurde erweitert und
institutionalisiert, und es entwickelte sich zu einem feinmaschigen
und offenen Netzwerk, das heute besonders
gut funktioniert. Seit Flandern sich selber zu einer wohlhabenden
Region entwickelt hat, hat auch das
Niederländische in Brüssel neue Impulse bekommen.
Heutzutage sind gerade Niederländischkenntnisse eine
Stärke für diejenigen, die sich in Brüssel um eine Stelle
bewerben, und immer mehr Anderssprachige zeigen
Interesse dafür, Niederländisch zu lernen.
Belgien: Regionen und Gemeinschaften
Um zu verstehen, wie Brüssel heutzutage verwaltet wird,
braucht man die Geschichte von Belgien zu kennen. Bis
1970 war Belgien ein einheitlicher Staat, mit einem einzigen
Parlament und einer einzigen Regierung. Ab 1970
wurde der belgische Staat allmählich zu einem föderalen
Staat umgebildet, der aus mehreren Teilstaaten besteht. In
einem föderalen Staat werden die Bürger gleichzeitig von
den föderalen Behörden und von den Behörden des jeweiligen
Teilstaats verwaltet. Diese Behörden stehen auf
gleicher Ebene und haben eigene Befugnisse. In dem
Sinne sind z.B. die föderalen Behörden zuständig für
Rechts- und Justizangelegenheiten in allen Teilstaaten,
nicht aber für die Medien. In Flandern sind es die flämischen
Behörden, die z.B. entscheiden, welche Fernsehsender
im Kabel verfügbar sind. Dies sieht zwar aus wie
ein einfaches Prinzip, aber in der Praxis ist es komplizierter,
da Belgien zwei Arten Teilstaaten hat, die sich territorial
teilweise überlappen: Gemeinschaften und Regionen.
--> Belgien ist ein föderaler Staat, der aus drei
Gemeinschaften und drei Regionen besteht.
Belgien zählt drei Gemeinschaften: die Flämische
Gemeinschaft, die Französische Gemeinschaft und die
Deutschsprachige Gemeinschaft. Diese Gemeinschaften
sind in erster Linie innerhalb ihres eigenen Sprachgebiets
befugt. Die Flämische und die Französische Gemeinschaft
haben allerdings auch Befugnisse im zweisprachigen
Gebiet Brüssel-Hauptstadt, da Brüssel keine getrennte
vierte Gemeinschaft bildet. Man könnte deshalb sagen,
dass die flämischen Einwohner Brüssels zu der
Flämischen Gemeinschaft und die französischsprachigen
Einwohner Brüssels zu der Französischen Gemeinschaft
gehören. In der Hinsicht ist eine Gemeinschaft eine Bevölkerungsgruppe, die dieselbe Sprache spricht. Die
Gemeinschaften sind zuständig für Sprache, Kultur, Bildung,
Sozialwesen und Gesundheitsfürsorge.
--> Flämische Gemeinschaft: alle Einwohner des niederländischen
Sprachgebiets und die flämischen Einwohner
von Brüssel.
--> Französische Gemeinschaft: alle Einwohner des französischen
Sprachgebiets und die französischsprachigen
Einwohner von Brüssel.
--> Deutschsprachige Gemeinschaft: alle Einwohner des
deutschen Sprachgebiets.
Belgien hat auch drei Regionen. Die Regionen üben ihre
Befugnisse in einem deutlich abgegrenzten Territorium aus.
Das Territorium der Flämischen Region fällt mit dem niederländischen
Sprachgebiet zusammen. Die Region Brüssel-
Hauptstadt umfasst das zweisprachige Gebiet Brüssel-
Hauptstadt – das sind die neunzehn Brüsseler Gemeinden. Das
Territorium der Wallonischen Region fällt mit dem französischen
und dem deutschen Sprachgebiet zusammen. Die
Regionen sind für solche Angelegenheiten wie Wirtschaft,
Beschäftigung, Landwirtschaft, Straßenbau, Raumordnung
und Umwelt zuständig.
--> Flämische Region: das Gebiet, das mit dem niederländischen
Sprachgebiet übereinstimmt.
--> Region Brüssel-Hauptstadt: das zweisprachige
Gebiet Brüssel-Hauptstadt, d.h. das Gebiet, das die
19 Brüsseler Gemeinden umfasst.
--> Wallonische Region: das Gebiet, das dem französischen
und dem deutschen Sprachgebiet entspricht.
Jede Region hat eine eigene Regierung und ein eigenes
Parlament. Im Jahre 1980 hat Flandern beschlossen, die
Parlamente und die Regierungen der Flämischen Gemeinschaft und der Flämischen Region zusammenzufügen.
Dadurch gibt es nur ein Flämisches Parlament und nur eine
Flämische Regierung.
Brüssel: eine Region, zwei Gemeinschaften
Für Brüssel wurde in den achtziger Jahren eine vollkommen
eigene Regelung ausgearbeitet. In Brüssel wohnen ja sowohl
Niederländischsprachige als auch Französischsprachige, und
außerdem konnte die Hauptstadt von Belgien nicht ohne weiteres
Flandern oder Wallonien zugewiesen werden. Seit 1989
bilden die neunzehn Brüsseler Gemeinden zusammen eine einzelne
Region: die Region Brüssel-Hauptstadt. Gleichzeitig
haben sowohl die Flämische Gemeinschaft als auch die
Französische Gemeinschaft Befugnisse in Brüssel.
In institutioneller Hinsicht unterscheidet sich die Region
Brüssel-Hauptstadt denn auch von der Flämischen und der
Wallonischen Region. Außerdem ist die Art der Rechtsnormen,
die vom Brüsseler Parlament verabschiedet werden können,
etwas anders als die des Flämischen und des Wallonischen
Parlaments. Das Brüsseler Parlament übt seine Befugnisse mithilfe
von Ordonnanzen aus, während im Flämischen und im
Wallonischen Parlament Dekrete verabschiedet werden.
Obwohl sowohl Ordonnanzen als auch Dekrete Gesetzeskraft haben, ist eine stärkere rechtliche Kontrolle der Ordonnanzen
möglich und können diese in einigen außerordentlichen Fällen
vom föderalen Parlament rückgängig gemacht werden.
Die Region Brüssel-Hauptstadt ist die wichtigste Verwaltungsebene
in Brüssel. Sie ist für so genannte territoriumsbezogene
Angelegenheiten wie Verkehr, Umwelt, Städtebau, öffentliche
Arbeiten, Wohnungsbau, Wirtschaft und Infrastruktur zuständig.
Die Region Brüssel-Hauptstadt hat ein eigenes Parlament,
eine eigene Regierung und eine eigene Verwaltung. Das
Brüsseler Parlament ist das Parlament der Region Brüssel-
Hauptstadt. Es besteht aus 89 direkt gewählten Abgeordneten.
Siebzehn Sitze sind der niederländischen Sprachgruppe vorbehalten.
In der Regierung der Region Brüssel-Hauptstadt sitzen
fünf Minister: zwei Französischsprachige, zwei Niederländischsprachige
und ein Ministerpräsident.
--> Die neunzehn Brüsseler Gemeinden bilden die Region
Brüssel-Hauptstadt. Diese ist für territoriumsbezogene
Angelegenheiten zuständig.
Auch die Flämische und die Französische Gemeinschaft haben
Befugnisse in Brüssel, die sich allerdings eher auf personenbezogene
Angelegenheiten wie Bildungswesen, Sozialwesen und
kulturelle Angelegenheiten beziehen. Dies hängt damit zusammen,
dass die flämischen Einwohner von Brüssel zu der
Flämischen Gemeinschaft und die französischsprachigen
Einwohner von Brüssel zu der Französischen Gemeinschaft
gehören. Beide Gemeinschaften können deshalb in Brüssel
unmittelbar eigene Entscheidungen treffen. Wenn beispielsweise
das Flämische Parlament ein Dekret über das
Bildungswesen verabschiedet, dann gilt dieses Dekret auch für
die niederländischsprachigen Schulen in Brüssel.
--> Die Flämische Gemeinschaft und die Französische
Gemeinschaft sind in Brüssel für personenbezogene
und kulturelle Angelegenheiten zuständig.
Manchmal treten die Gemeinschaften nicht direkt auf, sondern
über ihre so genannten Gemeinschaftskommissionen in
Brüssel: die Flämische Gemeinschaftskommission (Vlaamse
Gemeenschapscommissie-VGC) und die Französische
Gemeinschaftskommission (Commission Communautaire
Française-Cocof). VGC und Cocof sind gleichsam die Tentakel
der zwei Gemeinschaften in Brüssel. Um Angelegenheiten zu
regeln, die nicht ausschließlich zu einer von den beiden
Gemeinschaften gehören, so z.B. im Bereich der öffentlichen
Sozialhilfezentren (öSHZ), wurde die Gemeinsame
Gemeinschaftskommission (GGC) ins Leben gerufen, in der
beide Sprachgruppen vertreten sind.
Eine Stadt, zwei Sprachen
Seit den sechziger Jahren ist Belgien endgültig in vier
Sprachgebiete aufgeteilt: das niederländische, das französische
und das deutsche Sprachgebiet und die zweisprachige französisch-
niederländische Region Brüssel-Hauptstadt. Dieser
Aufteilung liegt das Territorialitätsprinzip zugrunde. Aufgrund
dieses Prinzips muss in bestimmten Angelegenheiten die
Sprache der Region als Amtssprache benutzt werden.
In dem Gebiet Brüssel-Hauptstadt, das die neunzehn Brüsseler Gemeinden umfasst, gibt es zwei offizielle Amtssprachen, Niederländisch und Französisch, die gleichberechtigt sind. Das heißt unter anderem, dass man in Kontakten mit allen öffentlichen Einrichtungen in Brüssel – auch in den öSHZ- und IRISKrankenhäusern, bei den Notdiensten und bei der Feuerwehr – sowohl Niederländisch als Französisch sprechen kann. Wenn man im Postamt oder im Rathaus Niederländisch spricht, ist der Schalterbeamte verpflichtet, dem Kunden auch in niederländischer Sprache Rede und Antwort zu stehen. Obwohl das gesetzlich gewährleistet wird, wird dieses Recht in der Praxis nicht immer respektiert.
Komplexe Sprachgesetze
Da die Sprachgesetzgebung relativ komplex ist, nicht zuletzt in Brüssel, haben die flämischen Behörden einen Stützpunkt Sprachgesetzgebung (Steunpunt Taalwetwijzer) eingerichtet. Mit Fragen und Beschwerden kann man sich an diesen
Stützpunkt wenden. Hier kann man auch eine Broschüre anfordern, in der die komplexe Sprachgesetzgebung erörtert wird.
Brüssel, Hauptstadt von Flandern
Als Flandern zu einem Teilstaat von Belgien wurde,wählte es
Brüssel als seine Hauptstadt.Um die enge Beziehung zwischen
Flandern und Brüssel zu unterstreichen,sind die zentralen flämischen
Institutionen in Brüssel untergebracht.Das flämische
Parlament hält dort seine Sitzungen in einem eigenen
Parlamentsgebäude ab. Der Sitz der flämischen Regierung
befindet sich am Martelaarsplein, und ein großer Teil der flämischen
Verwaltung befindet sich im Herzen von Brüssel.
Flämische Gemeinschaft in Brüssel
Die Flämische Gemeinschaft tritt in Brüssel nicht immer direkt
auf: Manchmal geschieht das auch über die lokalen
Verwaltungsebenen der Provinzen oder der Gemeinden. In
Brüssel wird diese lokale Verwaltungsebene von der Flämischen
Gemeinschaftskommission (VGC) vertreten. Die VGC unterstützt
die niederländischsprachigen Einrichtungen in Brüssel im
Bereich der Kultur, der Bildung, des Sozialwesens und der
Gesundheitsfürsorge.Daneben bemüht sich die VGC auch darum,
dass die flämischen Dekrete in Brüssel ausgeführt werden.
Auch die VGC hat einen Rat und ein Kollegium: Im Rat der
Flämischen Gemeinschaftskommission sitzen die siebzehn
niederländischen Abgeordneten des Brüsseler Parlaments. Im
Kollegium sitzen die niederländischsprachigen Brüsseler
Minister und Staatsekretäre.
Adressen
Flämische Gemeinschaftskommission (Vlaamse Gemeenschapscommissie)
Die Flämische Gemeinschaftskommission ist die Drehscheibe des flämischen
Gemeinschaftslebens in Brüssel. Sie stellt gerne weitere
Informationen über das niederländischsprachige Bildungswesen,
Kinderbetreuung, Kultur, Sport, Jugendorganisationen usw. zur
Verfügung
Vlaamse Gemeenschapscommissie, Sainctelettesquare 17,
1000 Brüssel, Tel. 02 548 05 80,
http://www.digitaalbrussel.be
http://www.vgc.be
Vlaamse Infolijn, 0800 3 02 01
Die Infoslinie der flämischen Behörden beantwortet gerne all Ihre
Fragen. Sie bekommen dort auch alle Informationen über derzeit laufende
Kampagnen und neue Initiativen. Näheres dazu finden Sie auch
unter
http://www.vlaanderen.be
Zelle Verwaltungskoordination Brüssel (Cel Administratieve Coördinatie
Brussel) und Stützpunkt Sprachgesetzgebung (Steunpunt
Taalwetwijzer)
Die Zelle Verwaltungskoordination Brüssel ist innerhalb des
Ministeriums der Flämischen Gemeinschaft mit einigen Verwaltungsaspekten
der sich auf Brüsseler Angelegenheiten beziehenden Politik
beauftragt. Diese Zelle bemüht sich allerdings auch darum, die
Beziehungen zwischen Flandern und Brüssel zu verbessern, die flämische
Anwesenheit in Brüssel zu verstärken, Informationen über die
Sprachgesetzgebung zur Verfügung zu stellen usw.
Mehr Informationen zur Flämischen Gemeinschaft, s.
Vlaanderen. Structuren en Instellingen und
Belgischer Föderalismus - Belgisch federalisme
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E-Mail an info@infos-fuer-alle.de.
Ik ben ook blij als u mij informatie in het Nederlands stuurt.
