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Nederlands
Informationen zur niederländischen Sprache und Kultur
Stand der Bearbeitung: 3.10.2006
Zuletzt aktualisiert:
12.9.2008
Jeanette Krauth: Der Kick im Viereck. Deutschland gegen Holland: Zum Auftakt der Dressurwettbewerbe bei den Weltreiterspielen (2006) gibt es viel Spannung und ein bißchen Ärger. Der Tagesspiegel Nr. 19289, 23. August 2006, S. 20
Der Niederländer Laurens van Lieren wurde von Offiziellen benachteiligt
Ein paar Fachleute hatten Heike Kemmer auf dem Tippzettel – aber dass sie so eine glatte Vorstellung liefern würde, und sich mit 75,8 Prozent aller möglichen Punkte an die Spitze der ersten Prüfungen setzte, überraschte dann doch. "Dieses Stadion, das war der Kick", sagte sie, ihr Pferd Bonaparte hätte beim Einritt richtig Energie aus den jubelnden Zuschauern geschöpft. Dank Kemmers starkem Ritt führten die Deutschen nach dem ersten Dressurtag vor den Niederlanden. Zuvor war noch Hubertus Schmidt enttäuscht aus dem Viereck im Stadion von Aachen gekommen. 40.000 Zuschauer bei den Weltreiterspielen für die Dressur, das gab es noch zu keinem Dressurwettbewerb, nicht mal bei Olympia, das ist Premiere. Der Grand Prix, eine Prüfung mit vorgegebenen Lektionen, zählt für die Mannschaftsmedaillen, die aber erst am Mittwoch vergeben werden. Das Starterfeld ist zu groß, um alle an einem Tag reiten zu lassen.
... Über 75 Prozent müssen die deutschen Reiter jeweils holen, um nicht chancenlos zu sehen, wie die Niederländer sie überrunden. In den letzten Jahrzehnten waren die internationalen Dressurprüfungen fest in deutscher Hand, sie sind seit 1974 Weltmeister. Aber das könnte sich in diesem Jahr ändern: Die Niederländer reiten oft spektakulärer, ausdrucksstärker und auch konstanter.
Der erste Tag aber war gar nicht glücklich für die Equipe in Orange. Zwar erreichte Imke Schellens-Bartels mit 71,5 Prozent das drittbeste Ergebnis des Tages – aber der vierte Reiter des Teams, Laurens van Lieren, blieb weit unter seinen üblichen Werten: 68,5 Prozent erzielte er mit Ollright. "Ich konnte mich nicht richtig vorbereiten", sagte er. Der Grund war ein Mißverständnis, das ihm Zeit raubte: Auf dem Vorbereitungsplatz wies ihn ein Steward, also ein Aufpasser, an, die Satteldecke zu wechseln – Decken mit Logos seien nicht erlaubt. Van Lieren unterbrach also das Aufwärmen, suchte nach einer Decke ohne Aufschrift. "So eine hatten wir ja gar nicht", sagte er, Stunden später noch aufgeregt und sichtlich enttäuscht. "Schließlich habe ich eine beige Decke genommen, wo der Name einer Teamkollegin drauf gestickt war, den hab ich noch schnell mit einer Nummernplakette abgedeckt." Eine Viertelstunde von seiner einstündigen, normalen Vorbereitungszeit verlor er so – wurde nicht mal zu Beginn, sondern mitten in Aufwärmen gestört.
Dann mißlang sein Ritt, und schließlich stellte sich heraus, dass Teamlogos doch erlaubt sind, nur private nicht. Und van Lieren hatte ein Teamlogo auf der Decke. Brisant ist der Vorfall, weil er wieder so richtig hineinsticht, in das angeschlagene Verhältnis Niederlande und Deutschland. "Welche Nationalität hatte der Steward?" fragte ein Niederländer die Vorsitzende des Weltreiterverbandes FEI, Mariette Whittages. "Das ist wohl keine politische Frage", antwortete sie. Whittages wand sich ein bisschen, bevor sie sagte: "Es ist offiziell bekannt, dass alle Stewards aus Deutschland kommen." Angekratzt ist das Verhältnis der Nachbarländer aufgrund der Diskussion um die Trainingsmethoden des Teamchefs Sjef Janssen: Seine Schüler führen das Pferd im Training sehr eng im Hals. Das halten manche Experten für extrem gesundheitsschädlich. Besonders in der deutschen Fachpresse wurde es als tierschutzwidrig kritisiert, woraufhin die Niederländer ihre Starts auf deutschem Boden einschränkten.
Eigentlich soll ja das, was heute etwa auf den Weltreiterspielen gezeigt wird, Endziel der Ausbildung sein: Pferde, die jahrelang gymnastiziert und gestärkt wurden, so dass sie auf den kleinsten Hinweis schwierige Lektionen zeigen. Dabei gilt laut der Reiterbibel schlechthin, der "Richtlinien für Reiten und Fahren" der Deutschen Reiterlichen Vereinigung: "Oberstes Ziel der Ausbildung ist Harmonie von Reiter und Pferd und damit das Vertrauen zueinander." Soweit die Theorie. Wer genau in der Dressur hinschaut, kann selbst sehen, ob dieses oberste Prinzip umgesetzt wird – unabhängig von Nationalitäten. Schlägt das Pferd kräftig mit dem Schweif? Das ist ein Zeichen für Unzufriedenheit. Oder: Pendelt der Schweif ruhig hin und her? Ein Zeichen für Zufriedenheit.
... denn die Reiter, die das Duell zwischen Deutschland und den Niederlanden entscheiden werden, gehen am zweiten Tag an den Start: Anky van Grunsven und Edward Gal für die Niederlande und Nadine Capellmann und Isabell Werth für Deutschland.
Rivalitäten der Niederländer gegen Deutschland gibt es auch beim Fußball, s.:
Nederlands-Duitse rivaliteit op het voetbalveld - Niederländisch-deutsche Rivalität auf dem Fußballfeld / Und Geschichtliches zu "Orange"
Mark Misérus: Ook Van Lieren raakt weleens de regie kwijt. de Volkskrant, woensdag 23 augustus 2006, blz. 15
Wat Laurens van Lieren dacht toen de Duitse steward hem onterecht de toegang tot het inrijtterrein ontzegde? Naar eigen zeggen gaf de ruiter de verstandigste reactie. 'Hoewel ik ervan droomde dit stadion onbezorgd binnen te komen, ben ik niet boos geworden. Ik dacht direct: 'een feit is een feit.'
Even leek het of de klassieke paardenoorlog tussen de twee buurlanden in Aken weer was opgelaaid. De vergelijking met het EK dressuur van vorig jaar, toen de Duitse pers hat had gemunt op de dieronvriendelijke trainingsmethoden van Anky van Grunsven, was door sommigen spoedig getrokken. Maar Van Lieren wenste niet mee te werken aan de stemmingmakerij en hield het op een stommiteit van een individu.
Zoals gebruikelijk wilde de Zeeuw zijn paard losrijden voor zijn eerste optreden bij de Werelsruiterspelen. Maar een beambte meende een verkeerde sponsornaam op het zadeldek te hebben geconstateerd en liet hem niet toe tot de trainingsbak. Van Lieren mocht pas naar binnen nadat hij halsoverkop een kletsnat dek bij teamgenoot Edward Gal hat weggeplukt. Hij verloor er een derde van zijn toegestane driekwartier voorbereidingstijd door en kwam in de wedstrijdring niet verder dan een score van 68,6 procent.
Het verzoek van de Nederlandse bond om opnieuw te mogen starten, werd afgewezen door de stijve Duitse WK-bazen. De excuses van de toernooi-organisatie voor de misstap van haar werknemer, kwam voor Van Lieren te laat. Hij durfde niet te zeggen of hij hoger had gescoord als de aanloop naar zijn wedstrijd niet was verstoord.
Dat hij was 'geslachtofferd', en niet een teamgenoot, vond de ruiter zelfs een meevaller. 'Ik ben de vierde man van de ploeg. Geef mij dus de kinderziekten maar, dan kunnen de beste combinaties zonder afleiding rijden. Ook met tegenslag moet je leren omgaan.'
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Jeanette Krauth: Gold und Turbulenzen. Die deutsche Dressurequipe gewinnt bei den Weltreiterspielen trotz Protesten der Niederländer den Titel. Der Tagesspiegel Nr. 19290, 24. August 2006, S. 26
Ein leises Raunen verfolgte die deutsche Mannschaft der Dressurreiter. Bei den Weltreiterspielen in Aachen schien es zum ersten Mal seit 33 Jahren möglich, dass das Gold in der Mannschaft nicht nach Deutschland geht. Doch als die letzte deutsche Starterin, Isabell Werth, auf ihrem als Wackelkandidaten bekannten Satchmo mit gereckter Faust das Viereck verließ, war klar: Die Niederländer sind geschlagen. Das deutsche Team holte sich mit 223,625 Punkten zum insgesamt neunten Mal und zum achten Mal in Folge Gold, die Niederländer Silber mit 217,917 Punkten, Bronze ging an die USA.
Dieser Tag hatte alles geboten: Den Triumph für eine verunsicherte Mannschaft, politische Spielchen von enttäuschten Zweiten und die vollendete Rehabilitation einer Spitzenkandidatin...
Vor ihr war Anky van Grunsven geritten, die als momentan stärkste Reiterin gilt. Sie sollte den knappen Vorsprung der Deutschen aufholen, den Heike Kemmer mit einem fantastischen Ritt am Vortag herausgeholt hatte.
Ganz leise waren die Tausende Zuschauer, als van Grunsven gegen Mittag einritt. Auf ihrem braunen Wallach Salinero trabte sie langsam über den Rasen des Stadions zum mittigen Dressurviereck, vorbei an für Pferdeaugen unheimlichen Kamerapodesten. Das Paar begann die Prüfung zunächst unglaublich souverän: Ausdrucksvolle Trabstrecken, saubere Übergänge von einer Gangart in die andere, exakte Traversalen, also Seitengänge. Niederländische Fans hielten ein orangefarbenes Laken hoch: "Anky, Imke, Edward, Laurens". Die Namen der Sieger – hätte van Grunsven diesen Anfang durchhalten können. Doch plötzlich mißlang erst ein Übergang, dann eine Pirouette, und schließlich die ganze Siegestour. "Ich war sehr zufrieden mit meinem Pferd und sehr unzufrieden mit mir", sagte van Grunsven. Sie habe im entscheidenden Moment Salinero nicht das richtige Signal gegeben.
Ihr Ritt wurde mit 75,0 Prozent bewertet. Isabell Werth erhielt nach einem soliden Ritt mit kleinen Fehlern die gleiche Punktzahl. Die Deutsche hatte sich Mitte der Neunzigerjahre ein Dauerduell mit der Niederländerin geliefert, nach Trainer- und Pferdewechseln in den letzten Jahren aber nicht mehr im Spitzenduell mithalten können. Das lag vor allem auch an Satchmo, der lange Zeit im Viereck lieber zur Seite sprang oder bockte, statt sich zu konzentrieren. Dass sie gerade mit diesem mal hervorragenden, mal verrückten Pferd das Gold für die Mannschaft sicherte, nahm Werth als Beleg für die überstandene Krise... Nach van Grunsvens Patzern und Werths Comeback war für den letzten Starter der Niederlande, Edward Gal, klar: "Es geht nur noch um Silber." Teamchef Sjeff Janssen gratulierte den Konkurrenten artig, "ich habe fantastische Ritte und Pferde gesehen", unter Reitern will man sich verstehen.
Doch wie angeschlagen das Verhältnis der beiden Rivalen auf sportpolitischer Ebene ist, zeigen zwei Proteste der Niederländer. Zum einen reichten sie beim Weltreiterverband FEI eine Beschwerde ein. Bei Werths Vortrag sollte eine Kamera, die quer an einem im Stadion gespannten Seil befestigt war, anders positioniert gewesen sein als beim Rest des Feldes. Dies habe sie bevorteilt. Sinn des Protests, der übrigens abgelehnt wurde, sei "aber kein anderes Mannschaftsergebnis", sagte George de Jong, Sportbeauftragter des niederländischen Verbandes, es ginge nur um den korrekten Ablauf in den folgenden Tagen.
Außerdem wandte sich Teamchef Janssen in einem Brief an die FEI. Er forderte darin, dass die Stewards, die Aufpasser an den Vorbereitungsplätzen, genauer informiert werden sollen. Am Tag zuvor hatte der Niederländer Laurens van Lieren wertvolle Vorbereitungszeit verloren, weil er ein angeblich verbotenes Logo auf der Satteldecke trug, was sich als falsch herausstellte. Zusätzliche Brisanz bekam dieser Vorfall, weil alle Stewards in Aachen Deutsche sind. George de Jong konnte sich einen kleinen Seitenhieb auf den Rivalen und Gastgeber daher nicht verkneifen: "Offensichtlich ist hier jemand überfordert."
Mark Misérus: Een voorspelbare afloop in de burenruzie. de Volkskrant, donderdag, 24 augustus 2006, blz. 17
Vooraf werd in het Nederlandse paardenkamp gefluisterd dat niemand gek moest opkijken als de Duitsers in hun eigen achtertuin van de troon zouden worden gestoten. Dat was vorig jaar bij het CHIO gelukt en bovendien moest kopvrouw Isabel Werth het stellen zonder Warum Nicht, haar geblesseerde eerste viervoeter van stal.
Anky van Grunsven liep openlijk te dagdromen over een nieuwe stunt in haar toch al niet succesloze carrière. De olympische titelhoudster, die door enkele akkefietjes met onwelwillende paardenbladen niet meer zo graag haar kunsten vertoont bij de oosterburen, zei in de aanloop naar de Wereldruiterspelen te Aken klaar te zijn voor de beslissende slag.
Niettemin kon de vlag van het opportunisme even snel omlaag worden gehaald als zij was gehesen. In de keizerlijke stad bleef alles bij het oude en werd Nederland terechtgewezen naar de tweede plaats op het erepodium, waarmee het al sinds mensenheugenis genoegen moet nemen.
De onderlinge verschillen waren de laatste jaren zelfs niet zo groot geweest als in Stadion 1 van het paardenwalhalla. Bijna zes volle punten scheidden het kleinere broertje van de monopolist die alleen bij het WK van 1970 een ander land voor moest laten gaan (Rusland won toen). De complimenten werden op een geroutineerde manier door het verliezende viertal overgebracht.
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Maar het zou jammer zijn als de koddige ruzie, waarin de buurlanden sedert jaren in zijn verwikkeld, zou worden opgelost. Want ondanks de tegenvallende resultaten in Aken viel er een hoop te lachen. Nadat een (Duitse) steward de voorbereiding van Laurens van Lieren had vergald door hem wegens een verkeerd zadeldek de toegang tot het inrijterrein te weigeren, kwam bij Janssen de stoom uit zijn oren.
De bondscoach rakelde zijn aloude sentimenten jegens de oosterburen op en sprak van een nieuwe ontwikkeling in een ‘politiek steekspel', terwijl niemand daarin geloofde en de fout werd toegeschreven aan een individuele werknemer. Toernooidirecteur Frank Kemperman vond het optreden van zijn Limburgse provinciegenoot amusant en merkte op dat ‘Sjefke altijd even vloekt. En dat is het klaar.'
Langer dan het ‘relletje', zoals Kemperman het incident bestempelde, of de prestaties van de Nederlandse ploeg beklijfde merkwaardig genoeg de huldiging van het oranje kwartet. Van Grunsven kreeg, bij wijze van uitzondering, haar viervoeter niet meer onder controle en wist niet meer waar ze het zoeken moest.
De op hol geslagen Salinero kon pas na veel vijven en zessen door de politie te paard tot staan worden gebracht. Het opmerkelijke tafereel leidde de aandacht af van de landenwedstrijd. Maar dat was een logische reactie op de nieuwste episode van een burenruzie die al sinds jaar en dag steeds dezelfde, voorspelbare afloop kent.
Jeanette Krauth: Zweiter Ritt, zweiter Sieg. Isabell Werth gewinnt nach dem WM-Titel mit dem Dressur-Team auch den Grand Prix Special. Der Tagesspiegel Nr. 19292, 26. August 2006, S. 20
... Am Freitag, im Wettkampf um die erste Einzel-Dressurmedaille bei den Weltreiterspielen in Aachen, griff Isabell Werth an. Das Stadion tobte, als sie einritt – weil ihre Konkurrentin, die Niederländerin Anky van Grunsven, gerade ihre Runde mit 77,8 Prozentpunkten beendet hatte und führte. Uneinholbar? Ach was. Voll auf Angriff ritt Isabell Werth, ließ ihren Satchmo riesige Tritte in den Seitengängen machen. Auf den elektronischen Tafeln, die nach jeder Lektion anzeigen, wie viele Punkte die Richter vergeben, spielte sich ein Krimi ab. Lektion Traversale, der Seitengang im Trab: von allen Richtern bekam Werth acht Punkte, das machte in diesem Moment den ersten Rang. Dann, Sekunden später, die nächste Lektion und ein Raunen: Achter und Siebenen geben die vier Richter für die Galopptraversalen, wieder zweiter Rang. Ein „Oh!“ hallte von den Rängen. So ging es hin und her, minutenlang. Dann die Endnote: 79,2 Prozent, die Siegesnote! Das konnte auch Nadine Capellmann, die letzte Starterin, nicht mehr einholen.
Und somit heißt die erste Weltmeisterin im Grand Prix Special Isabell Werth. Denn es ist das erst Mal überhaupt, dass Grand Prix (Nationenwertung), Grand Prix Special und Kür einzeln gewertet werden, und nicht die Ergebnisse der Prüfungen, also von drei Tagen Wettkampf, zusammengerechnet werden. Das hatte der Weltreiterverband FEI im Frühjahr bestimmt, um es spannender zu machen.
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... "Isabell war heute so gut, Respekt!", sagte die strahlende Zweite Anky van Grunsven, und das Stadion johlte. Die Niederländerin wirkte nicht mehr so angespannt wie noch an den Tagen zuvor. "Diesmal war ich auch zufrieden mit mir", sagte sie. Sie spielte damit auf den Mannschaftswettbewerb von Mittwoch an. Sie war zuvor besorgt, dass ihr Pferd Salinero in der Arena nervös werden könnte – bei der Mannschafts-Siegerehrung hatte sich der Hengst so vor dem Applaus gefürchtet, dass er durchging. "Danach zitterte er überall", erzählte van Grunsven, "aber ich konnte gestern Abend zum Glück noch mal in die Arena, bei Flutlicht, und ihm so das Vertrauen wiedergeben."
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In der Dressur mischen immer mehr Nationen mit – und das macht sie spektakulärer, momenthafter. Das zeigt diese Weltmeisterschaft in Aachen. "Die Qualität der Pferde wird von WM zu WM besser", sagte gestern FEI-Präsidentin Mariette Witthages. Es war aber beim gestrigen Wettbewerb auch häufig ein Raunen auf den Tribünen zu hören, denn verspannte Rücken und zu kurze Schritte überforderter Pferde wurden nicht nur vereinzelt gesichtet. Das sind Zeichen für unsolide und damit ungesunde Ausbildung.
Mark Misérus: Van Grunsven kan leven met dressuurzilver. de Volkskrant, donderdag, 26 augustus 2006, blz. 43
Gezeten op de rug van een paard heeft Anky van Grunsven alles gewonnen wat los- en vastzit. Maar bij de vijfde Wereldruiterspelen wil het goud delven niet zo lukken. Nadat ze in de landenstrijd al had misgetast, werd ze vrijdag door haar voormalige Angstgegner Isabell Werth van de wereldtitel in de Grand Prix Special afgehouden.
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In het druilerige Aken werd de Brabantse paardendiva op waarde verslagen door Werth, die eveneens al jaren tot de top behoort en een compliment verdient voor de wijze waarop ze zich herstelde van haar moeizame voorbereiding.
De 37-jarige Duitse werd kort voor het toernooi getroffen door domme pech toen haar toppaard Warum Nicht geblesseerd raakte aan zijn achterbeen en niet kon worden ingezet bij de Wereldruiterspelen. Iedere andere ruiter of amazone was waarschijnlijk kansloos geweest in zo'n geval. Zo niet Werth.
Doordat ze een tweesporenbeleid voert met haar dieren kon ze op het laatste moment terugvallen op Satchmo, die het vertrouwen van zijn berijdster niet beschaamde...
Werth 1, Van Grunsven 2. Bij het zien van die eindstand gingen de gedachten terug naar de late jaren negentig. De Nederlandse moest haar oosterbuur toen steeds voor laten gaan, zoals bij de Zomerspelen van Atlanta (1996) en de Wereldruiterspelen in Rome (1998).
Erg goed waren de onderlinge verhoudingen destijds niet, maar tegenwoordig kunnen de twee weer met elkaar door een deur. Werth verdedigde haar een jaar oudere concurrente vorig jaar nadat die door Duitse media werd beschuldigd van dieronvriendelijke trainingspraktijken...
De uitslag markeerde tevens het einde van een tijdperk waarin Van Grunsven vrijwel onverslaanbaar was als ze haar toppaard had gezadeld. Sinds ze bij de Zomerspelen van 2000 (toen nog met Bonfire) haar zegereeks inzette, leed ze slechts incidenteel nederlagen. Ze liet zich ook tot olympisch kampioen kronen in Athene, won het EK en drie wereldbekerfinales en behaalde drie nationale titels.
Gek genoeg slaagt Van Grunsven er bij de Spelen vaker in succes te boeken dan bij het eveneens vierjaarlijkse WK. Voor haar laatste wereldtitel moet twaalf jaar worden teruggereisd in de tijd. Toen stemde ze bazen van het financieel rampzalig verlopen toernooi in het Haagse Zuiderpark toch nog gelukkig.
In Rome werd ze verslagen door Werth en vier jaar later kon ze in het Spaanse Jerez de la Frontera niet beschikken over haar eerste paard van stal en belandde ze met Krack net buiten de toptien.
Ook Aken, door haar talloze bezoeken aan het CHIO toch vertrouwd terrein geworden, is haar vooralsnog niet gunstig gezind. In de Grand Prix kon ze dinsdag door enkele fouten en een gebrek aan concentratie haar topscore niet benaderen.
Door alle successen was ze zichzelf misschien wel te goed gaan vinden en dat had haar minder scherp gemaakt, erkende Van Grunsven. Ze had verwacht dat de concentratie vanzelf terugkwam, maar zag na haar proef dat het anders was gelopen. Ze moest met een score van 75 procent de derde plaats delen met Werth, waardoor de laatste hoop op een teamoverwinning verdween.
Van Grunsven zwoer wraak en zei haar tweede optreden ‘met het met tussen de tanden' te rijden. Maar in de aanloop – bij de prijsuitreiking van de landenwedstrijd – sloeg haar paard Salinero op hol. Donderdagavond pas kreeg zijn berijdster hem weer in het gareel.
De score van 77,8 procent had genoeg kunnen zijn voor Van Grunsven om vrijdag een nieuwe trofee aan haar erelijst toe te voegen. Maar met de andere uitkomst zei ze te kunnen leven. ‘Beter dan dit kan ik momenteel niet. Al denk ik er misschien anders over als ik straks de beelden terugzie.'
Mogelijk hoeft ze niet al te lang te treuren. Vanavond is er nog een wereldtitel te vergeven in de vrije kür, waarin Van Grunsven zich het meest thuisvoelt doordat ze haar rondgang in de ring en de muzikale begeleiding zelf mag samenstellen.
Jeanette Krauth: Später Sieg im Flutlicht. Anky van Grunsven gewinnt die Dressurkür bei den Weltreiterspielen – Isabell Werth holt Bronze. Der Tagesspiegel Nr. 19293, 27. August 2006, S. 19
Es soll der Abend der Giganten im Viereck werden, und die Kulisse gibt ihr Bestes, um den Rahmen zu schaffen: über 42.000 Menschen, mehr, als je zuvor zu einem Dressurturnier versammelt waren, ein Himmel, der sich von himmelblauen Abendwolken mit kitschig-rosefarbigen Schlieren langsam in ein schwarzes Zelt verwandelt, Flutlichtstrahler, die das Viereck in der Mitte des Aachener Reitstadions hell aufscheinen lassen, und den Rasen drumherum quietschgrün malen. Es ist der Abend der Grand Prix Kür, der Prüfung, in der die Dressur zu Musik geritten wird. Und es ist die zweite Chance dieser Weltreiterspiele auf eine Einzelmedaille für die Dressurreiter. In den Hauptrollen: Die frischgekürte Doppelweltmeisterin Isabell Werth mit Satchmo. Ob dessen Nerven bei Blitzlicht und Strahlern halten?
Gegen sie tritt an die Titelverteidigerin Nadine Capellmann mit Elvis, die mit ihrer Kür zu Elvis-Presley-Hits dieses Jahr schon in Lingen (79,17 Prozent) und auf dem CHIO in Aachen (80,85 Prozent) gewinnen konnte.
Dazu die Allzweck-Waffe Salinero von Anky van Grunsven – die Holländerin ist die unbestrittene Kür-Königin. Sie bekam die drei höchsten jemals vergebenen Prozentpunkte in der Kür, zuletzt 2005 in Rotterdam: Da holte sie mit Salinero 86,765 Prozent. Und heute wird sie in Aachen siegen: nach zweimal Silber bei dieser WM gelingt Anky van Grunsven der ersehnte späte Ritt zum Gold.
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... Eine kleine Liste: 20 Uhr 25, im Viereck Guenter Seidel, deutscher Auswanderer, für die USA mit seinen Schimmel Aragon. Spanische Musik, ein Pferd, das immer wieder genug Zügel bekommt, wie im Lehrbuch die Nase vorstreckt. Herzensfreude, sieht man das doch auch auf der WM viel zu selten...
... 22 Uhr 33: Andreas Helgstrand, der schon im Special alle mit einem Ritt, der ihm die Bronze-Medaille brachte, überraschte, legt noch einen drauf. Zu Queens "Who wants to live forever", Abbas "Mamma Mia" und noch mehr Musikschnipseln aus den 80ern zeigt er, was Matine am besten kann: Piaffe und Passage ohne Ende. Und als er sie zum Schluß auf der Stelle treten lässt, in der Piaffe, riesengroß, unglaublich elastisch, da vergisst sich das sonst so gesittete Dressurpublikum: "BRAVO!", ruft einer, und zu Matines Takt klatscht das Stadion. Die Note: 81,5 Prozent! Ziemlich nah, an Anky van Grunsvens Bestmarken.
Dann kommt sie, die erste der Favoritinnen: Isabell Werth, auf Satchmo. 22 Uhr 40, der Bauch ist noch flau von Helgstrands unglaublicher Kür, da zeigt sie noch mal, wie gut Satchmo das draufhat, mit den Trab- und Galoppseitwärtsgängen. Nahezu fehlerfrei, aber nicht so spektakulär wie Helgstrand: 80,75 Prozent.
Aber jetzt die bislang Stärkste, Anky van Grunsven: Locker ist er, Salinero, schwingt, geht ordentlich Schritt, zeigt seine ganze Leichtigkeit zu Querflöte und sanften Trommelwirbeln. 22 Uhr 59, und in der Mitte des Stadions steht ein perfekt piaffierender Salinero. Zwei Tritte weiter, die Schlussaufstellung. Anky reckt die Faust, beißt sich auf die Lippe, die Tribünen donnern, und ja, sie ist es: 86,1 Prozent!
Das kann auch Nadine Capellmann nicht mehr ändern, auch wenn das Publikum noch so pfeift, wegen der mageren 79,9 Prozent, die sie bekommt. Anky van Grunsven ist die Dressur-Königin, offiziell beglückwünscht auf dem Siegertreppchen im Stadion, vor rotem Teppich um kurz vor 24 Uhr an diesem Samstagabend – und daneben Helgstrand auf dem zweiten, und Werth auf dem dritten Platz.
Mark Misérus: Koningin van de vrije dans. de Volkskrant, maandag, 28 augustus 2006, blz. 17
Er werden zaterdagavond meer vragen gesteld over haar zwangerschap dan over de tweede wereldtitel die Anky van Grunsven even daarover aan haar uitpuilende trofeeënkast hat toegevoegd. Zo gewoon is winnen kennelijk geworden voor degenen die haar sinds jaar en dag op een paard zien ronddansen.
Wat viel er nog te zeggen na haar zoveelste huldiging? Dat ze nu van plan is in alle drie de onderdelen het hoogste percentage te laten noteren? Dat ze tevreden was met haar prestatie, maar dat in de auto op weg naar huis alles anders kon zijn? De hegemonie van de vrouw die alles al heeft gewonnen wat er te winnen valt, is bewonderenswaardig en voorspelbaar tegelijk.
... Ze was opgelucht toen ze eindelijk mocht praten over haar slotoptreden, dat met een dikke 86 procent wel erg royaal werd beloond.
Er werde niet aan getwijfeld dat de overwinning in de vrije kür Van Grunsven toekwam. Ze bewoog zich met Salerno soepeler voort dan de verrassende Deense vicekampioen Andreas Helgstrand of de Duitse Isabell Werth, die goed was voor brons...
... De Duitsers konden best leven met een Nederlandse wereldkampioenm maar roken bedrog.
Kansloos leek Van Grunsven door een beginnersfout. Ze gaf Salerno te laat de sporen en liep zodoende een tijdlang achter de muziek aan, hetgeen de jury toch niet kan ontgaan. Nadat tijdens een pirouette herstelwerkzaamheden werden gepleegd, vervolgde ze haar gebruikelijke koers - al oogde haar optreden minder zwierig dan doorgaans het geval is.
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Janssen glom van trots, want de aartsvijand van het goud afhouden is iets waarvan hij nog altijd geen genoeg kan krijgen. Opgelucht voelde hij zich ook. Hoewel hij nooit aan de capaciteiten van Van Grunsven had getwijfeld, was het toch alweer twaalf jaar geleden dat ze zich voor het eerst liet kronen tot 's werelds beste.
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Jeanette Krauth: Ein Drama in Bronze. Die deutschen Springreiter steigern sich und werden bei der WM Dritter hinter Holland und den USA. Der Tagesspiegel Nr. 19298, 1. September 2006, S. 21
Der Bundestrainer hatte die Kampfansage forsch formuliert: "Medaillen geben wir noch nicht verloren – auch eine hohe nicht", sagte Kurt Gravemeier vor der Mannschafts-Entscheidung der Springreiter bei den Weltreiterspielen gestern Abend in Aachen. Und der Bundestrainer sollte Recht behalten – zumindest zum Teil. Nach einer spannenden Aufholjagd lagen die Deutschen zwischenzeitlich sogar auf Silberkurs. Doch Marcus Ehning verpatzte den letzten Ritt völlig. Am Ende bleibt den Deutschen im Nationenpreis der WM mit 19,16 Strafpunkten immerhin Bronze – mit etwas Glück und einer Hundertstel vor der Ukraine. Holland (11,01) holt den Weltmeistertitel. Zweiter sind die USA mit 18,85 Punkten.
... Das Finale der Mannschaftswertung beginnt, der zweite Umlauf des Nationenpreises, zu dessen Ergebnis die Punkte aus Zeitspringen vom Dienstag und dem ersten Umlauf des Nationenpreises am Mittwoch gezählt werden. Ein bisschen verstimmt gehen die deutschen Reiter in die entscheidende Prüfung, liegen sie doch mit 15,16 Strafpunkten auf dem vierten Platz, hinter den Niederlanden (7,01), der Ukraine (13,17) und den USA (14,85).
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Nach einer Nullrunde der Schweizerin Christina Liebherr reitet Ludger Beerbaum als erster Deutscher ein. Kontrolliert reitend macht er das Spiel vom Vortag noch mal nach, nimmt aber noch engere Wege, sein Wallach streckt sich über den breiten Oxern, und das Ergebnis heißt: Keinen Fehler mit L'Espoir. Ein Ritt, der für die Einzelwertung große Hoffnung macht. Piet Raymakers, erster Starter der in Führung liegenden Holländer, sammelt zwölf Fehlerpunkte durch Zeit, Stangenfall und eine Verweigerung. Es ist das Streichergebnis für die Niederländer. Runde um Runde startet jeweils ein Reiter der Teams, nächster Deutscher ist wieder nach einer Nullrunde aus der Schweiz der bisherige Pechvogel Christian Ahlmann. Das Stadion jubelt bei jedem Sprung mit, und diesmal klappt's – fast: der zuverlässige Cöster ist wieder da, bis auf das letzte Hindernis, vier Fehlerpunkte, weil die Stange am Globus-Sprung fällt.
Die USA patzt im nächsten Ritt – und damit hat sich zu diesem Zeitpunkt Deutschland auf einen Bronze-Medaillenrang geschoben. Die Ukraine, zum ersten Mal bei Weltreiterspielen dabei, bestehend aus einem zusammengekauften Team aus deutschen und belgischen Reitern, sammelt ebenfalls ungewollte Punkte, doch die Niederländer mit dem routinierten zweiten Starter Jeroen Dubbeldam bleiben fehlerfrei.
Nun die dritten Reiter der Teams: Meredith Michaels-Beerbaums Shutterfly "springt wie ein Glöckchen", wie es in der Reitersprache heißt, rettet einen ungünstigen Absprung vor der Mauer und sichert eine Nullrunde für Deutschland. Doch auch die USA bleibt fehlerfrei, ebenso die Ukraine, auch wenn es einmal gewaltig wackelt, nur Okidoki unter Albert Zoer holt für die führenden Niederlande eine Stange runter. Holland 11,01, Deutschland 15,16 vor dem letzten Starter. Das wäre Silber.
Doch Marcus Ehnings Nerven halten nicht: Erst ein Abwurf, dann bleibt Küchengirl vor der Mauer stehen, rutscht ins Hindernis. Ein Schrei des Entsetzens hallt durchs Stadion. Ehning wendet ab, macht einen Gehorsamssprung – und gibt auf.
N.N.: Ruiterploeg springt naar wereldtitel in Aken. de Volkskrant, vrijdag, 1 september 2006, blz. 17
Uitgerekend tijdens de Wereldruiterspelen in Aken is een eind gekomen aan een reeks schrale jaren in de Nederlandse springsport. Met een verbluffende overmacht sprong de nationale ploeg gisteravond in Aken naar de wereldtitel.
De nieuwe lente zal er al een paar dagen aan te komen. Vanaf de eerste dag van de strijd om de wereldtitel namen de pupillen van bondscoach Ehrens het heft in handen.Daarna groeide de voorsprong alleen maar, tot verbazing van Ehrens, die niet kon geloven dat zijn ploeg serieus lonkte naar het wereldgoud... Gerco Schräder, Jeroen Dubbeldam en Albert Zoer consolideerden de opgebouwde voorsprong en veroverden uiteindelijk ongenaakbaar de wereldtitel.
Na gedane zaken vielen ruiters en coach elkaar in de armen. Ze beseften dat ze een wonder hadden verricht. In de lange geschiedenis van het WK was Nederland niet eerder zo fors in de prijzen gevallen. De oogst bleef beperkt tot een zilveren medaille, in 1978 behaald door het viertal Heins, de Europees kampioen van 1977, Nooren, Ebben en Wieken.
De finale, verreden onder kunstlicht, begon in mineur. Raymakers raakte halverwege zijn rondgang het spoor geheel bijster. Of anders Curtis wel. Het dier schrok van de afbeelding van een postzegel op de muur en weigerde bij dit gevaarte zijn benen van de grond te tillen. Daarna werd het van kwaad alleen maar erger.
Nog was niets verloren en nog steeds lonkte de wereldtitel, maar Dubbeldam, Schräder en Zoer wisten dat ze zich vrijwel geen fout mochten veroorloven. Het trio bleek royaal bestand tegen de druk en hield de schade tot één misser (Zoer) beperkt. Meer dan voldoende om de VS (2de) en Duitsland (3de) voor te blijven en Nederland zijn eerste goud uit de WK-historie te bezorgen.
Jeanette Krauth: Ein Finalplatz für Beerbaums. Meredith Michaels-Beerbaum behält die Nerven, ihr Schwager Ludger scheitert. Der Tagesspiegel Nr. 19300, 3. September 2006, S. 22
Meredith Michaels-Beerbaum rettete die Ehre der deutschen Springreiter. Nach der bescheidenen Bronzemedaille in der Mannschaft hat sich die 36-jährige mit 9,92 Fehlerpunkten einen Platz im WM-Einzel-Finale am Sonntag gesichert. Ihr Schwager Ludger Beerbaum dagegen verpasste in Aachen vor 48 000 Zuschauern als Fünfter knapp die Qualifikation. "Das ist schon ein riesengroße Scheiße, dass ich nicht dabei bin", schimpfte er.
Nur die vier besten Reiter der Prüfung am Samstag dürfen im Finale reiten. Und vielleicht wird es ein Finale der Frauen: Die führende US-Amerikanerin Beezie Madden (4,0) ist ebenso dabei wie die Australierin Edwina Alexander (10,24) und der Belgier Jos Lansink (5,01).
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Der erste Umlauf. Michaels-Beerbaum und Shutterfly reiten ein, nachdem ihr niederländischer Kollege Jos Lansink den zweiten und letzten fehlerfreien Ritt in dieser Runde absolviert hat. "Germany goes 4 gold" steht auf einem Plakat, aber ein Fehler passiert Michaels-Beerbaum doch, 9,92 Punkte hat sie nun.
Auch Ludger Beerbaum unterläuft ein Fehler – an der Kombination aus drei hohen Sprüngen kassiert er vier Punkte. Nach ihm reitet Gerco Schröder, der liegt direkt hinter der führenden Amerikanerin: acht Fehler für den Niederländer. Und selbst Beezie Madden macht einen Fehler, ihr Pferd landet im Wassergraben. Vor dem zweiten Umlauf heißt die Rangfolge also: Beezie Madden (4,0) vor Jos Lansink (5,01), weiter auf dem dritten Platz liegt Ludger Beerbaum (6,70), Vierter ist Gerco Schröder (8,43), Fünfte Meredith Michaels-Beerbaum (9,92).
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Am Sonntag (15.25 Uhr, live in der ARD) müssen die vier Finalisten nun die Pferde tauschen. "Shutterfly ist das beste Pferd der Welt", sagt Meredith Michaels-Beerbaum. "Der wird keinem Reiter ein Problem machen." Vor Shutterfly hat Beezie Madden auch wenig Angst. "Die Pferde von Meredith und Edwina sind meinem sehr ähnlich", sagt sie – alle drei sind sehr temperamentvoll, eher zierlich und mit mehr Geschick als Kraft zu handhaben. "Jos Pferd ist da ein bisschen anders." Der Niederländer Lansink aber versichert seinen Kontrahentinnen, dass sie auf seinem kräftigen Schimmelhengst keinen Wettbewerbsnachteil fürchten müssen: "Er wird auch schon mal von einem Mädchen geritten."
Jeanette Krauth: Weltmeister im Pferdetausch. Jos Lansink siegt im Einzelwettbewerb der Springreiter – Meredith Michaels-Beerbaum gewinnt am letzten Tag der WM-Bronze. Der Tagesspiegel Nr. 19301, 4. September 2006, S. 21
Es war das Finale der Frauen, drei gegen einen Mann – und dann gewann er doch. Jos Lansink aus Belgien ist der neue Weltmeister der Springreiter. Beezie Madden, USA, erritt Silber und für Deutschland bekam Meredith Michaels-Beerbaum Bronze. "Ich habe alles gegeben, und mit zwei Bronzemedaillen bin ich ganz glücklich", sagte sie. "An eine Einzelmedaille habe ich vor der WM doch gar nicht gedacht!"
Zum Finale der Springreiter hatten sich vier Reiter qualifiziert. Sie mussten einen Parcours von acht Sprüngen absolvieren, erst mit ihrem eigenen, dann jedem Pferd der Konkurrenten. Ein Reglement, das das Einfühlungsvermögen des Reiters überprüft, testet wie sehr sie oder er mit einem unbekannten Pferd zurechtkommt. Erstaunlicherweise entpuppte sich ausgerechnet der neue Weltmeister als ein Kritiker dieses Systems. "Das sollte geändert werden", sagte Lansink nach seinem Sieg. "Zwei Medaillen wären besser: eine für Pferdefreundlichkeit nach dieser Prüfung und eine, die am Ende des Springens der besten 25 Reiter vergeben wird." So wäre auch Beezie Maddens herausragende Leistung über die fünf Wettbewerbstage belohnt worden.
In der ersten Finalrunde begann Jos Lansik mit seinem Hengst Cavalor Cumano. Der Parcours hatte einfache Wege zu den Sprüngen, aber auch ein paar dicke Oxer. Lansink blieb wie erwartet fehlerfrei... Edwina Alexander Australien... und das Stadion tobte: Sie ist ein Publikumsliebling, denn mit der 32-Jährigen hatte niemand für das Finale gerechnet. "Innerhalb von einem Jahr habe ich mich von der Liste der Top 500 auf den 39. Platz hochgeritten", erzählte sie, die in den Niederlanden trainiert. Sie blieb fehlerfrei, ebenso wie Michaels-Beerbaum für Deutschland mit Shutterfly und Beezie Madden mit Authentic.
Nach der ersten Runde wurden die Pferde getauscht: In einem abgesperrten Bereich darf der neue Reiter drei Minuten lang im Sattel sitzen, bevor es losgeht. überhaupt nicht lustig fand das Shutterfly: Bei jedem Tausch hüpfte er von einer Seite zur anderen, wollte weder Sattel noch einen anderen Reiter.
"Ich wusste, das wird schwierig für seine Nerven", sagte Meredith Michaels-Beerbaum später, "der braucht jetzt erstmal eine Woche Urlaub." Edwina Alexander ritt als Erste mit Lansiks Schimmel in den Parcours. Der Hengst wehrte sich gegen ihre enge Zügelführung, schraubte sich aber brav dennoch über jeden Sprung – null Fehlerpunkte. Meredith Michaels-Beerbaum legte mit Pialotta ebenfalls eine Nullrunde nach, ebenso Beezie Madden mit Shutterfly. Deren Wallach Authentic mochte Lansinks Reitweise nicht: er rannte, sperrte das Maul auf – und blieb fehlerfrei. Zur Halbzeit hatte kein Pferd eine Stange berührt. Auch beim dritten Pferdewechsel gab es wieder vier fehlerfreie Ritte. Beim vierten Pferdewechsel wurde es also spannend: Erst legte der kräftige Schimmel Cavalor Cumano mit der Amerikanerin eine Nullrunde vor. Der Hengst, vor dem sich alle Reiterinnen sorgten, weil er so gewaltig aussieht, entpuppte sich als das einfachste Pferd von allen. Er war sogar so nervenstark, dass Lansink ihn später bei der Ehrenrunde am langen Zügel an den tosenden Zuschauern vorbeigaloppieren ließ.
... ein Stechen zwischen Jos Lansink, Meredith Michaels-Beerbaum und Beezie Madden um die Medaillenränge.
... Das bedeutete Gold für den in den Niederlanden geborenen Belgier Jos Lansink, Silber für die schnelle Beezie Madden und Bronze für Meredith Michaels-Beerbaum.
Martien Schurink: Amazones leggen het af tegen viriel geweld. de Volkskrant, maandag, 4 september 2006, blz. 15
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Waren de dames, klein van stuk en licht van gewicht, wel opgewassen tegen de gebundelde viriele kracht van Lansink en Cumano? Was de Twentenaar, die zich begin deze eeuw liet omvormen tot Belg, niet al bij voorbaat de nieuwe wereldkampioen?
Want het was niet zomaar een finale volgens het boekje. De vier toppers mochten het eerste rondje draaien op de rug van hun eigen paard, waarna ze datzelfde rondje nog eens drie keer moesten afleggen, maar dan met elkaars rijdieren. Een kwestie van vreemdgaan in optima forma, waar de hippische federatie een net woord voor vond: paardenwissel.
De in Aken verenigde mannenbroeders waren het erover eens dat de vrouwen in de finale te beklagen waren. Vanwege Cumano natuurlijk, het opgewonden standje van Lansink...
Dubbeldam, de olympisch kampioen van Sydney, leek gelijk te krijgen. Kort voor de finale bleek met hoeveel passie Cumano toeleefde naar de partnerruil. Kort voor zijn eerste kennismaking met de dames liet de hengst ineens een vijfde been uit zijn onderbuik neerdalen, bijna wel tot aan de grond. Lansink zag het gebeuren en lachte in zijn vuistje.
Niet dat het de dames, de Australische Edwina Alexander, de Amerikaanse Beezie Madden en de Duitse Meredith Michaels-Beerbaum, ook maar iets uitmaakte. Madden klauterde in de paddock onvervaard op de rug van Cumano, waarna het projectiel zich snel terugtrok in de ruststand.
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Op het moment dat Lansink in Aken zijn greep naar de wereldmacht voltooide, was de Nederlandse afvaardiging grotendeels alweer thuis. Te voet gesteld, zoals dat heet, door hun paarden in de halve finale van zaterdag. Jeroen Dubbeldam, Albert Zoer en Gerco Schräder hadden een paar dagen eerder nog zo verrassend uitgehaald in de landenwedstrijd en hadden goede hoop dat het bij die ene titel niet zou blijven. Maar de gouden vorm van hun paarden bleek plotsklaps verdwenen.
Eerst moesten Dubbeldam en Zoer het veld ruimen als gevolg van de 'schijtfoutjes' die hun paarden begingen in de piste, die was opgetuigd met oxers die wel heel fors aan de maat waren. Daarna moest ook Schräder, de beste van het Nederlandse stel, eraan geloven. Zijn twee springfouten kostten hem een plaats in de finale. ‘Mijn paard was vandaag een beetje aan de flauwe kant.'
Gelukkig redde Lansink nog een beetje de Nederlandse eer. Maar hij niet alleen. De omroeper van dienst verkondigde tijdens de ereceremonie dat Lansink een Nederlander was. De wereldkampioen wilde de man geen ongelijk geven. ‘Dit is ook een beetje voor Nederland. Daar is het begonnen.'
Jeanette Krauth: Republik der Reiter. Die Weltmeisterschaft in Aachen war nicht nur beim Publikum ein Erfolg, sondern erstmals auch finanziell. Der Tagesspiegel Nr. 19302, 5. September 2006, S. 19
Als Prinzessin Haya die Weltreiterspiele für beendet erklärte und ihre Stimme vor Rührung stockte, stand Angela Merkel verzückt lächelnd neben ihr. Ja, man konnte sogar etwas von Güte und Wohlwollen in ihren Blick hineininterpretieren. Sogar die Kanzlerin schmolz dahin. Vierzehn Tage Weltmeisterschaften im Pferdesport waren vorbei. Und daß Prinzessin und Kanzlerin zur Schlußrede im Stadion standen, war durchaus ein Bild für diese Zeit. Prinzessin Haya von Jordanien ist die Präsidentin des Weltreiterverbandes FEI. Und der hat sich mit ersten Modernisierungsschritten schon während der Spiele bemerkbar gemacht. Die Kanzlerin hingegen steht für Deutschland, das so fantatstische Weltreiterspiele organisierte, daß viele Aktive wünschten, ihre Olympischen Spiele 2008 doch hier statt in China abhalten zu können - was natürlich nicht möglich ist.
Die Zahlen der WM: 570.000 Zuschauer kamen in die Aachener Soers, sowie 773 Aktive aus 61 Nationen, insgesamt wurden 48 Medaillen vergeben. Davon holte Deutschland insgesamt elf mehr als die USA (neun) und die Niederlande (sechs)...
Zwei deutsche Reiterinnen vollbrachten Herausragendes: Isabell Werth, die in der Dressur Einzel- und Mannschaftsgold auf ihrem schwierig-genialen Pferd Satchmo holte, und Meredith Michaels-Beerbaum, die die Ehre der Springreiter mit Bronze im Einzelwettbewerb rettete...
Diese WM zeigte: Im Reitsport mischt sich die Spitze, Deutschland hat kein Abonnement mehr auf Gold... So soll diese Weltmeisterschaft auch die erste sein, die schwarze Zahlen schreibt. Und sie hat viel für die öffentliche Wahrnehmung des Sports getan: ARD und ZDF verlängerten während der Spiele ihre Verträge mit der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. In Deutschland wurde 70 Stunden lang von der Reit-WM im Fernsehen berichtet, zudem wurde in 157 andere Länder übertragen.
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