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Stand der Bearbeitung: 27.11.2011

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Open-Access-Bewegung

Allgemeine Informationen zur Open-Access-Bewegung
Online-Archive
Online-Zeitschriften
Kritik am neuen Urheberrecht und Forderung nach einer Erleichterung des "Open Access"
Neues Open-Access-Internetportal
Links

Quelle:
Allgemeine Informationen zur Open-Access-Bewegung
Gerd Hansen: Grenzenlos kreativ. Die Open-Access-Bewegung will freien Zugang zu wissenschaftlichen Informationen und kulturellen Gütern schaffen. Der Tagesspiegel Nr. 18558, 6.8.2004, S. 24

... ist in den letzten Monaten eine neue, kraftvolle politische Strömung aus den USA nach Europa geschwappt: die "Open-Access-Bewegung". Inspieriert von der "Open-Source-Bewegung" propagiert die Open-Access-Bewegung einen offeneren Zugang zu urheberrechtlich geschützten Werken im digitalen Zeitalter. Es geht ihr dabei um nichts weniger als den Traum vom freien Internet, um eine Rückführung des Urheberrechts auf ein Maß, das Innovation und Kreativität nicht hemmt, sondern fördert.

Der Hohepriester der Bewegung ist Lawrence Lessing, Professor an der kalifornischen Stanford Law School... "Wir leben in einer Zeit, in der uns mit dem Internet ein Istrument in die Hand gegeben worden ist, um den Traum vom weltweiten offenen Zugang zu wissenschaftlicher Information un kurlturellen Gütern zu ermöglichen,"... Dennoch seien wir in erster Linie darum bemüht, die urheberrechtliche Landnahme im Internet durch technische Schutzmaßnahmen voranzutreiben.

... Lessing geht es nicht etwa um die Abschaffung des Urheberrechts. Im Gegenteil: Er möchte das Urheberrecht innovativ nutzen, um kreativen Austausch zu fördern. Zu diesem Zweck hat Lessing 2002 an der Stanford University die gemeinnützige Organisation "Creative Commons" gegründet. Anstatt der Extrempositionen "All rights reserved" oder "No rights reserved" lautet ihr Credo "Some rights reserved". Creative Commonds bietet dafür auf ihrer Website kostenfreie Lizenzen an, die Urhebern eine flexibel abgestufte Ausübung ihrer urheberrechtlichen Rechte ermöglichen.

Das modulare Lizenzsystem enthält neben einer für Suchmaschinen lesbaren technischen Metadatenschicht auch eine für Nichtjuristen verständliche Zusammenfassung der jeweils gewählten Lizenz und erfreut sich daher in den USA unter Kreativen bereits großer Beliebtheit. Einer der Vorzüge der Creative-Commons-Lizenz ist dabei, daß Urheber mit ihr den rechtlichen Status ihrer Werke für die Verbreitung im Internet klarstellen können, ohne teuren Rat bei einem Anwalt einholen zu müssen.

...

Von Berlin aus koordiniert, wird in mehr als 60 verschiedenen Ländern an der sprachlichen und rechtlichen Anpassung der Creative-Commons-Lizenzen gearbeitet. Deutschland hat als eines der ersten europäischen Länder diesen Adaptationsprozeß bereits abgeschlossen und verfügt seit dem 11. Juni (2004) ... über Creative-Commons-Lizenzen, die an das deutsche Urheberrecht angepaßt sind.

Bei einer internationalen Konferenz im Berliner Wissenschaftskolleg ... Dabei wurde deutlich, daß Open-Access nicht nur das Urheberrecht betrifft. Wenn beispielsweise Museen dazu übergehen, die digitale Bereitstellung von gemeinfreien Kulturgütern über das Internet als Einnahmequelle zu entdecken, stelle sich die Frage, ob nicht der Gesetzgeber gefordert sei, einer zunehmenden Kommerzialisierung unseres kulturellen Erbes Einhalt zu gebieten.

Inzwischen gibt es zahlreiche Initiativen des Open-Access-Publizierens. So stellte die Max-Planck-Gesellschaft ihr "eDoc-Server"-Projekt vor, eine zentrale Publikationsplattform für alle Max-Planck-Institute. Ziel ist der kostenfreie, offene Zugang zu den wissenschaftlichen Ergebnissen der Max-Planck-Gesellschaft. Mit dem eDoc-Server setzt die Max-Planck-Gesellschaft die "Berliner Erklärung über offenen Zugang zu Wissen" um. In dieser hatten im Oktober 2003 maßgebliche deutsche und europäische Wissenschaftsorganisationen das unmißverständliche wissenscahfts-politische Signal zugunsten von Open-Access gesetzt.

Eine weitere neue Herangehensweise an wissenschaftliches Publizieren sind die "Open-Access-Journals". Solche kostenfreien Online-Zeitschriften wie von "BioMed Central" oder PloS Biology"
(s. dazu auch: Publizieren von wissenschaftlichen Forschungsergebnissen im Internet - Het publiceren van wetenschappelijk onderzoek in het internet im Zusammenhang mit Nobelpreisträger Harold Varmus)
die sich über eine institutionell getragene Publikationsgebühr finanzieren, haben in den vergangenen Monaten für viel Furore gesorgt. Traditionelle Verlagsgruppen wie Elsevier und Springer scheinen nervös zu werden und beginnen zu reagieren. Die großzügigere Genehmigung von Open-Access-Zweitpublikationen durch Elsevier ist ein vielbeachteter Schritt.

In Großbritannien ist Open Access zum Politikum geworden. Eine eigens eingesetzte parlamentarische Untersuchungskommission zum wissenschaftlchen Publikationswesen hat am 19. Juli (2004) ihren lang erwarteten Abschlußbericht "Scientific Publications: Free for All? vorgelegt. Die Kommission kommt darin gegenüber der britischen Regierung zu einer klaren Empfehlung zugunsten von Open Access und empfiehlt konkrete Maßnahmen, die die Regierung zur Förderung von Open Access unternehmen solle.

Auch die Europäische Kommission hat ... angesichts der enormen Preissteigerungen für wissenschaftliche Zeitschriften (die "Journal Crisis") eine neue Studie angekündigt. Ihr Ziel soll sein, auf europäischer Ebene Maßnahmen aufzuzeigen, welche die Bedingungen für einen offeneren Zugang zu Wissen verbesern können.

In Deutschland hat sich die Politik des Themas noch nicht angenommen. Das elementare Interesse der Allgemeinheit an einem offenen Zugang zu wissenschaftlichen Informationen wird hier beispielsweise artikuliert von Aktionsbündnissen wie "DINI" (Deutsche Initiative für Netzwerkinformationen). Vertreter aus Wissenschaft und Forschung, aus Rechenzentren und Bibliotheken kämpfen in diesem Aktionsbündnis gemeinsam unter anderem dafür, daß im laufenden Gesetzgebungsverfahren für die weitere Reform des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft ("Zweiter Korb") die Interessen von Wissenschaft und Forschung in stärkerem Maße als bisher Gehör finden.

Open Access sei nicht eine Bewegung gegen die Wissenschaftsverlage, sondern für die Wissenschaft, betonen Aktivisten. Die Wissenschaftsverlage sollten nicht den gleichen Fehler begehen wie die Musikindustrie angesichts von Tauschbörsen wie Napster & Co. Open Access böte vielmehr auch für sie eine Chance für innovative Businessmodelle, die es zu ergreifen gelte. "Free Culture", der programmatische Titel von Lessings letztem Buch, bedeutet nicht Freibier.

Der Verfasser ist Mitarbeiter des Berliner Creative-Commons-Büro und ist Stipendiat am Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht in München.




Quelle:
N.N.: Online-Archive. Der Tagesspiegel Nr. 18546, 25.7.2004, S. K6
... Monarch, das Multimedia ONline ARchiv CHemnitz (http://archiv.tu-chemnitz.de hat die Qualitätskontrolle durch die Deutsche Initiative für Netzwerkinformationen (DINI) erfolgreich durchlaufen und ist als "Zertifizierter Dokumenten- und Publikumsserver" anerkannt. Die Chemnitzer Bibliothek gehört der Berliner Open Access Bewegung an und beteiligt sich mit Monarch an der Open Access Initiative (OAD).




Quelle:
wez: ONLINE-ZEITSCHRIFTEN. 1500 Dollar für einen Abdruck. Der Tagesspiegel Nr. 18558, 6.8.2004, S. 24
"Veröffentlichen oder geh' unter" lautet die Maxime des Wissenschaftsbetriebs.
Kosten hierfür:
Traditionelle Fachzeitschriften Abdruck unentgeltlich Der Verlag finanziert das Blatt über Abonnementsgebühren, die bis zu 20.000 Dollar im Jahr betragen können.
Online-Zeitschriften, die frei zugänglich sind ("Open Access") Der Wissenschaftler oder sein Geldgeber bezahlt vorab für den Abdruck Bei "PloSBiology": 1500 Dollar,
bei "BioMed Central": zwischen 525 und 1500 Dollar, je nach Zeitschrift.
Doch ist zweifelhaft, ob diese Beträge die Kosten decken können.
Weiterer Nachteil für den Wissenschaftler: eher geringer Impact-Faktor
*Impact-Faktor: Dieser mißt die Bedeutung einer Zeitschrift.
Aber die Anhänger von Open Access weisen darauf hin, daß der Großteil der Forschung steuerfinanziert ist. Wie kann es dann sein, daß der Steuerzahler keinen freien Zugang zu den Ergebnissen hat?




Kritik am neuen Urheberrecht und Forderung nach einer Erleichterung des "Open Access"
Gerd Hansen: Teurer Lesestoff. Wissenschaftler kritisieren neues Urheberrecht und hoffen auf die nächste Novelle. Der Tagesspiegel Nr. 19604, 13.7.2007, S. 28
Die besonders unter Wissenschaftlern umstrittene Reform des Urheberrechts ist auf dem besten Wege, Realität zu werden... Zu den großen Profiteuren der Reform zählen nach bisherigem Stand der Dinge die Wissenschaftsverlage. Wissenschaftler indessen müssen sich auf einen verschlechterten Zugang zu Zeitschriftenbeiträgen einstellen.
Ist etwa ein Artikel in der Bibliothek vor Ort nicht verfügbar, konnte man sich bislang von spezialisierten Kopienversanddiensten wie Subito den gesuchten Beitrag zu moderaten Preisen als PDF-Datei per E-Mail aus einer anderen Bibliothek schicken lassen. Dies soll nun in Zukunft nur noch so lange zulässig sein, wie die Verlage nicht im Internet ein eigenes "On-Demand-Angebot" offerieren, also den entsprechenden Beitrag nicht selber online in einer Datenbank zum kommerziellen Abruf anbieten.
Schon heute werden von den Verlagen in einigen Bereichen teilweise bis zu 30 Euro und mehr für den Abruf eines Beitrags verlangt. Um dieser Preisentwicklung entgegenzusteuern, ist zwar vorgesehen, dass der elektronische Kopienversand weiterhin dann zulässig sein soll, wenn das Online-Angebot der Verlage nicht zu angemessenen Bedingungen erfolgt. Was "angemessene Bedingungen" sein sollen, bleibt dabei aber unklar.
Aus Sicht des Aktionsbündnisses "Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft", einem Zusammenschluss von Wissenschaftsorganisationen und Fachverbänden, hat die Bundesregierung wegen dieser und anderer primär wissenschaftsverlagsfreundlicher Neuregelungen daher ihr Ziel, ein "bildungs- und wissenschaftsfreundliches Urheberrecht" zu schaffen, verfehlt. Wissenschaftler und Bibliothekare setzten nun ihre Hoffnungen in einen sogenannten "dritten Korb" der Urheberrechtsreform. Mit dieser Novelle soll dann tatsächlich den Belangen der Wissenschaft Rechnung getragen werden. Möglicherweise werden dann auch Forderungen nach einer Erleichterung des "Open Access" zu wissenschaftlicher Information aufgegriffen werden.
Ein entsprechender Vorschlag aus der Wissenschaft hatte 2006 bereits die Unterstützung des Bundesrates gefunden. Der Reformvorschlag würde es Wissenschaftlern erleichtern, ihre in Fachzeitschriften veröffentlichten Beiträge der Öffentlichkeit zumindest zeitlich verzögert kostenfrei zugänglich zu machen – auch wenn er einem Verlag exklusive Nutzungsrechte eingeräumt hat. Voraussetzung für eine solche Zweitveröffentlichung wäre allein, dass der Beitrag im Rahmen einer überwiegend mit öffentlichen Mitteln finanzierten Lehr- und Forschungstätigkeit entstanden ist. Den Interessen der Zeitschriftenverlage würde dadurch Rechnung getragen werden, dass ihnen eine sechsmonatige Phase exklusiver Auswertung verbleibt.
Erst nach Ablauf dieser "Schonfrist" dürfte der Wissenschaftler seine Forschungsergebnisse auf seiner Website oder dem Internetauftritt seiner Forschungseinrichtung zu nichtkommerziellen Zwecken kostenfrei zugänglich machen. Die diskutierte Gesetzesänderung wäre zwar nur ein behutsamer Schritt in Richtung "Open Access". Wissenschaftler erhielten dadurch aber immerhin ein Mehr an Freiheit und könnten über das Internet das erreichen, was sie am meisten wollen: gelesen werden.

Nik Afanasjew: Forscher als Kleinverleger. Der Tagesspiegel Nr. 21143, 1.11.2011, S. 24
Wissenschaftsorganisationen treiben Open Access voran. Kritiker fürchten um die Qualität und die Verlage
Einer der meistgepriesenen Vorzüge des Internets ist sein demokratisches Wesen. Doch was bei persönlichen Botschaften und internationalen Nachrichten seit mindestens einer Dekade funktioniert und neuerdings sogar Revolutionen begünstigt, ist beim wissenschaftlichen Austausch noch immer Zukunftsmusik: barrierefreier Informationsfluss in Echtzeit.
Seit der Jahrtausendwende formuliert die Wissenschaft immer vehementer den Wunsch nach Open Access. Gemeint ist die kostenfreie Bereitstellung von aus öffentlichen Geldern finanzierten Forschungsergebnissen – entweder sofort, oder nach einer Embargofrist. Im Moment zahlt der Steuerzahler für wissenschaftliche Texte in der Regel mehrfach.
Wissenschaftler werden aus Steuergeldern finanziert, für den Abdruck in einem renommierten Magazin fallen Publikationsgebühren an. Dann zahlen öffentlich finanzierte Bibliotheken die Abonnements der Zeitschriften. Und falls die Artikel später etwa in einer Hochschul-Monografie abgedruckt werden, müssen die abgetretenen Rechte auch noch wieder von der Zeitschrift abgekauft werden.
Nach viel Stillstand sieht sich die von der Max-Planck-Gesellschaft über die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bis hin zur Hochschulrektorenkonferenz getragene Open-Access-Bewegung nun vor einem Durchbruch. Im Bundesjustizministerium wird die dritte Novelle des Urheberrechts vorbereitet. Autoren sollen nach einer Karenzzeit von wahrscheinlich einem halben Jahr ihre Artikel selbst zweitverwerten können – auch in einem frei zugänglichen Portal.

Doch viele Wissenschaftsverlage stellen sich quer, fürchten um ihre ökonomische Grundlage. Begleitet wird die Diskussion seit Monaten von einer Reihe von Zeitungsartikeln vor allem in der "FAZ". Zuletzt meldete sich dort der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion im Bundestag, Günter Krings, zu Wort. Die Open-Access-Bewegung sei nicht so breit, wie es sich die DFG wünsche. Die meisten Wissenschaftler bevorzugten die Veröffentlichung in einer wissenschaftlichen Zeitschrift, weil sie die Kompetenz der Verlage und auch ihre Qualitätskontrolle schätzten. Der DFG gehe es in Wahrheit nicht um den freien Zugang zu Forschungsergebnissen, sondern um den "kostenlosen Zugang", schreibt Krings.
Das von den Forschungsförderern propagierte "verbindliche Zweitverwertungsrecht" würde den Wissenschaftlern zudem das Recht nehmen, Verlagen ihr ausschließliches Nutzungsrecht zu verkaufen. Die DFG wolle insbesondere "den akademischen Mittelbau und die Wissenschaftsverlage zum Teil enteignen".
Die Gegner von Open Access aus der Wissenschaft haben sich auf den „Heidelberger Appell“ geeinigt. Initiator ist der Literaturwissenschaftler Roland Reuß, der auch ein scharfer Kritiker der DFG-Vergabepraxis ist. Reuß' Hauptargument gegen Open Access: "Die Abkopplung des Wissenschaftlers von einer professionellen Verlagsszene und in der Konsequenz die Zerschlagung der gesamten mittleren und kleinen Verlagsszene" werde der Wissenschaft insgesamt schaden.
Mit einer aktuellen Stellungnahme hat sich jetzt die Allianz der Wissenschaftsorganisationen in den Streit eingeschaltet. Krings lasse die Vorteile von Open Access völlig außer Acht, darunter die erst durch die Online-Publikation mögliche rasche Diskussion aller Forschungsergebnisse sowie interdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit, schreibt das Gremium, dem auch die DFG angehört. Von der Allianz schon früher vorgeschlagene und bereits praktizierte Open-Access-Modelle würden es den Verlagen erlauben, "zum Teil auch weiterhin Geld zu verdienen".
Vorbildlich sei die Zeitschriftengruppe "Nature", die Forschungsergebnisse nach einer Frist von sechs Monaten online zugänglich macht. Derzeit seien Wissenschaftler "gegenüber Verlagen und deren Quasi-Monopolstellung in einer stark benachteiligten Situation". Die Allianz bekräftigt ihr Eintreten für das "unabdingbare Zweitverwertungsrecht". Damit könnten Autoren nicht mehr verpflichtet werden, ihr Recht exklusiv an die Verlage abzutreten, ob sie es aber für eine Zweitpublikation mit Open Access selbst wahrnehmen, bleibe ihnen überlassen.
Für ein solches Zweitverwertungsrecht setzt sich auch die Wissenschaftssprecherin der Grünen, Krista Sager, ein. Es sei der richtige Weg um "die vielseitigen Chancen der Digitalisierung für Wissenschaft und Gesellschaft stärker zu nutzen". Für neue Bewegung könnte überdies die Piratenpartei sorgen. Der Berliner Landesverband fordert die "Zugänglichmachung des wissenschaftlichen und kulturellen Erbes der Menschheit über das Internet nach dem Prinzip des Open Access" und sieht es als staatliche Aufgabe an, Open Access in den aus öffentlichen Geldern finanzierten Einrichtungen auch durchzusetzen.
"Wir brauchen keine kommerziellen Verleger", sagt Dieter Stein, Professor an der Uni Düsseldorf und vehementer Open-Access-Vertreter. Zusammen mit Gleichgesinnten hat er kürzlich bei der dritten "PKP Scholarly Publishing Conference" an der Freien Universität über das wissenschaftliche Publizieren im Online-Zeitalter debattiert. "Während die Budgets der Universitäten gesunken sind, wurden Fachartikel immer teurer. Diese Informations-Krise müssen wir als Chance für Open Access begreifen und nutzen", sagt Stein.
Eine Leistung, welche die Verlage unbestritten erbringen, ist die Qualitätssicherung. Außerdem wird ein Forscher durch eine Veröffentlichung beispielsweise in „Science“ geadelt. Wer also eine freiere Publikationslandschaft will, muss damit rechnen, dass sie unübersichtlicher und schwerer zu kontrollieren sein wird. So scheint ein Kompromiss – also Erhaltung der Fachzeitschriften und nachträgliche Open-Access-Publikation – derzeit der realistische Weg zu sein.
Einer der Vorreiter ist das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Seit 2007 werden dort Forschungsergebnisse aus allen Gebieten vor oder kurz nach ihrer Veröffentlichung in einem renommierten Fachjournal frei zur Verfügung gestellt. "So machen wir frühzeitig auf wichtige Ergebnisse in diesen Disziplinen aufmerksam", sagt der DIW-Vorstandsvorsitzende Gert G. Wagner.
Am Ende jedenfalls könnten sich die klassischen Profile des Wissenschaftlers und des Bibliothekars ändern. Der Wissenschaftler der Zukunft könnte sein eigener Klein-Verleger werden. Außerdem werde es den "Cybrarian" geben, sagt Dieter Stein. Dies ist ein Bibliothekar, der mit seiner guten Kenntnis der auf dem digitalen Markt vorhandenen Publikationen in engem Kontakt mit dem Wissenschaftler steht und ihn berät.
mit -ry




FU BERLIN.
tiw: Neues Open-Access-Internetportal. Der Tagesspiegel Nr. 19554, 23.5.2007, S. 27
Die Freie Universität Berlin ist an einer neuen Internetplattform beteiligt,... Open-Access-Bewegung... Darunter versteht man das Bestreben von Wissenschaftlern, möglichst viele aktuelle Forschungsergebnisse kostenlos im Internet zu veröffentlichen.
Auf der Plattform finden Interessierte Tipps, wie man weltweit kostenlos Arbeiten veröffentlichen kann, was man beachten sollte und wo man freie Forschungsergebnisse finden kann.
http://www.open-access-net




Links

Creative Commons Deutschland:
http://de.creativecommons.org

Free-Culture-Bewegung:
http://www.freeculture.org

Edoc-Server-Projekt der MPG (Max-Planck-Gesellschaft):
http://edoc.mpg.de

PloS:
http://www.publiclibraryofscience.org

BioMed Central:
http://www.freeculture.org

Berliner Erklärung:
http://www.mpg.de/pdf/openaccess/BerlinDeclaration_dt.pdf

"UK-House of Commons-Inquiry" zum wissenschaftlichen Publikationswesen:
http://www.biomedcentral.com/openaccess/inquiry/
http://www.parliament.uk/parliamentary_committees/science_and_technology_committee/scitech111203a.cfm

Studie der Europäischen Kommission:
http://europa.eu.int/comm/research/press/2004/pr1506en.cfm

Deutsche Initiative für Netzwerkinformationen e.V. (DINI):
http://www.dini.de

Informationen zu Harold Varmus und Grigori Perelman:
www.infos-fuer-alle.de/niederlaendisch/cel.html#publizieren




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